Rechtschreibung, ein überschätztes Gut?

Ich bin ja so Einer, den manche gerne als „Rechtschreibnazi“ betiteln. Ich lege halt immer noch Wert auf einer ordentliche Schriftsprache und manchmal, wenn mir etwas zu kaputt erscheint, dann sage ich auch was dazu. Das brachte mich im Irrenhaus Facebook heute mal wieder zu einem Statement:

Also ich mag pedantische Menschen, die nix bessere zu tun haben als jemanden ständig zu belehren. Vor allem dann, wenn die unpedantischen Menschen meine Intelligenz beleidigen.

 

Es spricht ja nichts dagegen, mal einen Fehler zu machen („reisen“). Aber manche legen halt ein geistiges Niveau in ihrer Schriftsprache an den Tag, das ist jenseits von Gut und Böse. Und das in Zeiten, wo praktisch jeder Browser und jedes Smartphone eine eingebaute Rechtschreibprüfung hat. Und übrigens, man kann seine Beiträge auch nachträglich editieren.

 

Ich habe einen guten Freund in Dresden, der ist Legastheniker. Der macht wenige Fehler als die meisten Deppen bei Facebook, weil er sich überlegt was er schreibt und sich das noch mal anschaut, bevor er es abschickt. Und auch unsere Freunde mit Migrationshintergrund schaffen das, wenn sie wollen.

 

Aber manche rotzen halt einfach ihren Text hin, in einer Art, die lässt Rückschlüsse darauf, wie sich sich im realen Leben verhalten. Meistens sind das dann die, die in der U-Bahn sitzen, ihre Kumpels mit „Alda“ anreden und alle anderen mit „Opfa“. Und sich dann hier, wenn man sie auf ihre Art hinweist, mit „I weis ist egal wie wer schreib hauptsache kan weis man was gemeint ist“ herausreden. Da bin ich auch nicht traurig, wenn die nichts mit mir zu tun haben wollen.

Josef A. Preiselbauer

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