CSD 2017 in München

Am Samstag, den 15. Juli 2017, fand in München der Christopher Street Day unter dem Motto „Für gleiche Rechte. Gegen Rechts“ statt. Tausende Menschen feierten und demonstrierten in einem 4 Kilometer langen Zug mit fast 150 verschiedenen Gruppen und Fahrzeugen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-Sexuellen, Trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Darunter auch viele große Konzerne wie Microsoft oder Google, die im süddeutschen Raum einen Seitz haben.

Über einhunderttausend Menschen säumten die Straßen und feierten mit. Es war eine riesige fröhliche Party. Unter der Unzahl Fotos die da entstanden habe ich versucht, die besten Bilder rauszusuchen, um sie Euch zu zeigen.

G20: Demonstration „No one Forgotten, Nothing forgiven!“ (9. Juli)

Am heutigen Sonntag, bereits nach Abschluss des G20-Gipfel, fand in Hamburg-Harburg die Solidaritätsdemonstration für die Gefangenen statt, die in der dortigen Gefangenensammelstelle eingesperrt sind. Viele hundert Menschen fanden sich ein, um an einer Demonstration vom Harburger Rathaus bis zur Gesa teilzunehmen. In Redebeiträgen wurden nochmals die Polizeischikanen thematisiert und wie die Situation bewusst eskaliert wurde. Auch Beroffene berichteten. Begleitet wurde die Demonstration von einem großen Polizeiaufgebot, es blieb aber bis auf einem Zwischenfall mit einem Passanten, der mit Böhse Onkelz Shirt provozierte, alles ruhig, aber laut!

G20: Welcome To Hell (6. Juli)

Es wurde bereits viel zu der gestrigen Eskalation geschrieben. Meine persönliche Meinung: Die Polizei hat das Gewaltmonopol, und das muss sie mit Augenmaß einsetzen. Genau das hat sie gestern nicht getan, sondern das Ganze bewusst in eine Eskalation getrieben. Die Polizei weiß, welche „Knöpfe“ sie drücken muss, damit es kracht. Zurückhaltung von Seiten der Polizei war nirgends zu entdecken.

Auf dem Fischmarkt fand drei Stunden eine friedliche Kundgebung statt. Anschließend sammelte man sich zur Demonstration. Auf der der ersten Etappe sollte es Richtung Landsungsbrücken gehen. Bereits nach 200 Metern war Schluss, denn die Polizei ließ niemanden weiter. Die Forderung war, die Vermummungen im Schwarzen Block zu entfernen. Es war klar, dass der Forderung nicht nachgekommen werden wird.

Ich stand mit vielen Kollegen zwischen Demospitze und Polizei mit Wasserwerfern. An der Straße war links eine 1,5 Meter hohe Mauer mit Geländer, oben konnte man stehen. Auf der anderen Seite geschlossene Bebauung. Vorne Polizei, hinten zigtausende Menschen. Es gab dort keinerlei Fluchtweg. Diese Stelle wurde bewusst ausgesucht. Nach fast eine Stunde Stillstand ging die Polizei mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Knüppeln in die Demo rein und trieb bis zum Fischmarkt die Menschen auseinander. Das war absolut unverhältnismäßig. Menschen sind in Panik die Mauer hochgeklettert.

Zwar war alles auseinandergetrieben, doch die Menschen sammelten sich wieder. So standen tausende auf der Demostrecke, die Polizei ging und fuhr langsam in Richtung Landungsbrücken zurück. Mehrmals kam es zu Wasserwerfereinsätzen.

Kurz vor den Landungsbrücken konnte durch das Legal-Team (Anwälte) eine neue Demonstration organisiert werden, die dann über die Reeperbahn Richtung Rote Flora zog. Dort eskalierte die Lage zum zweiten Mal, als die Polizei mit Wasserwerfern und Räumpanzern erst kleine Brände auf der Straße löschte und anschließend die stehende Demonstration wieder auseinandertrieb.

Ich bin der Meinung, es wurde an dem Tag bewusst auf Eskalation ausgelegt. Schon dass es für die Demo keine Auflagen gab, war verdächtig. Man wollte die Bilder, die man schließlich auch bekam.

G20: Ankunft des Sonderzug (6. Juli)

Heute morgen kam, mit zweistündiger Verspätung, der Sonderzug zum G20-Protest an. In Basel wurde er drei Stunden lang aufgehalten, danach konnte etwas Zeit wieder rausgeholt werden.

Auf dem Hamburger Hauptbahnhof rückte die Polizei mit 7 Hunden an, die teilweise sehr aggressiv wirkten. Die Zugmitfahrer_innen wurden in einem Wanderkessel aus dem Bahnhof raus, wieder rein, wieder raus zur S-Bahn eskortiert, und fuhren dann geschlossen in Richtung Camp.

Auf dem Weg zum Camp wurden bereits Transparente gezeigt, leider auch eine Palästinafahne.

G20: Nachttanzdemo (5. Juli)

Zur Nachttanzdemo in Hamburg kamen ca. 25.000 Menschen, die bei Musik und minimalster Polizeipräsenz 3 Stunden lang durch die Stadt feierten. Alles war friedlich und guter Laune. Lediglich am Schluss kippte die Stimmung kurz, als die Polizei unbedingt die Silberwürfel aus der Demo holen musste. Es beruhigte sich aber schnell wieder.

G20: 2 Stunden „Wie can camp“ in München

Auf Grund der gestrigen Ereignisse in Hamburg Entenwerder gab es heute in München auf dem Stachus 2 Stunden ein kleines, spontanes Protestcamp. Mit ein paar Zelten, da drin schlafen war natürlich verboten.

Mehr Berichte von mir in diesem Blog und bei Twitter gibt es ab Mittwoch Abend auch direkt aus Hamburg.

https://twitter.com/Preiselbauer

PS: Ich habe mal Massenverpixelung in Photoshop geübt. 😉

Die Schande von Dresden

Einmal im Jahr tue ich es mir noch an, Pegida Dresden. Vor keiner anderen Demonstration, die ich dokumentiere, habe ich solche Befürchtungen um mein Wohlergehen. Die Vergangenheit hat die Aggressivität gegenüber Journalisten oft gezeigt.

Und meine Befürchtungen waren zu Recht vorhanden. Schon an der Haltestelle Postplatz, als ich nur meine Kamera auspackte, wurde ich bedroht.

– Für wen fotografieren sie do?
– Das muss ich ihnen nicht sagen.
– Nu dann holn mer gleich de Polizei
– Na bitte, macht nur.
– Odor es gibt gleich ene uffn Deez.

Und das in einem unglaublich aggressiven Ton, den man immer wieder bemerket, weil sich in Dresden die Teilnehmer bei Pegida sicher sein können, dass sie fast Narrenfreiheit haben.

Pegida versammelte sich heute auf dem Postplatz. Was mich sehr gefreut hat, es gab auch Widerstand gegen Pegida. Ca. 100, mehrheitlich jugendliche Menchen, machten ihren Unmut in Sichtweite mit Transparenten, Parolen und Pfeifen Luft.

Darüber war Pegida, hauptsächlich alte, weiße Männer, natürlich nicht begeistert. Das klang dann so:

Polizei stand auch nur auf der Seite, auf der sich die Antifaschist_innen befanden. Die anderen Seiten waren völlig offen. Lediglich zwei Polizeifahrzeuge auf der Südseite, aus denen sich gleich ein Polizist herausbequemte, um erstmal meinen Presse- und Personalausweis zu kontrollieren.

An einer anderen Stelle habe ich ein Schild fotografiert, da kam gleich ein Pegidianer auf mich zu um sich zu beschweren, dass er nicht von mir fotografiert werden wolle. Das habe ich in dem Moment nicht mal, aber er musste sich auch gleich bei der Polizei beschweren. Denen zeigte ich wieder mal meinen Presseausweis und habe auch erklärt, dass ich den denen von Pegida weder zeigen muss noch möchte, weil ich nicht will, dass die meinen Namen erfahren, denn dann fühle ich mich bedroht.

Nachdem bei Pegida einige Reden geschwungen wurden, lief man zum Rundgang los, dann wurde es erst mal schön ruhig auf dem Postplatz. Ich bin dann auch lieber schnell gegangen, denn ich hatte wahrlich keine Lust, denen auf dem Heimweg zu begegnen.

Folgende Fotos geben hoffentlich einen Eindruck von dieser Schande von Dresden wieder.