Milo Yiannopoulos

Gerd Buurmann hat in seinem Blog Tapfer im Nirgendwo, welches ich gerne lese, einen Artikel über Milo Yiannopoulos veröffentlicht, in dem er ihn, sagen wir es ruhig mal so, lobt. Über Milo Yiannopoulos schreibt er:

Milo Yiannopoulos weiß, wovon er redet. Würde er erst einmal anfangen, sich im Sinne einer identitären Bewegung zu definieren, wäre eine schizophrene Identitätskrise vorprogrammiert. Er ist ein britischer, homosexueller, prakitizierender Katholik mit einem griechischen Vater und einer jüdischen Mutter, der in den Vereinigten Staaten von Amerika lebt. Wenn er sich selbst identifizieren muss, sagt er einfach: „Ich bin Amerikas gefährlichste Schwuchtel.“

Milo Yiannopoulos gehört zu der so genannten Alt-Right-Bewegung und ist einer der bekanntesten Autoren des rechten Blog „Breitbart“, welches schon durch so genannte Fake News aufgefallen ist.

Aus dem verlinkten Tagesschauartikel:

Bloomberg-Journalist Joshua Green, der sich intensiv mit „Breitbart News“ befasst hat: „Breitbart veröffentlicht viele Sachen, die rassistisch sind, antisemitisch, weit weit außerhalb der Grenzen, die in der US-Politik als akzeptabel angesehen werden.“

Der wohl entscheidende Kopf hinter Breitbart ist Stephen Bannon, inzwischen bekannt als Berater und politischer Chefstratege des aktuellen US-Präsidenten Donald Trump.

Aber weder um Bannon, noch um Trump, soll es hier gehen, sondern um Milo Yiannopoulos. Der (angeblich) jüdische britische, homosexuelle, prakitizierende Katholik. Bei sovielen Adjektiven denkt man doch, das muss ein vernünftiger Mensch sein. Warum eskalieren dann derart die Proteste gegen einen Vortrag von ihm an der US-Universität Berkeley?

Das die Proteste auf einem nicht mehr vertretbaren Level eskaliert sind, da gebe ich Gerd Buurmann von Tapfer im Nirgendwo sogar Recht. Aber was mich stört, ist seine eher positive Sichtweise auf Milo. Ich musste selber erst mal nachschauen, was Milo denn für ein Mensch ist, und was ich gefunden habe, lässt alle Sympathien für den Menschen erlöschen. Eigentlich würde es schon reichen, auf den Artikel „A Troll Is Born“ in der Jungle World zu verweisen. Da die Jungle World jedoch auch eine sehr polarisierende Zeitung ist, habe ich noch ein paar andere Seiten gesucht.

Die FAZ nennt ihn einen „Zeremonienmeister des Hasses“.

Die Welt des Milo Yiannopoulos, ein schwuler Katholik, ist so klar umgrenzt wie seine Feindbilder: Toleranz ist ein Zeichen von Schwäche, Gleichberechtigung Selbstbetrug, political correctness eine absurde Einschränkung der Meinungsfreiheit, der man allein mit größtmöglicher Provokation und viriler Manneskraft begegnen kann. (…) Schon damals bezeichnete er sich als „Kulturlibertären“ und „Fundamentalisten für die freie Rede“, der gegen die „autoritären“ Ideologien der „regressiven Linken“ kämpfte und immer häufiger durch Skandale von sich reden machte, weil er öffentlich gegen Frauenrechte eintrat.

Das schwule News-Portal Queer.de schreibt:

Der in Athen geborene Yiannopoulos hatte in Großbritannien eine Karriere in katholischen Medien gemacht und war etwa vor wenigen Jahren, damals noch recht brav und bieder, in Talkshows aufgetreten, um sich gegen eine Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare auszusprechen.
Inzwischen ist er, nach einer Verwandlung zu einer andauernd mit krassen, hetzerischen Aussagen die öffentliche Aufmerksamkeit suchende, sich extrem schrill inszenierende „Schwuchtel“ (so die Eigenbezeichnung „Faggot“) zu einem Shooting-Star der Neurechten weltweit und besonders in den USA geworden, wo er für „Breitbart News“ schreibt und vor allem antifeministische und islamophobe Stimmungsmache betreibt. Auch über Lesben und Transgender machte er sich in einem vermeintlichen Kampf gegen „politische Korrektheit“ lustig.
(…)
Der „Guardian“ kommentierte dazu, in Wirklichkeit kämpfe er für das Recht, marginalisierte Gruppen derart online zu schikanieren und zu beschimpfen, dass sie sich zurückziehen und auf ihr Recht zur Meinungsäußerung verzichten.

Man kann die Proteste gegen Milo durchaus kritisieren. Aber ich persönlich halte diesen Menschen für ein Arschloch.

Josef A. Preiselbauer

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