Montagsdemos am 29. April 2014 in Deutschland

Im Folgenden ein paar allgemeine Dinge.

Das war gestern in Frankfurt (Der einfacher halber als Statusmeldung von Jutta Ditfurth):

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Das nächste Bild stammt aus München:

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Natürlich will man uns jetzt einreden, dass der da ganz zufällig vorbei gekommen ist.

Is klar.

Ein bisschen älter, vom 21.4. ist ein Video aus Leipzig, bei der ein ca. 8-jähriges Mädchen ans Mikro spricht. Ich werde das Video hier nicht verlinken, weil ich nichts davon halte, Kinder vorzuführen. Der Text ihres Beitrages gibt allerdings zu denken:

Mein Name ist *** und ich möchte was zu den Chemtrails sagen, weil wenn die rumsprühen dann werden die Kinder auch früher sterben. Und meine Mama (…) ich bin auch stolz auf meine Mama weil sie mir ganz viel über Monsanto sagt und mich auch immer hier her bringt.

In Berlin trat am 28. April u.a. der Wiener Rapper Kilez More auf, der nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand dort vernünftig redete. Man muss über ihn aber wissen, dass er aus der so genannten Trutherszene kommt, bzw. dieser zumindest nahe steht. Wer mal seine Gedanken abseits der Montagsdemos hören will, kann sich ja sein Song „Klimawandel zu Chemtrails“ anhören.

Desweiteren trat in Berlin Florian Kirner auf, ein Mitarbeiter von Konstantin Wecker, der sich für die „Dämonisierungskampagne“ der vergangenen Wochen entschuldigte. Er fühlt sich zu den „spirituellen Linken“ zugehörig. Was auch immer das sein soll…

Widerstand gab es u.a. in Halle, dazu gibt es hier einen Bericht.

In Kiel wurde ein Flugblatt der Linkspartei verteilt, das könnt ihr hier direkt als PDF bekommen: Mahnwachen für den Frieden? Wo ist das Problem?

Ich zitiere mal daraus:

Ist jeder, der an den Mahnwachen teilnimmt, rechts?

 

Nein, es nehmen auch Menschen teil, die wirklich etwas für den Frieden tun wollen. Viele sind nicht informiert über die Hintergründe dieser Demos. Deshalb soll dies eine Anregung sein, sich weiter zu informieren und sich andere Aktionsformen zu suchen, um für den Frieden einzutreten und für eine andere, gerechte Gesellschaft.

Ich sehe das auch so, bei diesen Montagsdemos / Friedenswachen kommen viele Menschen, denen der Frieden wirklich am Herzen liegt. Und die wenigstens davon will ich irgendwie in eine rechte Ecke rücken. Dominiert werden die Demos leider immer wieder von Verschwörungstheorien („Rechsregierung“, „Chemtrails“, etc.) und dem wird nie widersprochen, im Gegenteil, die Menschen klatschen Beifall. Und so wird ein ehrlicher Wunsch nach Frieden und eine eine richtige Kapitalismuskritik vermischt mit einem obskuren „Die FED ist an allem Schuld“ und „Wir werden durch höhere Mächte manipuliert“.

Und zu guter Letzt möchte ich noch einen Artikel von Lorenz Gösta Beutin verlinken: Falsche Friedensfreunde – Was „Chemtrails“, „Reichsregierungen“ und die „Querfront“ mit den neuen „Mahnwachen für den Frieden“ zu tun haben. Ein Erfahrungsbericht.

Zitat:

(…) Ich schaute mir Videos von Reden an, aus Hamburg und Berlin. Die Reden glichen sich: Irgendwie für Frieden, gegen die „Lügenmedien“, gegen Parteien, mit der Behauptung „unpolitisch“ zu sein, weder links noch rechts (Im Übrigen eine Behauptung, die sich eher auf der Rechten findet; jede und jeder, die sich zur gegenwärtigen Gesellschaft äußern, verhalten sich politisch!). Der eine oder die andere berichtete dann noch über die fehlende Souveränität der BRD, dass Deutschland sich immer noch im „Kriegszustand“ befände, über „Chemtrails“ oder davon, dass Michael Jackson „das“ alles ja schon habe kommen sehen und deshalb umgebracht worden sei. Und natürlich ging es gegen die „FED“ (Federal Reserve System), fälschlicherweise als „Privatbank“ deklariert, tatsächlich aber eine öffentliche Institution der USA (allerdings in Teilen privatwirtschaftlich organisiert). Die „FED“ sei schuld an allen Kriegen der letzten hundert Jahre. Und hinter der „FED“ stünden die „Rotschilds“ (tatsächlich eine jüdische Familie, deren Mitglieder vor allem als Bankiers bekannt geworden sind und die seit Jahrzehnten antisemitischen Angriffen ausgesetzt sind). Ein antisemitisches Konstrukt sondergleichen, aber ohne den Judenhass direkt zu artikulieren, sondern mit Anspielungen arbeitend.

 

So ist es möglich, in einem Atemzug den antisemitischen Kern zu leugnen und gleichzeitig anschlussfähig nach allen Seiten zu bleiben. Keinen der Redebeiträge, mögen sie auch noch so weit hergeholt erscheinen, wurde widersprochen, ob sie antisemitische oder reichsdeutsche Propaganda verbreiteten, war egal im allgemeinen Wir-Gefühl. Auch die Anwesenheit von NPD-Mitgliedern wurde geduldet, niemand wurde des Platzes verwiesen. (…)

Muss ich nichts weiter dazu sagen, außer dem zuzustimmen.

Josef A. Preiselbauer

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