Auschwitz-Monowitz

Zuerst veröffentlicht am 23. August 2006 auf woschod.de.

Auschwitz-Monowitz

Der Name „Auschwitz“ ist weltweit bekannt. Was jedoch die Wenigsten wissen, ist, daß Auschwitz nicht nur aus dem Vernichtungslager bestand sondern einen ganzen Komplex an Lagern auf einer abgesperrten Fläche von 40 km2 umfaßte.

Vorgeschichte

Im Mai 1940 wurde eine polnische Armeekaserne in dem kleinen Ort OÅ›wiÄ™cim (Auschwitz) bei Krakow (Krakau) zu dem Konzentrations- und Arbeitslager Auschwitz I umgebaut. Dort befand sich über dem Haupteingang auch der zynische Ausspruch „Arbeit macht frei“. In Auschwitz I fanden Ende 1941 die ersten Massenvergasungen mit Zyklon B statt.

Ab 1941 wurde in der Nähe zu Auschwitz I das Vernichtungslager Auschwitz II (Birkenau) errichtet. In diesem Lager fanden über eine Million Menschen den Tod.

Bereits 1940 plante die IG Farben, ein Buna-Werk im Osten zu bauen. Buna ist synthetischer Kautschuk, bedingt durch den Krieg stieg der Bedarf an synthetischem Kautschuk stark an.

1941 wurde beschlossen, das Gebiet bei Auschwitz zu nutzen. Gründe dafür waren eine gute Eisenbahnanbindung, naheliegende Kohlegruben, ausreichend Wasser von Sola und Weichsel, billige Arbeitskräfte durch das KZ Auschwitz in der Nähe und die relative Sicherheit vor Luftangriffen.

Warum ein eigenes Konzentrationslager?

Die Arbeitsproduktivität in den Buna-Fabriken sollte mindestens 75% des normalen deutschen Arbeiters entsprechen, so wurde dies 1941 in Gesprächen zwischen IG Farben und dem Auschwitz-Kommandaten Höß festgelegt. Die Probleme dabei waren aber: der tägliche Transport der Häftlinge aus dem 7 km entfernten Auschwitz-Birkenau dauerte zu lange, die Häftlinge konnten nur bei Tageslicht und guter Sicht zum Werk gebracht werden, da zu wenige SS-Wachleute vorhanden waren, so das letztendlich mehr Häftlinge in einer Gruppe arbeiten mußten als nötig. Dadurch ergab es sich, daß die Arbeitsproduktivität nicht höher als 30-40% lag. Diese für die IG Farben schlechten Umstände führte zu einem Konflikt zwischen Vertretern der IG Farben und der SS.

Um die Arbeitsproduktivität zu erhöhen bekamen spezielle Häftlinge, meistens Berufsverbrecher, die Posten der Kapos und Vorarbeiter. Sie sollten durch das Quälen und Drangsalieren der arbeitenden Häftlinge die Produktivität erhöhen. Diese Maßnahmen brachten aber keinen erkennbaren Nutzen für die IG Farben. Deshalb griff man zu Gegenmaßnahmen. Seit Februar 1944 gab es einen Befehl, der das willkürliche Quälen der Häftlinge verbot. „…im 5. Kriegsjahr muß die Arbeitskraft der Häftlinge erhalten blieben.“ Quälte trotz des Verbotes ein Vorarbeiter einen Häftling, erwartete ihn allerdings höchstens eine Maßregelung.

1942 die Entscheidung

1942 fiel die Entscheidung der IG Farben, 5 Millionen Reichsmark für ein weiteres Konzentrationslager zu investieren. Auschwitz III war damit das erste privat finanzierte Konzentrationslager. Die Vorteile für die IG Farben waren die kostengünstige Unterbringung der Häftlinge in Baracken, keine Sozialfürsorge für die Arbeitenden, immer Nachschub an Arbeitern und nur geringe Kosten, die an die SS gezahlt werden mußten. Außerdem war so ein Arbeitstag von 10-11 Stunden im Sommer und 9 Stunden im Winter möglich. Die IG Farben kümmerte sich um Unterbringung und Verpflegung der Häftlinge, die SS sorgte für die Bewachung, Bestrafung und den Nachschub an Häftlingen.

Am 31. Mai 1942 wurde das Lager fertig gestellt. Im November 1943 wurden mehrere Außenlager zu einer separaten Verwaltungseinheit, Auschwitz III (Monowitz), zusammengefaßt. Der Kommandant von Monowitz war von 1943-1945 SS-Hauptsturmführer Heinrich Schwarz.

In diesem Arbeitslager starben ca. 25000 Häftlinge an Unterernährung, Mißhandlungen und harter Arbeit. Es waren regelmäßig Ärzte aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau anwesend und selektierten die arbeitsunfähigen Menschen für die Gaskammer. Insgesamt durchliefen ca. 300000 Häftlinge das Lager Monowitz. Die Häftlinge arbeiteten für über 17 Betriebe, einige Betriebe gehörten der SS.

Die Befreiung

Am 18. Januar 1945 wurde das Lager evakuiert. Häftlinge, die noch laufen konnten, mußten auf den Todesmarsch. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Lager. Sie fand dabei noch etwa 650 Häftlinge vor. Der Kommandant wurde nach dem Krieg in einem Prozeß vor einem französischen Militärtribunal zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die IG Farben behauptete später, von den Quälereien nichts gewußt zu haben. Viele Dokumente beweisen aber das Gegenteil.

Nebenlager des KL Auschwitz
Auschwitz-Monowitz

Tag am Meer

Es hat mich heute an die friesische Küste der Niederlande verschlagen. So blau wie auf dem Foto…

…sah das Meer leider nicht aus.

Aber erstmal, kurz vor der Küste, gab es ein Mahnmal für Widerstandskämpfer. Ich habe es zufällig auf dem Weg gefunden. (Google Maps)

Aber nun ans Meer. Ich habe den Küstenabschnitt zwischen Holwerd und Lauwersoog besucht.

Stürmisch, gelegentlich Regen und ein grauer Himmel. Zum Zeitpunkt des Höchststandes der Flut kam ich an. Strand gibt es da leider nicht wirklich, denn die ganze Küste ist ein großer Betondeich. Und hinterm Deich das Wattenmeer. Es war trotzdem spannend. 3 Stunden später war ich noch mal am ersten Ort, da stand das Wasser schon deutlich tiefer und man sah den Wattboden herausschauen. Am Horizont sieht man die großen Inseln Ameland und Schiermonnikog.

KZ Bergen-Belsen

„Das Bild dessen, was Menschen Menschen antun, um sie zu peinigen, zu erniedrigen, zu vernichten, sie in krankem und gesundem Zustand auszubeuten, in ihrem Alter, ihrer Kindheit, ihrem Siechtum, und zwar ununterbrochen, in jeder einzelnen Minute – dieses Bild kann selbst dem eingefleischtesten Menschenfeind den Atem rauben, der glaubte, keine menschliche Niedertracht sei ihm fremd.“ (Stanislaw Lem)

Das Konzentrationslager Bergen-Belsen war ein nationalsozialistisches Konzentrationslager im Ortsteil Belsen der Gemeinde Bergen im Kreis Celle (Provinz Hannover, heute Niedersachsen).

Das Lager entstand aus Baracken, die bis 1939 als Unterkünfte für Arbeiter dienten, die den Truppenübungsplatz in Bergen errichtet hatten. Die Baracken wurden nach Kriegsbeginn bis Januar 1945 von der Wehrmacht in ein Lager für belgische und französische, dann auch für sowjetische Kriegsgefangene umfunktioniert.
1943 übernahm die SS einen Teil des Lagers und nutzte es als „Aufenthaltslager“ für „Austauschjuden“, jüdische Häftlinge, die gegen deutsche Zivilinternierte im Ausland ausgetauscht werden sollten. Später kamen ein Männer- und ein Frauenlager für kranke und arbeitsunfähige Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern hinzu. Ab März 1944 wurden weitere Zehntausende Häftlinge aus frontnahen Konzentrationslagern in das KZ Bergen-Belsen verlegt.
Bis zur Befreiung des Lagers durch britische Truppen am 15. April 1945 starben im KZ Bergen-Belsen mindestens 52.000 Häftlinge aufgrund der Haftbedingungen. Für Tausende war es eine Durchgangsstation in Vernichtungslager.

Textquelle: Wikipedia.1

Webseite der Gedenkstätte: http://bergen-belsen.stiftung-ng.de/de/

  1. Der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar []

Schneekoppe

Ich war mal wieder im Riesengebirge und habe die Schneekoppe von Malá Úpa aus bestiegen. Diesmal nicht in rekordverdächtigen 1:39h, aber immerhin habe ich es noch hoch geschafft. 😉 Diesmal leider auch bei Regen und Sturm.

Zum Schluss gibt es noch zwei Nachtaufnahmen: Unsere Unterkunft und der Sternenhimmel (Mit Flugzeug).

CSD 2017 in München

Am Samstag, den 15. Juli 2017, fand in München der Christopher Street Day unter dem Motto „Für gleiche Rechte. Gegen Rechts“ statt. Tausende Menschen feierten und demonstrierten in einem 4 Kilometer langen Zug mit fast 150 verschiedenen Gruppen und Fahrzeugen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bi-Sexuellen, Trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI). Darunter auch viele große Konzerne wie Microsoft oder Google, die im süddeutschen Raum einen Seitz haben.

Über einhunderttausend Menschen säumten die Straßen und feierten mit. Es war eine riesige fröhliche Party. Unter der Unzahl Fotos die da entstanden habe ich versucht, die besten Bilder rauszusuchen, um sie Euch zu zeigen.

G20: Demonstration „No one Forgotten, Nothing forgiven!“ (9. Juli)

Am heutigen Sonntag, bereits nach Abschluss des G20-Gipfel, fand in Hamburg-Harburg die Solidaritätsdemonstration für die Gefangenen statt, die in der dortigen Gefangenensammelstelle eingesperrt sind. Viele hundert Menschen fanden sich ein, um an einer Demonstration vom Harburger Rathaus bis zur Gesa teilzunehmen. In Redebeiträgen wurden nochmals die Polizeischikanen thematisiert und wie die Situation bewusst eskaliert wurde. Auch Beroffene berichteten. Begleitet wurde die Demonstration von einem großen Polizeiaufgebot, es blieb aber bis auf einem Zwischenfall mit einem Passanten, der mit Böhse Onkelz Shirt provozierte, alles ruhig, aber laut!

G20: Welcome To Hell (6. Juli)

Es wurde bereits viel zu der gestrigen Eskalation geschrieben. Meine persönliche Meinung: Die Polizei hat das Gewaltmonopol, und das muss sie mit Augenmaß einsetzen. Genau das hat sie gestern nicht getan, sondern das Ganze bewusst in eine Eskalation getrieben. Die Polizei weiß, welche „Knöpfe“ sie drücken muss, damit es kracht. Zurückhaltung von Seiten der Polizei war nirgends zu entdecken.

Auf dem Fischmarkt fand drei Stunden eine friedliche Kundgebung statt. Anschließend sammelte man sich zur Demonstration. Auf der der ersten Etappe sollte es Richtung Landsungsbrücken gehen. Bereits nach 200 Metern war Schluss, denn die Polizei ließ niemanden weiter. Die Forderung war, die Vermummungen im Schwarzen Block zu entfernen. Es war klar, dass der Forderung nicht nachgekommen werden wird.

Ich stand mit vielen Kollegen zwischen Demospitze und Polizei mit Wasserwerfern. An der Straße war links eine 1,5 Meter hohe Mauer mit Geländer, oben konnte man stehen. Auf der anderen Seite geschlossene Bebauung. Vorne Polizei, hinten zigtausende Menschen. Es gab dort keinerlei Fluchtweg. Diese Stelle wurde bewusst ausgesucht. Nach fast eine Stunde Stillstand ging die Polizei mit Wasserwerfern, Pfefferspray und Knüppeln in die Demo rein und trieb bis zum Fischmarkt die Menschen auseinander. Das war absolut unverhältnismäßig. Menschen sind in Panik die Mauer hochgeklettert.

Zwar war alles auseinandergetrieben, doch die Menschen sammelten sich wieder. So standen tausende auf der Demostrecke, die Polizei ging und fuhr langsam in Richtung Landungsbrücken zurück. Mehrmals kam es zu Wasserwerfereinsätzen.

Kurz vor den Landungsbrücken konnte durch das Legal-Team (Anwälte) eine neue Demonstration organisiert werden, die dann über die Reeperbahn Richtung Rote Flora zog. Dort eskalierte die Lage zum zweiten Mal, als die Polizei mit Wasserwerfern und Räumpanzern erst kleine Brände auf der Straße löschte und anschließend die stehende Demonstration wieder auseinandertrieb.

Ich bin der Meinung, es wurde an dem Tag bewusst auf Eskalation ausgelegt. Schon dass es für die Demo keine Auflagen gab, war verdächtig. Man wollte die Bilder, die man schließlich auch bekam.