Internationaler Frauen*kampftag

Anlässlich des Internationalen Frauen*kampftag versammelten sich heute in München weit über 3000 Menschen, um für gleiche Rechte für alle Menschen, insbesondere Frauen zu demonstrieren. Themen waren dabei die Frauenmorde in Mexiko, die ungleiche Bezahlung von Frauen und die Diskriminierung von Frauen alleine auf Grunde ihres Geschlechts.
Folgende Worte sind aus dem Ankündigungstext:

Seit über hundert Jahren wird der Internationale Frauen*kampftag jährlich von Millionen Frauen* begangen. Frauen*kämpfe um menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen, ausgedrückt durch den Slogan „wir fordern Brot und Rosen“, waren begleitet von Kämpfen um politische Teilhabe, eine frauen*gerechte Gesundheitsversorgung, Zugang zu Bildung und sexuelle Selbstbestimmung.

Vieles haben wir bisher erreicht: Frauen*wahlrecht, rechtliche Gleichstellung und gleichrangige Bildungschancen.

Diese Errungenschaften bedeuten noch lange nicht, dass Frauen* wirklich frei leben. Noch immer werden Frauen* nicht gleich bezahlt wie ihre männlichen Kollegen. Noch immer sind überwiegend Frauen*, neben der Erwerbstätigkeit, für Reproduktionsarbeit zuständig. Noch immer sind Frauen* täglich mit sexistischen Übergriffen, Gewalt und Diskriminierung konfrontiert.

Gemeinsam kämpfen wir für Selbstbestimmung über unser Leben und unsere Körper, ein Ende der Unterdrückung und Ausbeutung und für eine Welt in der alle Menschen die gleichen Rechte haben.
Dafür gehen wir am 8. März gemeinsam auf die Straße.

Wir fordern unter anderem:

Frauen* erhalten erheblich weniger Lohn als Männer. Wir fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit und eine Aufwertung sogenannter frauen*typischer Berufe.

Frauen* sind für die Reproduktionsarbeit zuständig. Wir fordern gesellschaftliche Lösungen für unbezahlte Haus-, Erziehungs- und Pflegearbeit.

Mangelnder Respekt und sexualisierte, psychische und körperliche Gewalt sind alltägliche Begleiter von Frauen*. Wir fordern sexuelle Selbst bestimmung und das Recht auf Unversehrtheit.

Frauen* sind immer noch nicht gleichberechtigter Teil der Gesellschaft. Wir fordern Parität in allen Entscheidungs prozessen.Wir kämpfen gegen das Patriarchat und für eine Gesellschaft der Geschlechtersolidarität.

V.i.S.d.P. Erna Krüger, Alramstr 13, München

Gedenkkundgebung für Hanau in Freising

Am 21. Februar 2020 fand eine Gedenkkundgebung für die Opfer des rassistischen Terroranschlag in Hanau statt.

Ich sprach auch einige Worte.

Was diese Woche in Hanau geschehen ist, der Mord an neun Menschen mit Migrationshintergrund, war ein unfassbares Verbrechen. 

  • Gökhan Gültekin
  • Ferhat Ünvar
  • Mercedes K.
  • Sedat Gürbüz
  • Hamza Kurtović
  • Kalojan Welkow
  • Bilal Gökçe
  • Fatih Saraçoğlu
  • Said Nessar El Hashemi

Ermordet, weil sie Migrationshintergrund hatten.

Ja, der Täter hatte paranoide Symptome. Ich habe sein Manifest gelesen, es ist selbst für einen Laien wie mich erkennbar, dass er unter Wahrnehmungsstörungen litt. Solchen Menschen muss selbstverständlich geholfen werden.

Aber das entschuldigt seine Tat in keiner Weise. Der Mann konnte 24 Seiten Text veröffentlichen, die strukturiert und ordentlich geschrieben waren. Der Mann wusste genau, was er tat. Er mordete nicht wegen seiner paranoide Symptome, er mordete, weil er völkisch, rassistisch und nationalistisch dachte. Er mordete aus rechtsradikalen Motiven. Aus Motiven, die heutzutage in deutschen Parlamenten offen von der AfD ausgesprochen werden. Aus Motiven, die verharmlosend „Regimkritik“ oder „Asylkritik“ gennant werden. Aus Motiven, die den Sicherheitsbehörden in unserem Land bekannt sind, und die trotzdem nicht ernst genommen werden. Stattdessen werden Hufeisen gebogen, Antifaschismus mit Faschismus, linkes und soziales Denken mit nationalistischen und rassistischen Denken gleichgesetzt. Das macht mich unglaublich wütend. 

Ich möchte im Folgenden einige Worte von Katharina König-Preuss, Landtagsabgeordnete in Thüringen für die Linkspartei, zitieren. Sie schrieb sie gestern bei Twitter und wendet sich damit erkennbar an ignorante Politiker*innen und Medien.

Jedes Mal: nach NSU, nach Mord an Herrn Lübcke, nach Halle… gab es große Worte & Erklärungen. Jedes Mal. Geändert hat sich nichts. Im Gegenteil: es ist schlimmer geworden. Täglich finden rechte An- & Übergriffe statt. Empörung gibt es kaum. Nazis & #Rassisten wird wenig Widerspruch geleistet aus der sogenannten bürgerlichen Mitte.

Die AfD, deren Ideologie Boden für derartige Taten bildet, wird hofiert, ihr holt sie in Talkshows, ihr lasst sie Kommentare in Zeitungen schreiben, ihr verbreitet & legitimiert ihren Hass. Ihr schüttelt ihnen die Hände, ihr grüßt sie, ihr lacht mit ihnen, ihr stimmt auch mit ihnen ab. Ihr fordert teils Koalitionen mit der AfD, ihr setzt links und rechts gleich. 

Ihr redet über brennende Mülltonnen & im selben Atemzug von ermordeten Menschen. Ihr diskreditiert und kriminalisiert Antifaschist*innen, ihr entzieht antifaschistischen Vereinen die Gemeinnützigkeit, erklärt bei extrem rechten Polizisten & Bundeswehr-Angehörigen immer schnell, es seien alles Einzelfälle. Ihr vernichtet Akten, die zur Aufklärung des NSU-Komplexes beitragen könnten, ihr stuft sie für Jahrzehnte als „geheim“ ein. 

Ihr lasst Betroffene allein, hört ihnen nicht zu, nehmt ihre Stimmen nicht ernst. Ihr redet von Niewieder und habt es längst aufgekündigt.

Ihr warnt vor antifaschistischer Recherche, um sie im nächsten Moment als vermeintlich eigene Erkenntnisse zu nutzen. Ihr warnt nicht nur vor antifaschistischen und antirassistischen Demonstrationen, ihr diffamiert auch das Logo „Antifaschistische Aktion“ als „Linksextremismus“.

Ihr putzt Stolpersteine am 9. November, veröffentlicht Fotos davon und lächelt am nächsten Tag wieder Höcke zu. 

Antisemitismus externalisiert ihr und weist ihn gerne ausschließlich Muslim*innen zu, um anschließend wieder von „wir“ und „denen“ zu reden.

Ihr redet von Menschlichkeit und lasst Menschen im Mittelmeer verrecken, weigert euch sogar, Kinder hierher zu holen, trotzdem Städte & Bundesländer diese aufnehmen wollen. Ihr verurteilt Rassismus wenn man euch danach fragt und beschließt gleichzeitig rassistische Gesetze.

Bürgermeister*innen treten aufgrund rechter Hetze zurück. Menschen äußern sich nicht mehr öffentlich aufgrund folgender Hassnachrichten. Betroffene ziehen weg. Innerhalb Deutschlands aber auch raus.

Verurteilte Nazis laufen 6 Jahre nach den Taten weiter frei herum. Ihr kündigt Verbot von Combat18 an, nachdem ihr über Monate & Jahre Warnungen & Recherchen von Antifaschist*innen ignoriert & Inhalte sogar geleugnet habt. Ihr setzt es nicht wirklich um, erklärt Combat18 habe nur 7 Mitglieder, nehmt niemanden fest, lasst sie faktisch weitermachen.

Ihr lest und verbreitet rechte, Verschwörungstheorien, rassistische Websites & Artikel. Ihr macht „Home-Storys“ mit dem Stichwortgeber von Höcke. Ihr verbreitet Bekennerschreiben, Videos, Namen von Tätern. Ihr stellt die Betroffenenperspektive hintenan oder ignoriert sie. Ihr redet von „Schießerei“, wenn es ein Terroranschlag war. Ihr sagt/ schreibt „fremdenfeindlich“ anstelle „rassistisch“ und bestätigt damit die auch von Tätern aufgemachte Trennung der Gesellschaft in „Fremde“ und „Einheimische“.

Es ist so oft schon alles gesagt, geschrieben, erklärt. So oft. Von so vielen. Es ist analysiert, politisch dargestellt, außerparlamentarisch auf die Straßen gebracht. Es gibt kaum feststellbare Änderungen. Und das macht unglaublich müde.

Das waren die Worte von Katharina König-Preus. Und sie spricht mir aus dem Herzen. Aber ich werde trotz Müdigkeit weitermachen, wir werden weitermachen. den Antifaschismus ist kein Problem, Antifaschismus ist eine absolute Notwendigkeit!

AfD-Wahlkampfauftakt in Bayern

Ja, es war grausam, was da in Moosburg passierte. Die Schäfflerhalle brannte lichterloh, der Viehmarktplatz lag in Trümmern…

Aber von Anfang an.

Am 5. Februar Abends hat die AfD ihren Wahlkampfauftakt in Moosburg abgehalten. Zum demokratischen Gegenprotest riefen alle anderen Parteien auf, sogar die CSU. So sah es schon Tage vorher an den Wahlplakatwänden in Moosburg schön bunt aus.

Plakatwand in Moosburg mit Aufruf zur AFD-GEGENDEMO
Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/damescalito/49477883277/in/photostream/

Vor der Schäfflerhalle, auf dem Viehmarktplatz, versammelten sich über 400 antifaschistische Menschen, um gegen die Veranstaltung zu protestieren. Ein breites Bündnis feierte bei Musik und Reden. Rednerinnen und Redner erinnerten an die Zeit des Faschismus, vor allem in Moosburg. Sie berichteten, wie sie online beschimpft wurden, weil sie sich klar für eine demokratische, offene und bunte Gesellschaft einsetzen.

Ich war an dem Abend als Journalist unterwegs, um hier zu berichten, und somit auch in der Halle. Als der Moosburger Bürgermeisterkandidat Gerhard-Michael Welter mich erkannte, kam er irgendwann mit einem Ordner zum Pressetisch gerauscht und zeigte hektisch auf mich. Da ich mir allerdings mit Presseausweis ausweisen konnte, war sofort wieder Ruhe.

In der Halle selber feierte sich die AfD. Anwesend waren auch diverse ranghöhere AfD-Mitglieder aus München und Umgebung, sowie mindestens eine ehemalige Aktivistin von Pegida. 

Johannes Huber, der (bzw. sein Team) bei Facebook immer wieder durch Verbreitung von Fake News auffällt und kritische Kommentare löschen lässt, stellte die Kandidat*innen für den Kreistag und einige Städte vor. 

Johannes Huber bei der Begrüßung der Anwesenden und Kandidat*innen der AfD
Johannes Huber bei der Begrüßung der Anwesenden und Kandidat*innen der AfD

Der erste Redner war MdB Gottfried Curio, der eine halbe Stunde über Identität und Deutschsein redete. Danach folgten zwei weitere Reden von Kandidaten, zuletzt sprach der Bürgermeisterkandidat für Moosburg, Gerhard-Michael Welter („Bekannt aus Funk und Fernseher“). Über Welter wurde schon mehrmals auf AfD Freising Watch berichtet. Er beschwerte sich, dass in Moosburg nur zwei Parteien antreten, nämlich die AfD und die BSE. BSE wie „Bundessozialistische Einheitspartei“. 

Michael-Gerhard Welter, der Bürgermeisterkandidat der AfD für Moosburg
Michael-Gerhard Welter, der Bürgermeisterkandidat der AfD für Moosburg

Am Ende sangen noch alle schön die Bayern- und die Nationalhymne, dann war es vorbei.

Und was war nun mit der Antifa, die für Ausschreitungen sorgte? Das gab es natürlich nicht. Das Fest der Antifaschist*innen vor der Halle ging friedlich zu Ende. Oder wie man es bei der AfD formuliert:

Im Folgenden noch ein paar Bilder von der Veranstaltung.

Fridays for Future in Freising, 19. Juli 2919

In Freising gab es heute wieder eine Friday for Future Demonstration. Ca. 300-400 überwiegend sehr junge Schüler*innen versammelten sich um gegen de Politik und für einen Wandel in der Klimapolitik zu demonstrierten. 

Als Redner trat auch Prof. Dr. Matthias Drösler auf, der u. A. für den Weltklimarat gearbeitet hat und begeistert von den Menschen war.
Die Demonstration ging durch die Freisinger Innenstadt bis zum Rathaus, wo man hoffte, dass sich jemand blicken lässt. Erfreulicherweise kam auch die stellvertretende Bürgermeisterin Eva Bönig und sprach einige Worte. Dabei solidarisierte sie sich voll und ganz mit den Anliegen der jungen Menschen.

Diese Demonstration war ein gutes Zeichen für Freising, der Dank geht dafür auch an Fridays for Future Freising für die sehr gute Organisation.
#FridaysForFuture#Freising#FFF

CSD 2019 in München

Am 13. April fand der CSD in München statt. Leider war das Wetter diesmal eher suboptimal, einige schwere Regengüsse haben den Spaß aber nur ein wenig getrübt.

Während der Parade gab es eine Protestaktion „Die-In-Perfomance“ gegen die Teilnahme der Institutionen Polizei, CSU und Bundeswehr beim CSD richtete. (Ausdrücklich nicht gegen die Queerness der beteiligten Teilnehmer*innen!) Siehe dazu auch die Pressemitteilung auf dem folgenden Bild.

Bildquelle: antira_muc bei Twitter

Und nun meine Fotos, mit meiner Wenigkeit am Anfang. 😉

Fridays for Future in Freising

Zum ersten Mal fand der Fridays for Future auch in Freising statt. Angemeldet war die Kundgebung und Demonstration für ca. 300 Menschen, gerechnet wurde mit 100, und am Ende wurden 1000 Teilnehmer*innen gezählt. Ein großer Erfolg für Freising und eine der größten Demonstrationen, die diese Stadt jemals erlebt hat.