Demonstration gegen G7-Gipfel am 6. Juni in Garmisch

In Garmisch fand am heutigen Samstag die große Protestdemonstration gegen den G7-Gipfel in Schloss Elmau statt. Bereits auf dem Weg nach Garmisch konnten wir die im Wald versteckten Wasserwerfer betrachten. Diese sollten auch den Rest des Tages dort bleiben.

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Die Bewohner des Protestcamp liefen geschlossen zur Auftaktkundgebung. Dabei wurden sie von der Polizei begleitet, die zu dem Zeitpunkt noch eine Deeskalationsstrategie fuhr. So wurde nach der Aufforderung durch die Demoleitung auf dem führenden Polizeifahrzeug die Kamera eingefahren.

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Die Auftaktkundgebung selber fand in direkter Nähe zum Bahnhof statt. Von zwei Bühnen kamen Livemusik und Reden. Auf Grund der Wärme suchten viele Teilnehmer die schattigen Stellen an den Häusern aus.

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Die Demonstration sollte 14 Uhr starten. Es dauerte dann aber eine Stunde, bis es wirklich losging. Da kamen wieder die bayrischen Eigenarten zum tragen. Seitentransparente durften nur eine bestimmte Länge haben, nicht zusammengeknotet werden und sollten mit mehreren Metern Abstand gehalten werden. Bis die Polizei meinte, dass ihre Wünsche erfüllt wurden, dauerte es entsprechend, vor allem wusste eine Zeitlang niemand Bescheid, was eigentlich los ist. Außerdem konnte eine der Lautsprecherwagen nicht in die Demo gefahren werden.

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Irgendwann ging es dann doch los. Es nahmen über 5000 Menschen teil. Durch Garmisch, vorbei an jeder Menge interessierter Einwohner. Vernagelte Geschäfte habe ich nur vielleicht fünf gesehen. Es war alles recht entspannt. Die Demo lief auf der B2 stadtauswärts.

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50 Meter vor dem Platz für die Zwischenkundgebung war allerdings Schluss. Da wurden wiedermal eigenmächtig durch die Polizei die Vereinbarungen ignoriert.

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Bei der Zwischenkundgebung wurde ein Theaterstück ausgeführt, und da kam es dann zu einem schweren Zwischenfall, als die Polizei plötzlich in das Ende der Demonstration reinknüppelte und massiv Pfefferspray einsetzte. Angeblich, so der offizielle Twitteraccount der Polizei zu G7, wurde mit Feuerlöschern auf die Polizei gesprüht. Später hieß es dann von selber Stelle, dass eine mit Benzin gefüllte Flasche auf die Polizei geworfen wurde und deshalb der Pfeffersprayeinsatz nötig war. Und viel später dann: Es hat sich herausgestellt, das die Flüssigkeit in den Flaschen doch nicht brennbar war. Ach! War wahrscheinlich Apfelsaft. Dies führte also zu einem massiven und brutalen Einsatz, sogar Journalisten wurden mit der Faust ins Gesicht geschlagen und bedrängt. Aussage der Polizei zu einem Journalisten: „Wenn sie mich fotografieren, endet ihre Pressefreiheit hier.“

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Vermutlich war der Hauptgrund des Einsatzes das Ziel, die Demonstranten keinen Meter weiter kommen zu lassen. Dann hätte nämlich eine sehr wichtige Kreuzung blockiert werden können, die für die Zufahrt von Material zu Schloss Elmau nötig ist.

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Während die ganze Demo stand, wurde immer wieder von der Polizei versucht, Transparente einzukassieren. Logisch, dass sich das die Demonstranten nicht gefallen lassen wollten. Letztlich wurde dann doch eine Einigung zwischen Polizei und Demoleitung erreicht, und alle liefen die selbe Strecke zurück. Dabei kam es immer wieder zu Rangelein, da um den antikapitalistischen Block die Polizei in Zweierreihen lief und das mit direkten Körperkontakt zu den Menschen in der Demo.

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Das Ende der Demonstration hatte gerade den Ort der Abschlusskundgebung erreicht, als ein schweres Gewitter mit Platzregen losbrach. Damit war die Sache zu Ende. Viele retteten sich in die Bahnhofsunterführung. Inzwischen ging auch das Gerücht rum, dass das Camp evakuiert / geräumt wird. Die Camporganisatoren dementierten das aber umgehend. Sie starteten einen offensichtlich erfolgreichen Aufruf an die Garmischer Bürger, weil viele Menschen einen trockenen Platz suchten.

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Nach meinem aktuellen Wissensstand gab es am Abend keine weiteren Zwischenfälle. Nach Angaben der Polizei wurden sieben Polizisten verletzt. Auf meine Frage, wie viele Demonstranten denn verletzt wurden, kam keine Antwort.

Kurzfristig erreichte uns noch die Meldung, das die genehmigte Minidemonstration mit maximal 50 Teilnehmern direkt bei Schloss Elmau für den Sonntag nun doch nicht genehmigt ist.

Josef A. Preiselbauer

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