Bagida in München, 16. März 2015

Ein Gastbeitrag von Friedericke und Karla aus München.

Es war wieder Montag und es war wieder Bagida in München. Diesmal ohne Michael Stürzenberger und die kreischende Ester, was man auch merkte, aber besser war es trotzdem nicht. Enttäuscht müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass ca. 200 Bagida-Anhängern deutlich weniger Gegendemonstranten und Gegendemonstrantinnen gegenüberstanden. Für eine Stadt mit 1,4 Millionen Einwohnern ein Armutszeugnis.

Auftaktkundgebung war auf dem Stiglmaierplatz, dort wurde die übliche Hetze gegen den Islam, gegen den „linksversifften Stadtrat“, Grüne als „Pädophiele“, Homosexuelle, die EU und alles andere Mögliche verbreitet. Der Widerspruch auf einem Plakat, auf dem der Islam dafür kritisiert wurde, das Homosexuelle hingerichtet werden, viel den Teilnehmern offensichtlich nicht auf. Dafür wurde davon schwadroniert, dass „wir Einheimischen umgevolkt werden“ und unser Land „mit anderen Kulturen geflutet wird“. Außerdem wollte man diesmal nicht „Nazis raus“ rufen. (Was wohl Stürzenberger dazu gesagt hätte?)

Außerdem konnten wir lernen, das Mütze tief ins Gesicht und Schal bis unter die Augen keine Vermummung ist, denn, so ergab die Rückfrage bei einem Polizisten, Vermummung muss dreiteilig sein und außerdem permanent, der Vermummte muss sich eine Identitätsfeststellung entziehen. Ah ja! Viele Linke sehen das sicher anders, die schon angezeigt werden, wenn sie nur mal in die Oberkante ihres Schal beißen. Nachdem der Vermummte, der auch Ordner war, dann aber massiv versucht hat die Pressearbeit zu behindern, griff die Polizei doch ein und zeigte ihm ein bisschen den warnenden Finger.

Die Demonstration selber ging über die Karlstraße, vorbei am Alten Botanischen Garten und wieder zurück zum Stiglmaierplatz. Dabei wurden Parolen gerufen wie „Hasta la vista, Antifaschista“, gegen die „Rotfaschisten“, „Maria statt Scharia“ und wie so oft „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“. In den Seitenstraßen machten immer wieder Antifaschist_innen ihrem Protest lautstark Luft, leider wurde dabei auch ein antifaschistisches Transparent von der Polizei einkassiert und ein Jugendlicher kurzfristig festgesetzt.

Auf Höhe das Alten Botanischen Gartens kam es dabei zu einer Eskalation, als Naziaktivisten der „Brigade Giesing“ Anstalten machten, Antifaschist_innen zu attackieren. Verletzt wurde dabei keiner. Die Polizei, welche die ganze Zeit hohe Präsenz gezeigt hatte, ließ sich währenddessen nicht blicken. Selbst ein vorbeifahrendes Polizeifahrzeig, welches deutlich darauf hingewiesen wurde, doch mal anzuhalten, fuhr anstandslos weiter. Nach etwa 10 min, als die Nazis schon in den Park geflüchtet waren, kamen mehrere USK-Einheiten an, die zwar kurz einen Blick in den Park warfen, aber die „Verfolgung“ sehr schnell wieder aufgaben. Stattdessen begann sie nun eben die Gegendemonstrat_innen, die kurz zuvor noch bedroht worden waren, abzufilmen. (Die tz schreibt dazu, die „Polizei nahm drei Randalierer fest“.)

Bei der Abschlusskundgebung von Bagida die selbe Hetze wie immer. Man bemühte sich auch halbherzig, sich von dem Überfall der Nazis auf Gegendemonstranten zu distanzieren, dass trotzdem bekannte Nazis bei Bagida mitliefen und mit Sprüchen wie „Rotfaschisten“ der Nährboden und das Rückzugsgebiet für diese Angriffe gelegt werden, das sollte uns selbstverständlich klar sein.

Fazit: Auch wenn Bagida von Woche zu Woche weniger werden, es gibt für uns noch viel zu tun. Der Protest muss auf der Straße stattfinden!

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Josef A. Preiselbauer

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