Pegida wieder in München

Nach 2 Monaten lief gestern erstmals Pegida wieder durch München. Die Pause hatten sie eingelegt, da es eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Stadt München gab. Das KVR München hatte Auflagen verfügt, dass die montäglichen Kundgebungen und Demonstrationen von Pegida nicht so sehr belastend für die Anwohner und Geschäftsleute sind, sowohl am Odeonsplatz, als auch fast täglich am Marienplatz.

Auftakt war am Montag wieder vor der Feldherrenhalle auf dem Odeonsplatz. Gleich zu Beginn fiel Rolf H., wie so oft, auf, der sich Fotografen direkt vor die Linse stellte um sie am fotografieren zu hindern. Er musste mehrmals von der Polizei darauf hingewiesen werden, das zu lassen. (Zu Rolf H. komme ich noch mehrmals im Folgenden.) Bei Pegida hat man immer Angst, das jemand Potraitaufnahmen von ihnen anfertigen könnte, aber einer der Fotografen von Pegida lief selber mit einem 600mm Tele rum. Ach!

Redner waren Dorothea „Doro“ Hohner, Alfred Röck und Stephane Simon. Wie Endstation Rechts dazu schrieb: „Alle drei Reden vor dem Spaziergang kennzeichneten sich durch einen extrem vulgären und beleidigenden Ton. Einzelne Gegendemonstranten wurden gezielt angesprochen und unter der Gürtellinie attackiert.“ Zitat von Simon, welches das ganze Niveau seiner Reden zusammenfasst: „Merkel, Du Arschloch, halt die Fresse!“

Ab 20:30 drehte Pegida eine Runde durch die Innenstadt, begleitet von lautem Protest. Kurz vor dem Karolinenplatz ab es eine Sitzlockade durch Gegner_innen von Pegida. Die Polizei statuierte dort ein Exempel. Mit brutaler Gewalt wurde die Blockade geräumt, dabei einer jungen Frau wahrscheinlich die Nase durch mehrere Faustschläge eines Polizisten gebrochen. Bei 24mmjournalism.com gibt es Bilder von dem Vorfall. Die Blockierer wurden anschließend gekesselt, und die Pesonalien aufgenommen. Das dauerte fast 3 ½ Stunden!

Pegida konnte inzwischen weiterwandern, wurde aber noch mehrmals durch kleinere Blockaden aufgehalten. Am Schlusspunkt, wieder auf dem Odeonsplatz, als Pegida ankam, fiel Rolf H. wieder auf, als er einer älteren Gegendemonstrantin versuchte ein Schild zu entreißen.

Die Kundgebung dort dauerte dann noch bis fast Mitternacht. Stephane Simon hetzte wieder, es wurden Videos gezeigt, und irgendwann saßen die verbliebenen von Pegida auf Stühlen und futterten Popcorn.

Am nächsten Tag wurde bekannt, dass Pegida kurzfristig für jeden Tag in München eine Kundgebung angemeldet hat. Am Dienstag fand diese auf dem Marienplatz statt. Es wurde mehrfach der Muezzinruf gespielt und andere arabische Musik, damit wollte Pegida zeigen, wie es angeblich in einigen Jahren bei uns ausschauen wird. In Diskussionen mit Passanten zeigte sich oft der offene Rassismus von Pegida.

Ich fragte zwei von Pegida, wie das denn mit ihrer angeblichen Gewaltfreiheit ist, wenn sie auf der Demonstration rufen: „Knüppel raus“, mit dem Wunsch, die Polizei möge die Antifa verprügeln, und warum sie immer wieder Nazis mitlaufen lassen. Auf solche Nachfragen kommen wie immer nur schwammige Ausflüchte. Immerhin hatte Pegida am Montag das Logo der extrem rechten Identitären Bewegung an ihrem Rednerpult kleben und es waren wieder bekannte Nazis dabei, teilweise sogar am Fronttransparent.

18 Uhr hatte Pegida schon eingepackt, ich schaue gerad ein eine andere Richtung, als Rolf H. neben mir auftauchte, mich mit einem gebrauchten Taschentuch von ihm bewarf und mich anspuckte. Was für ein widerliches Subjekt…

Josef A. Preiselbauer

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