Horst Seehofer zu Besuch in Attaching, Diskussion um Ausbau des Flughafen mit einer dritten Startbahn

Im Gebiet um den Flughafen München (MUC) ist der Bau einer dritten Startbahn ein hochumstrittenes Thema. Das sieht man unter Anderem daran, dass in ganz Bayern nur drei CSU-Ortsverbände dagegen sind, die der Gemeinden um den Flughafen herum. Bei einer Volksabstimmung votierte die Mehrheit gegen die dritte Startbahn. Ironie der Geschichte ist, dass dazu nicht die Menschen der betroffenen Gemeinden um den Flughafen befragt wurden, sondern nur die Münchner Einwohner, da der Flughafenbetreiber in München sitzt. Diese Abstimmung ist inzwischen drei Jahre her und die CSU-Landesregierung fühlte sich nur ein Jahr daran gebunden. Inzwischen hat das Bundesverwaltungsgericht den Bau genehmigt. Theoretisch könnte es also sofort losgehen.

Bayerns Ministerpräsident besuchte heute eine der am stärksten vom Ausbau betroffenen Gemeinden, Attaching, zur Stadt Freising gehörend. Hunderte Einwohner erwarteten ihn. Anwesend waren ebenfalls der Landrat von Freising, Josef Hauner, der Oberbürgermeister von Freising, Tobias Eschenbacher, sowie der Kopf des Aktionsbündnisses AufgeMUCkt, Hartmut Binner.

Seehofer kam mit fast einer Stunde Verspätung. Er hatte sich vorher in Attaching einige Stellen persönlich angeschaut, auch um mal zu erleben, wie es ist, wenn die Flugzeuge nur 50 Meter über dem Kopf hinwegfliegen.

Vor dem Sportheim Attaching sprachen Hauner, Eschenbacher und Binner. Anschließend Seehofer, der sich dafür bedankte, dass der Widerstand friedlich erfolgt. Er will einen offenen und objektiven Dialog und legt Wert auf Argumente statt auf Lobbyismus. Inwieweit das glaubhaft ist, muss jeder für sich entscheiden. Seehofer weckte bei den Menschen Hoffnungen, als er davon sprach, dass sich aus Zahl der aktuellen Flugbewegungen keine Notwendigkeit einer dritten Startbahn ergibt. Er möchte allerdings noch dieses Jahr noch Klarheit haben. Eine Entscheidung sei also noch 2015 zu erwarten.

Anschließend konnten einige der Anwesenden ihre Meinung dazu sagen. Eine Frau aus Pulling (Einflugschneise Flughafen) zeigte zwei Luftfilter, einer davon war pechschwarz. Ein Freisinger erklärte, dass bei 150 Tagen Ostwind im Jahr die ganzen Abgase nach Freising geweht werden. Ein 13-jähriger fragte Seehofer, wo sie denn noch draußen Fußball spielen können, wenn die dritte Startbahn gebaut werden sollte. Ein anderer Einwohner sprach über die Lärmbelastung in der Umgebung und das durch die dritte Startbahn der Naherholungseffekt im Freisinger Süden noch mehr zerstört wird. Eine Freisinger Mutter erläuterte, dass mit dem Flughafen ein höherer Schallpegel entsteht, als nach Baurecht für eine Baustelle zulässig wäre.

Seehofer will alle Argumente prüfen. Er meinte, ohne eine dritte Startbahn hätte sich die Diskussion sowieso erledigt. Jedesmal, wenn währenddessen ein Flugzeug neben Attaching startete, war Seehofer kaum zu verstehen.

Im Anschluss an die Kundgebung vor dem Sportlerheim unterhielt sich Seehofer drinnen mit einigen besonders stark betroffenen Menschen.

Persönlich muss ich dazu sagen, ich wohne in Freising Lerchenfeld, ich kann den Flughafentower sehen, die derzeit nördliche Startbahn ist von meinem Haus 4000 Meter entfernt. Ich höre oft den Fluglärm, wenn von Westen eine Schlechtwetterfront kommt, fliegen die Flugzeuge sogar direkt über mein Haus. Ich denke, dass die dritte Startbahn gebaut wird. Meine Erfahrungen sagen mir, dass letztlich wirtschaftliche Interessen immer über dem Wohlergehen der Menschen Vorrang bekommen.

Josef A. Preiselbauer

1 comment

  1. Da hilft nur zukünftig sein Kreuz auf dem Wahlschein nicht mehr bei der CSU zu machen oder seine Koffer zu packen und den Freistaat zu verlassen.Letzteres ist meist nicht so einfach wg.der Arbeitsstelle und der Preis für das Haus welches man evtl. verkaufen muss ist bestimmt auch nur noch ein schlechter Witz

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