Ist Fotografie rassistisch?

In einem Interview mit dem Tagesspiegel sagt Natasha A. Kelly:

Rassismus betrifft alle Disziplinen und alle Fächer und es gibt große Wissenslücken diesbezüglich. Ich habe mich vor Kurzem mit einem Physiker über das Thema unterhalten. Er glaubte, dass Rassismus die Physik nicht betreffe. Doch er irrt sich. Wenn wir etwa die Technik der Fotografie anschauen: Die Belichtungstechnologie wurde für weiße Haut entwickelt. Das ist eine Normsetzung, wie es sie in zahlreichen anderen Bereichen auch gibt, ohne dass das vielen Menschen bewusst wäre.

(Hervorhebung von mir)


Schüler in Florida (Valle), Kolumbien,
Bildquelle: commons.wikimedia,
Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 IGO license.

Natürlich unterstellt das Fotograf_innen nicht, dass sie rassistisch wären. Aber ich habe auch festgestellt, es ist deutlich schwerer, schwarze Menschen zu fotografieren als weiße. Gestern war ich zu einer kleinen Party im Flüchtlingsheim Freising, wie immer auch mit Kamera. Die Menschen dort freuen sich, wenn sie Fotos bekommen, die gut gemacht sind. Unter Anderem waren wir bei ein paar Menschen aus dem Senegal, dabei waren auch kleine Kinder. (Fotos kann ich an dieser Stelle nicht zeigen, Persönlichkeitsrechte und so.)

Eine Portraitaufnahme ist da noch relativ easy. Aber schon dort sieht man weniger Details als bei einem weißen Menschen. Bei einer Gruppe schwarzer Menschen vor hellem Hintergrund, Küchenmöbel zum Beispiel, sind die Helligkeitsunterschiede so hoch, so dass entweder das Gesicht des Menschen zu dunkel wird oder der Hintergrund überbelichtet. Im Gegensatz zum menschlichen Auge und Gehirn, welches diese Abstufungen problemlos kompensiert, wird das in der Fotografie schwieriger. Ein Kamerasensor hat nicht so einen hohen Dynamikumfang, wie es dafür nötig wäre. Eine besondere Herausforderung ist es, wenn sich schwarze und weiße Menschen gemeinsam fotografieren lassen. Hier hilft nur noch das nachjustieren mit Lightroom, indem man den Tiefenregler aufzieht.

Ist das nun eine rassistische Einstellung der Kameraindustrie? Bewusst bestimmt nicht. Allerdings ist es wirklich so, dass die automatische Belichtungssteuerung sich eher auf die hellen Bereiche einstellt. Probiert es selber mal aus. Fotografiert mal eine Gruppe mit schwarzen und weißen Menschen, dann werdet ihr sehen, dass die Weißen deutlich besser erkennbar sind als die Schwarzen.

Kurdische Demonstration in München

Am gestrigen Samstag, den 3. Februar 2018, fand in München eine große kurdische Demonstration statt. Das derzeit bewegende Thema ist der illegale Einmarsch der türkischen Armee in die nordsyrische Provinz Afrin, mit dem Ziel, die dortige kurdische Selbstverwaltung zu zerstören. Internationale Kritik an dem türkischen Vorgehen, auch mit von Deutschland gelieferten Panzern, kommt nur sehr wenig.

An der Kundgebung und Demonstration nahmen bis zu tausend Menschen teil. Beginn war am Stachus, mit mehreren Reden von Vertreter_innen kurdischer und deutscher linker Organisationen. Die laut und kraftvolle Demonstration zog anschließend durch die Münchner Innenstadt bis zum Odeonsplatz.

Am Rande auf dem Stachus kam es zu einzelnen türkischen Provokationen, bei denen auch der faschistische Wolfsgruß und das islamistische R4bia-Zeichen (4 Finger) gezeigt.

Tag am Meer

Es hat mich heute an die friesische Küste der Niederlande verschlagen. So blau wie auf dem Foto…

…sah das Meer leider nicht aus.

Aber erstmal, kurz vor der Küste, gab es ein Mahnmal für Widerstandskämpfer. Ich habe es zufällig auf dem Weg gefunden. (Google Maps)

Aber nun ans Meer. Ich habe den Küstenabschnitt zwischen Holwerd und Lauwersoog besucht.

Stürmisch, gelegentlich Regen und ein grauer Himmel. Zum Zeitpunkt des Höchststandes der Flut kam ich an. Strand gibt es da leider nicht wirklich, denn die ganze Küste ist ein großer Betondeich. Und hinterm Deich das Wattenmeer. Es war trotzdem spannend. 3 Stunden später war ich noch mal am ersten Ort, da stand das Wasser schon deutlich tiefer und man sah den Wattboden herausschauen. Am Horizont sieht man die großen Inseln Ameland und Schiermonnikog.

KZ Bergen-Belsen

„Das Bild dessen, was Menschen Menschen antun, um sie zu peinigen, zu erniedrigen, zu vernichten, sie in krankem und gesundem Zustand auszubeuten, in ihrem Alter, ihrer Kindheit, ihrem Siechtum, und zwar ununterbrochen, in jeder einzelnen Minute – dieses Bild kann selbst dem eingefleischtesten Menschenfeind den Atem rauben, der glaubte, keine menschliche Niedertracht sei ihm fremd.“ (Stanislaw Lem)

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen war ein nationalsozialistisches Konzentrationslager im Ortsteil Belsen der Gemeinde Bergen im Kreis Celle (Provinz Hannover, heute Niedersachsen).

Das Lager entstand aus Baracken, die bis 1939 als Unterkünfte für Arbeiter dienten, die den Truppenübungsplatz in Bergen errichtet hatten. Die Baracken wurden nach Kriegsbeginn bis Januar 1945 von der Wehrmacht in ein Lager für belgische und französische, dann auch für sowjetische Kriegsgefangene umfunktioniert.
1943 übernahm die SS einen Teil des Lagers und nutzte es als „Aufenthaltslager“ für „Austauschjuden“, jüdische Häftlinge, die gegen deutsche Zivilinternierte im Ausland ausgetauscht werden sollten. Später kamen ein Männer- und ein Frauenlager für kranke und arbeitsunfähige Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern hinzu. Ab März 1944 wurden weitere Zehntausende Häftlinge aus frontnahen Konzentrationslagern in das KZ Bergen-Belsen verlegt.
Bis zur Befreiung des Lagers durch britische Truppen am 15. April 1945 starben im KZ Bergen-Belsen mindestens 52.000 Häftlinge aufgrund der Haftbedingungen. Für Tausende war es eine Durchgangsstation in Vernichtungslager.

Textquelle: Wikipedia. ((Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar))

Webseite der Gedenkstätte: http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/

CSD 2017 in München

Am Samstag, den 15. Juli 2017, fand in München der Christopher Street Day unter dem Motto „Für gleiche Rechte. Gegen Rechts“ statt. Tausende Menschen feierten und demonstrierten in einem 4 Kilometer langen Zug mit fast 150 verschiedenen Gruppen und Fahrzeugen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-Sexuellen, Trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Darunter auch viele große Konzerne wie Microsoft oder Google, die im süddeutschen Raum einen Seitz haben.

Über einhunderttausend Menschen säumten die Straßen und feierten mit. Es war eine riesige fröhliche Party. Unter der Unzahl Fotos die da entstanden habe ich versucht, die besten Bilder rauszusuchen, um sie Euch zu zeigen.

Demonstration gegen die Münchner NATO-Sicherheitskonferenz

In München fand dieses Wochenende wieder die NATO Sicherheitskonferenz (Siko) statt, zu der sich Waffenhersteller, Politiker und andere treffen, um darüber in informellen Gesprächen zu beraten, wie sie noch mehr Frieden Krieg schaffen können. Selbstverständlich gab es auch wieder, wie jedes Jahr, Gegenproteste.

Bereits am Mittwoch gab es eine kleinere Demonstration vom Stachus zum Bayrischen Hof, dem Hotel, in dem die Konferenz stattfindet.

Am Samstag versammelten sich mehrere tausend Teilnehmer auf dem Stachus zur Auftaktkundgebung. Thema war dieses Jahr Gegen die NATO-Kriege, Refugees welcome. Die Demonstration verlief dann über den Odeonsplatz zum Marienplatz, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Insgesamt nahmen über 4000 Menschen teil, auch von außerhalb Münchens, darunter auch viele Kurdinnen und Kurden.

Der Tag verlief mehrheitlich friedlich, neben der Feldherrenhalle kam es jedoch zu einem rabiaten Vorgehen der Polizei gegen den internationalistischen Block, als dort eine Rauchfackel gezündet wurde. Die Polizei versuchte mehrfach in die Demo reinzudrängen. Es wurden mehrere Jugendliche festgenommen.

Außerdem tauchten einige rechte wahnwichtelnde Endgamespinner um Kathrin Oertel (Ehemals Pegida-Frontfrau) auf. Anfangs wurden sie von einem antifaschistischen Block aus der Kundgebung auf dem Stachus rausgedrängt, die Polizei musste die dann die ganze Zeit bewachen. Während der Demo liefen sie hinterher und am Ende, am Marienplatz, standen sie auch die ganze Zeit deppert abseits unter Polizeischutz.

Zu einem Zwischenfall auf dem Marienplatz kam es, als zwei ältere Frauen ein antisemitisches fremdenfeindlches Transparent mit der Aufschrift „Zionist Puppet Regime Soros Rapefugee NGO“ hielten. Nach dem lauten und massiven Protest durch einige Umstehende mussten sie es letztlich wieder einpacken. Ansonsten hielten sich die von der Demo gegen die Siko gewöhnten antisemitischen Schilder zurück, sogar der berühmte Münchner Krake war diesmal nicht zu sehen.