München, 7. Februar 2015, viele, viele Demonstrationen… (SIKO)

Am Samstag, den 7. Februar 2015, war eine Menge los in München. Sicherheitskonferenz, Demonstration gegen die Siko, Ukrainische Nationalisten, Rußlandtreue Gegendemo, Ukrainischer Motorradkonvoi, Wahnwichtel, Kurden, Rätekommunisten, Nazis, Antifas… Eigentlich für jeden etwas dabei. Man konnte gar nicht alles besuchen, im Folgenden geht es um die drei wichtigsten Veranstaltungen.

Teil 1

Auf dem Stachus trafen sich ab 11 Uhr ukrainische Nationalisten um gegen den russischen Terror zu demonstrieren. Dabei wurden von einer Bühne herab geredet, gebetet und gesungen. Neben vielen ukrainischen Fahnen wehten auch die Fahnen Georgiens. Man gedachte der Opfer des Krieges und Russland war der Böse, die NATO die Befreier. Poroschenko wurde nicht gesehen, wie manche gehofft hatten.

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Demgegenüber, neben dem Hotel Anna, fand eine Gegenkundgebung für russischen Nationalismus statt. Da versammelten sich die Antiimperialistische Front, Putinisten, SDAJler und einige sehr bekannte Montagsmahnwachenwichtel. Dort wehten dann die Fahnen Russlands, der Sowjetunion, des Donbass und eine auf dem Kopf stehende Deutschlandfahne (Wahnwichtel). Diesmal waren die Ukraine und die Nato die Bösen und Russland bedroht.

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Anfangs bei den Ukrainern, später die ganze Zeit auf der pro-russischen Seite waren auch Mr. Wichtig Ken Jebsen (KenFM) mit Kamerateam und Lea Frings für Russia Today (RT).

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Teil 2

Am Wochenende fand in München die so genannte Sicherheitskonferenz statt, bei der sich Minister, Staatschefs, Waffenproduzenten und andere treffen, um über die weiteren Kriege in der Welt zu beraten. Auch wenn sie es anders nennen.

Dagegen findet immer Samstags die Demonstration gegen die Siko statt. Von linken Parteien, Gruppierungen, Vereinen und Bündnissen organisiert sind die Teilnehmer natürlich auch traditionell russlandfreundlich.

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Sehr witzig war die Partei DIE PARTEI mit ihren Plakaten. Während der Demonstration später riefen sie immer wieder „Lügendemo! Lügendemo!“

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Ein paar total Verrückte waren leider auch dabei. (Oder wie ein Freund aus der ganz linken Ecke sagte: „Für mich sind hier alle verrückt.“)

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Auf dem Marienplatz fand ein Programm auf der Bühne statt, gegen 14 Uhr sollte die Demonstration beginnen. Diese kam für den Anfang aber nur um das Eck bis zum Viktualienmarkt, danach stand sie fast über halbe Stunde, da es Auseinandersetzungen mit der Polizei um das Thema Seitentransparente im antikapitalistischen (schwarzen) Block gab. Nach dieser Verzögerung wurde die Route leicht gekürzt. Zwischendurch kann es zur kurzzeitigen Festnahme eine Punks, der angeblich einen Polizisten beleidigt haben soll. Am Ende gab es auch noch mal eine Konfrontation zwischen dem antikapitalistischen Block und der Polizei, da Letztere offensichtlich unbedingt noch ein Seitentransparent als Trophäe mit nach Haus nehmen wollte, was aber misslang. Und als ob das nicht gereicht hätte, wurden wieder mal Genossinnen und Genossen der FDJ verhaftet, mit dem Vorwand des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole (FDJ-Zeichen).

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Witziges Detail am Rande: Die Gegenkundgebung wurde nach der Ansicht einzelner wahnwichtelnden Facebookteilnehmer von den Illuminaten organisiert. Ja, muss man wissen!

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Teil 3

Am Abend fand in München Neuperlach noch eine Kundgebung der Nazipartei Die Rechte unter dem Motto „Keine IS-Kopfabschneider auf deutschem Boden – Widerstand jetzt!“ statt. Als Redner traten der Münchner KV-Vorsitzende Philipp Hasselbach und der Aktivist Hartmut Wostupatsch auf. Als ein Teil der Nazis, ganz deutsch, in dem von BIA-Kundgebungen mit Karl Richter bekannten roten japanischen Toyota ankamen, wurde die Einfahrt in ihr Gatter plötzlich von ein paar Antifaschisten blockiert, die zufällig auf der Straße lagen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie den Weg auf die andere Seite fanden, um dort einzufahren.

Der mehrfach vorbestrafte Hasselbach hetzte in seiner langweiligen Rede gegen den Islam und Moslems in Deutschland. Insbesonders witzig war, dass der wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung verurteilte Nazi-Aktivist schimpfte, dass Ausländer kriminell sind und Volksverhetzung begehen.

Während der ganzen Show hockte einer der Nazis im orangenen Anzug auf dem Boden und hinter ihm stand sein Kamerad mit einem Krummsäbel. Leider wurde auf die Köpfung letztlich verzichtet. Die Schreihälse der Partei redeten und schimpften an das deutsche Volk gerichtet, ihre einzigen Zuhörer waren aber ca. 70 Gegendemonstranten, die der Inhalt gar nicht interessierte und die meistens lauter waren.

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Teil 4

Und sonst so?`“ Die stationäre Versammlung der AnaRKomM dauerte von 11.00 Uhr – 16.00 Uhr, zählte insgesamt drei Teilnehmer und verlief entsprechend störungsfrei.“ (Abendzeitung)

Persönliche Anmerkung zum Thema Ukraine vs. Russland. Ich hatte Abends noch im Freundeskreis eine Diskussion dazu, wer schlimmer ist. Ich halte beide Seiten für nationalistisch und kriegstreibend, sehe aber bei der von der NATO, EU und USA unterstützten Ukraine das Hauptproblem. Ich mag die derzeitige Politik in Russland sowie Putin nicht, aber Fakt ist, dass die Gegner dem Land immer mehr auf die Pelle rücken und das Ziel in der Dominanz gegenüber Russland liegt. Letztlich ist es aber ein Kampf unter kapitalistischen Großmächten. Man kann beide Seiten in einen Sack stecken und drauf hauen, es trifft doch immer den Richtigen.

Josef A. Preiselbauer

3 comments

  1. Wow so viel in München an einem Wochenende. Deine persönliche Anmerkung teile ich absolut. Beim Thema Ukraine-Konflikt ist keiner von beiden Seiten gut. Beide sind brutal, dreckig, verlogen und ihnen geht es nur um Macht. Das wohle des Volkes in der Ukraine interessiert beide Seiten einen Dreck. Es ist ein reiner Machtkampf zwischen zwei pschopatischen Weltmächte.

  2. Deine Einschätzung Ukraine vs. Russland stimmt mit meiner Einschätzung überein. Problem nur, keiner versteht uns. Ich werde immer komisch angeschaut, wenn ich das jemanden erkläre bis hin, mich als Verschwörungstheoretiker abzustempeln. Nunja, ist nicht immer einfach mit den deutschen Hirnen … da haben die Hirnwäscher schon viel Schlimmes angerichtet.
    Dennoch ich hoffe, dass sich die imperialistischen Mächte diese Woche beginnen, auf eine dauerhafte Lösung für einen Frieden im Konfliktgebiet zu einigen. So langsam wird mir dieser Konflikt zu strahlend heiß …

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