Berlin: Al Quds Tag & No Al Quds Tag

Letzten Freitag fand in Berlin der Al-Quds-Tag statt. An dem Tag, initiiert durch das iranische Regime, fordern Muslime weltweit die „Befreiung“ Jerusalems, was letztlich in antisemitischen und israelfeindlichen Demonstrationen endet.

In Berlin findet dieser Tag auch regelmäßig statt. Dagegen hat sich das Bündnis No-Al-Quds-Tag formiert, an dem viele israelfreundliche Gruppierungen, politische Organisationen und auch Einzelpersonen teilnehmen.

Die Demonstration gegen den Al-Quds-Marsch begann am George-Grosz-Platz. Ein Rabbi führte ein Gebet durch, und mehrere Redner_innen sprachen. Berlins Innnensenator Andreas Geisel zog den Unmut der Anwesenden auf sich, als er erklärt, dass man den Al-Quads-Marsch leider zulassen müsse, weil das in einer Demokratie nun mal so sein muss. Klare Worte dagegen fand Volker Beck, auch an anwesende AFD-Mitglieder gerichtet, als er sagte, das Motto des Al-Quds-Marsch „Gegen Zionismus und Antisemitismus“ sei eine Camouflage, genauso wie die angebliche Israelfreundlichkeit der AfD.

Die anschließende pro-israelische Demonstration führte über den Kudamm in Richtung Gedächtniskirche. An ihr nahmen ca. 800 Menschen teil und tanzten teilweise zur Musik.

Gleichzeitig versammelten sich die Teilnehmer_innen des Al-Quds-Marsch am Adenauerplatz. Dem gegenüber, auf der anderen Seite der Kreuzung, fand eine antifaschistische Kundgebung statt.

Unter den Teilnehmer_innen des Al-Quds-Tag befanden sich auch Mitglieder der Partei „Deutsche Mitte“ mit Christoph Hörstel. Ebenfalls unter den Menschen war Claus Strunz, bekannt von SAT 1, der dort mit Kippa auf dem Kopf auftauchte und Diskussionen suchte.

Die Redner beim Al-Quds-Tag betonten immer wieder, dass sie nichts gegen Juden haben, nur gegen Zionisten, Zionismus, und das zionistische Gebilde Israel. Das kam auch auf vielen Schildern zum Ausdruck. Wenn man natürlich weiß, dass der Staat Israel als sichere Heimstatt der Jüdinnen und Juden, in dem auch 20% der Bevölkerung arabisch ist, dass also dieser Staat erst durch den Zionismus entstanden ist, kann man alle Parolen gegen Zionismus eindeutig als Parolen gegen Israel werten. Was mit den Jüdinnen und Juden in einem arabischen / palästinensischen Land passiert, welches nicht Israel heißt, hat Tuvia Tenenbom mal beschrieben:

Was würde in diesem Land passieren, wenn seine Juden die Minderheit wären? Nun, wie ein europäischer Menschenrechtler zu mir sagte, besteht die „Möglichkeit“, dass die Juden möglicherweise leiden würden …
Sie wissen, was er mit „leiden“ meint, nicht wahr?

Man muss sich nur mal die Frage stellen, in wie vielen arabischen Ländern leben heute Jüdinnen und Juden sicher vor Verfolgung?

Doch zurück zum Al-Quds-Tag in Berlin. Bei der anschließenden Demonstration, ebenfalls auf dem Kurfürstendamm zur Gedächtniskirche, nahmen mehrere hundert Menschen teil. Zwar waren Hisbollah-Fahnen und –Parolen inzwischen verboten, trotzdem wirkte diese Demonstration in ihrer Gesamtheit aggressiv. Die Parole „Kindermörder Israel“ war mindestens zweimal zu hören, hier mussten die Ordner einschreiten und das unterbinden.

Am Straßenrand waren immer wieder israelische Fahnen zu sehen als Protest gegen den Al-Quds-Marsch.

Am Breitscheidplatz, auf dem im letzten Dezember durch einen islamischen Terroristen mehre Menschen getötet oder schwer verletzt wurden, legte der Al-Quds-Marsch eine Schweigeminute ein. Wie scheinheilig das war, konnte man daran erkennen, dass behauptet wurde, diese Tat wurde durch einen IS-Terroristen durchgeführt, also einen amerikanischen Dschihadisten. Denn die Teilnehmer sind fest davon überzeugt, dass nicht nur Israel ein Terrorstaat ist, sondern der IS auch eine amerikanische Organisation.

Auf dem Wittenbergplatz war die Demonstration dann zu Ende und so langsam verstreuten sich die Teilnehmer_innen. Am Rande hörte ich noch, dass die Antifa mit den Israelfahnen für den heutigen 3000 Euro bekommen…

Josef A. Preiselbauer

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