Linksextrem in Hessen

Die FDP hat im Hessischen Landtag eine kleine Anfrage gestellt.

Wie viele (Gegen-)Demonstrationen und Kundgebungen unter Beteiligung von Vereinen, Gruppierungen oder Parteien aus dem linksextremen Spektrum gab es in den Jahren 2014 bis einschließlich des ersten Halbjahrs 2017 in Hessen? Bitte insbesondere Datum, Ort, Anmelder der Veranstaltung, Name bzw. Bezeichnung der teilnehmenden linksextremen

Die Beantwortung könnt ihr Euch hier direkt anschauen: http://starweb.hessen.de/cache/DRS/19/2/05132.pdf

Anbei ist in dem Dokument auch eine Liste aller bekannten Veranstaltungen und der Veranstalter. Als VVN-Mitglied finde ich es dabei insbesondere interessant, dass auch diverse öffentliche Veranstaltungen der VVN als linksextrem eingestuft werden.

In Hessen wurden für die Jahre 2014 bis 2017 197 Veranstaltungen bekannt, die nachweislich unter Beteiligung von Vereinen, Gruppierungen oder Parteien stattfanden, die das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen als linksextremistisch bewertet.

Darunter fallen:

  • Gedenkveranstaltung des VVN-BdA anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennung durch Nationalsozialisten
  • Gedenkveranstaltung des VVN-BdA anlässlich des 70. Jahrestages des missglückten Attentates auf Adolf Hitler
  • Friedensfest zum 70. Jahrestag der Befreiung von Faschismus und Krieg
  • Veranstaltung: „8.Mai 2015: Fest der Befreiung“
  • Kundgebung zum Thema „Erinnerung an Widerstand in Ghettos, Kz’s Vernichtungslagern bis 1945“
  • Mahngang/ Demonstration zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938
  • Gedenkveranstaltung der VVN-BdA in Ffm. anl. des Jahrestages der Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz-Birkenau

Also, das Gedenken an die Befreiung von Auschwitz oder die Befreiung am 8. Mai 1945, gilt im Bundesland Hessen als linksextreme Veranstaltung. Wisst ihr Bescheid, ja?

Ist Fotografie rassistisch?

In einem Interview mit dem Tagesspiegel sagt Natasha A. Kelly:

Rassismus betrifft alle Disziplinen und alle Fächer und es gibt große Wissenslücken diesbezüglich. Ich habe mich vor Kurzem mit einem Physiker über das Thema unterhalten. Er glaubte, dass Rassismus die Physik nicht betreffe. Doch er irrt sich. Wenn wir etwa die Technik der Fotografie anschauen: Die Belichtungstechnologie wurde für weiße Haut entwickelt. Das ist eine Normsetzung, wie es sie in zahlreichen anderen Bereichen auch gibt, ohne dass das vielen Menschen bewusst wäre.

(Hervorhebung von mir)


Schüler in Florida (Valle), Kolumbien,
Bildquelle: commons.wikimedia,
Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 IGO license.

Natürlich unterstellt das Fotograf_innen nicht, dass sie rassistisch wären. Aber ich habe auch festgestellt, es ist deutlich schwerer, schwarze Menschen zu fotografieren als weiße. Gestern war ich zu einer kleinen Party im Flüchtlingsheim Freising, wie immer auch mit Kamera. Die Menschen dort freuen sich, wenn sie Fotos bekommen, die gut gemacht sind. Unter Anderem waren wir bei ein paar Menschen aus dem Senegal, dabei waren auch kleine Kinder. (Fotos kann ich an dieser Stelle nicht zeigen, Persönlichkeitsrechte und so.)

Eine Portraitaufnahme ist da noch relativ easy. Aber schon dort sieht man weniger Details als bei einem weißen Menschen. Bei einer Gruppe schwarzer Menschen vor hellem Hintergrund, Küchenmöbel zum Beispiel, sind die Helligkeitsunterschiede so hoch, so dass entweder das Gesicht des Menschen zu dunkel wird oder der Hintergrund überbelichtet. Im Gegensatz zum menschlichen Auge und Gehirn, welches diese Abstufungen problemlos kompensiert, wird das in der Fotografie schwieriger. Ein Kamerasensor hat nicht so einen hohen Dynamikumfang, wie es dafür nötig wäre. Eine besondere Herausforderung ist es, wenn sich schwarze und weiße Menschen gemeinsam fotografieren lassen. Hier hilft nur noch das nachjustieren mit Lightroom, indem man den Tiefenregler aufzieht.

Ist das nun eine rassistische Einstellung der Kameraindustrie? Bewusst bestimmt nicht. Allerdings ist es wirklich so, dass die automatische Belichtungssteuerung sich eher auf die hellen Bereiche einstellt. Probiert es selber mal aus. Fotografiert mal eine Gruppe mit schwarzen und weißen Menschen, dann werdet ihr sehen, dass die Weißen deutlich besser erkennbar sind als die Schwarzen.

Kurdische Demonstration in München

Am gestrigen Samstag, den 3. Februar 2018, fand in München eine große kurdische Demonstration statt. Das derzeit bewegende Thema ist der illegale Einmarsch der türkischen Armee in die nordsyrische Provinz Afrin, mit dem Ziel, die dortige kurdische Selbstverwaltung zu zerstören. Internationale Kritik an dem türkischen Vorgehen, auch mit von Deutschland gelieferten Panzern, kommt nur sehr wenig.

An der Kundgebung und Demonstration nahmen bis zu tausend Menschen teil. Beginn war am Stachus, mit mehreren Reden von Vertreter_innen kurdischer und deutscher linker Organisationen. Die laut und kraftvolle Demonstration zog anschließend durch die Münchner Innenstadt bis zum Odeonsplatz.

Am Rande auf dem Stachus kam es zu einzelnen türkischen Provokationen, bei denen auch der faschistische Wolfsgruß und das islamistische R4bia-Zeichen (4 Finger) gezeigt.

Warum Chanukka besser ist als Weihnachten

Mal wieder rausgesucht, ursprünglich gefunden im Usenet.

Warum Chanukka besser ist als Weihnachten

Dieses Jahr begann Chanukka schon Anfang Dezember, das soll aber kein Grund sein, nicht 13 Gründe zu benennen, warum Chanukka besser ist als Weihnachten. Die Quelle der folgenden Liste ist die jüdische Studentenzeitschrift „Chuzpe“ aus Frankfurt von wannweißichnicht.

  1. Man muss nicht Tage damit verbringen, die Tannennadeln aus dem Teppich zu picken.
  2. Man muss nicht bis nach Neujahr von der Weihnachtsgans essen.
  3. Judah ha-Makkabi ist ein noch viel komischerer Kauz als Knecht Ruprecht.
  4. „Maoz Tsur“ schlägt „Stille Nacht“ um Längen.
  5. Du brauchst keine Angst zu haben, dass der Chanukaleuchter in Flammen aufgeht.
  6. „Heino“ singt keine Chanukalieder.
  7. Du musst kein Lametta an den Chanukaleuchter schmeissen, das dir dann ständig unter den Schuhen klebt.
  8. Einen Chanukaleuchter kann man viel leichter ins Fenster stellen als einen Weihnachtsbaum.
  9. Dein Vater zieht sich nicht an wie der Oberrabbiner und behauptet, er sei durch den Kamin ins Haus gekommen.
  10. Es gibt keine ungenießbaren Billigschokoladenchanukamaenner
  11. Du hast nicht Tage und Wochen lang Stress, dein Chanukaessen vorzubereiten (Das heben wir uns alles für Pessach auf).
  12. Der Bundespräsident hält keine Chanuka-Ansprache.
  13. Du musst nicht befürchten, dass Chanuka auf ein Wochenende faellt.


(Bildquelle: Wikipedia, CC BY 3.0 DE, Fotograf: Michael Kauffmann)

Münchner Stadtrat fasst Anti-BDS-Beschluss

In der heutigen Vollversammlung hat der Münchner Stadtrat mit großer Mehrheit die Israel-Boykott-Kampagne (BDS) sanktioniert und der Verwaltung die „Arbeitsdefinition Antisemitismus“ vorgeschrieben. Der Vertreter der NPD-Tarnorganisation BIA, die rechtskonservative ÖDP, die Linkspartei und ein kleinerer Teil der Grünen stimmten dagegen.

Zum Artikel: Münchner Stadtrat fasst Anti-BDS-Beschluss

Er sagt, er meint es ernst

Norbert Bischoff, ein Liedermacher aus der DDR, nahm sich am 9. November 1993 im Alter von nur 34 Jahren das Leben. Er schrieb: „Das rechte Datum zu verschwinden für einen Deutschen“.

Von ihm stammt das Lied „Er sagt, er meint es ernst“. Veröffentlich noch in der DDR. Es ist aber heute aktueller den je.

Er sagt, er meint es ernst

Ich sitz in der Kneipe, trink ein Bier und döse vor mich hin
Da kommt ein Typ an meinen Tisch und fragt, ob ich alleine bin
Und ehe ich mich versehe sitzt er schon und grinst mich dreckig an
Und meint, dass ich für seine Kehle ihm ein Bier ausgeben kann
Ich sag ihm, diese Art von Überfällen find ich nicht gerade toll
Und ich bin auch nicht Rockefeller, verdammt ich weiß nicht was das soll
Ich soll mich nicht so haben, meint er darauf, war ja nur ein Spaß
Und außerdem, wo bleibt mein Mitgefühl als Mensch, ey wenigstens ein Glas
Na gut, ich lass mich überreden, und komm mir vor wie überfahrn
Ich hab doch keinen Bock zu streiten, mit so ’nem aufgeblasenen Hahn

Doch da beim Trinken seh ich ein Hakenkreuz auf seiner Hand
So groß wie einen Fingernagel, als Tätowierung eingebrannt
Und ich frage leicht erschrocken, ist das etwa auch ein Scherz?
Doch da grinst er wieder dreckig und sagt, nein, das meint er völlig ernst

Und wie er so ins Reden kommt, schwärmt er wie es bei Adolf war
Noch heute müsste man vergasen die Juden- und Zigeunerschar
Und all die Schwulen und Perversen sind dekadent und müssen weg
Und Intellektuelle quatschen bloß, der Mensch hat aber nur den Zweck
Sich zu beherrschen und zu fügen, wie die Natur das eben will
Und wie als Deutsche müssen siegen und werden unseren Kampf erfüllen

Ich überleg und denk, mein Gott, was kannst Du tun, und stell ihm ein paar Fallen
Was wär, wenn die Chinesen kämen um sich Europa einzukrallen
Die sind doch noch viel mehr als wir und bräuchten vielleicht Lebensraum
Doch er meint die sind viel zu blöd, das würden die sich niemals traun
Nur noch die Rechten merken langsam, woher der Wind von Morgen weht
Und was bei denen heut noch schief läuft, kriegen wir wieder hingedreht
Ja wir sind schon ganz schön Viele und warten nur noch auf den Tag
An dem wir uns dann alle finden, denn nur zusammen sind wir stark

Ich sehe mich um und fühl mich wie ein Stein der sich nicht rühren wird
Sekunden werden Ewigkeit, Gedanken zügeln mich, verwirrt
Such ich nach meinen Worten, nur die Wut hält mich noch fest,
und will nicht das sich mein Verstand den Wahnsinn hier gefallen lässt
Und er sitzt einfach da, als sei es das normalste von der Welt
Mit Nazisprüchen zu posieren, und ich fühl mich von Angst umstellt
Auch diese immer ewig gleiche Furcht, schon seit der Kinderzeit
Vor prügelfesten Männerfäusten als letztes Argument im Streit
Doch plötzlich bricht es aus mir heraus, was er sich denkt, wo er hier sei
Und wenn er nicht die Schnauze hält, dann ruf ich gleich die Polizei

Da sagt er, na versuch‘s doch mal, du feiger Hund, ob du wen findst
Die Bullen haben doch meistens Schiss, wenn die nicht gerade im Rudel sind
Dann steht er auf und schmeißt den Stuhl und stellt sich neben mich wie ein Pfau
Du kotzt mich an, Leck mich am Arsch, du abgefuckte linke Sau

Dabei zuckt‘s mir durch den Schädel, und ich werde totenbleich
Großdeutschland bleib mir fern für immer, behüt uns Gott vorm Vierten Reich