Montagsdemo München am 18. August 2014

Nach fast drei Monaten habe ich mir mal wieder eine Montagsdemo / Montagsmahnwache für Frieden in München angeschaut. Als Gastredner war Rico Albrecht von wissensmanufaktur.de geladen, um über das Geldsystem zu sprechen.

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Anwesend waren geschätzt 100 Teilnehmer bei der Veranstaltung. Es gab einige Musikbeiträge von Tamara Trombitas (Link geht zu Facebook) und Grüße aus anderen Städten sowie kurze Redebeiträge.

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Dann kam Rico Albrecht an die Reihe. Ich persönlich halte die Hinzunahme von wissensmanufaktur für, höflich ausgedrückt, sehr grenzwertig. Psiram.com schreibt darüber:

Die Wissensmanufaktur (auch „Institut für Wirtschaftforschung und Gesellschaftspolitik“) ist ein internetbasiertes Projekt des deutschen Unternehmers Andreas Popp.
(…)
Eine große Zahl von Beiträgen von Popp, hauptsächlich in Form von Videos, kann auf der Internetseite wissensmanufaktur.net abgerufen werden. Als Mitglieder eines wissenschaftlichen Beirats der Wissensmanufaktur werden folgende Personen genannt: Der Ökonom Wolfgang Berger, der Tierrechtler Helmut Kaplan, der Verschwörungstheoretiker Karl Albrecht Schachtschneider, der Meteorologe Wolfgang Thüne und der rechtsorientierte Medienwissenschaftler und Journalist Michael Vogt.

Rico Albrecht sprach über das Geldsystem und den so genannten Plan B. Was das ist, soll und kann sich ja jeder selber ergooglen. Kapitalismuskritik ist ja schön und gut, leider wird das Ganze dann doch nicht so richtig beim Namen genannt und alles nur auf das Geldsystem und den Zinseszins geschoben. Dafür fielen dann Aussagen wie dass zum Glück in Russland ein besonnener Staatschef an der Macht ist und Mainstreammedien zum Auslaufmodell werden, das Internet aber zur sicheren Quelle. Rico empfahl auch den deutschen Journalisten zu kündigen und eigene Internetseiten zu gründen, die die Wahrheit verbreiten. Damit können sie dann Geld verdienen. Alternativ empfahl er einen Tag der Wahrheit, z.B. den 3. Oktober, ab den Tag gehen alle Journalisten in den Streik und lügen nicht mehr.

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Interessanter war die Diskussion danach am offenen Mikro. Da kam tatsächlich jemand und meinte, der Kapitalismus könne gar nicht Schuld an den Kriegen sein, denn Kriege gab es schon vor dem Kapitalismus. Na ja… Eine Frau fing damit an „Also Deutschland ist ja gar kein Land sondern eine GmbH..“, ihr wurde aber sofort von den Organisatoren das Mikro abgenommen und dem Quatsch widersprochen. Der Moderator der Mahnwache sagte in aller Deutlichkeit, dass das Schwachsinn ist und man dort so etwas nicht haben will. Und weil er grade dabei war, machte er auch nachdrücklich klar, dass bei der Mahnwache in München keine Redner und Rednerinnen aus dem rechten und dem rechtspopulistischen Lager Rederecht erhalten. Darüber regte sich eine ältere Frau ziemlich heftig auf, sie war von der islamophoben Partei „Die Freiheit“. Im Publikum meinten einige, das wäre ja Zensur und buhten den Moderator aus. Aber ich fand, das war eine klare und absolut vernünftige Ansage von ihm. Insofern gibt die Montagsmahnwache in München schon ein positives Beispiel ab.

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Später gab es dann die Diskussionen im kleinen Kreisen, wobei auch immer wieder, es wird langsam langweilig, das Thema der Souveränität Deutschlands angesprochen wird. Es ist unglaublich, was sich da manche Menschen zusammenfantasieren. Die Krönung war allerdings eine ältere Frau, die mir erklärte, Nazis in Deutschland heißen nicht Nazis sondern Nasos. Warum? Ja weil die Abkürzung für Nationalsozialisten Naso ist und Nazi für Nationalzionisten steht. Es war die selbe Frau, die später auch meinte, das am 9.11.2001 in New York unter dem WTC eine thermonukleare Bombe gezündet wurde.

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Mein Fazit von der Montagsmahnwache in München: Es wird noch immer zu viel um das Geldsystem und den Zinseszins herumgeschwurbelt anstatt das Thema mal beim Namen zu nennen und richtige linke und antikapitalistische Positionen zu beziehen. Aber es ist den Organisatoren hoch anzurechnen, das sie konsequent den verschwörungstheoretischen Mist abweisen und keine rechten und antisemitischen Reden zulassen.

Was ist eine Verschwörungstheorie? / The Worst of Wahnmachen 2014 – Teil 2

Quelle: psiram.com1

Eine Verschwörungstheorie ist dann wahrscheinlich, wenn folgende Merkmale zutreffen:

  1. Hinter der Verschwörung steht eine angebliche globale Elite, Menschen mit vermeintlicher oder echter Macht (z.B. Politik, Wissenschaft, Wirtschaft). Dies können Geheimbünde sein, die im Hintergrund agieren oder aber Menschen, die offiziell an den Schalthebeln der Macht sitzen. Diese Elite – und das ist in der Regel zentral – verbirgt ihre wahren Motive und täuscht die Öffentlichkeit gezielt über ihre Absichten. Es kämpfen die mutigen Verschwörungstheoretiker-Davids gegen die Machtkrake Goliath.
     
  2. Der Verschwörungstheoretiker und seine Anhänger gehören zu einer kleinen Minderheit, die die Wahrheit besitzt. Nur er sieht klar, obwohl es offensichtlich sein sollte. Doch die kleine Gruppe derjenigen, die die Verschwörung durchschaut hat, weiß, was auf uns zukommen wird und will nun alle warnen. Oft ist gemäß Selbsteinschätzung der kleine Kreis der Eingeweihten stetig am wachsen.
     
  3. Es werden Fragen aufgeworfen, ohne dass man wirklich Antworten hören will. Meist sind diese Fragen kontrafaktisch und daher schwer zu demaskieren. Eigentlich sind sie rhetorischer Natur, obwohl sie als echte Fragen daherkommen. Selbst eine befriedigende Beantwortung einer solchen Frage hält die Verschwörungstheoretiker nicht davon ab, sie trotzdem immer wieder aufzuwerfen.
     
  4. Der Verschwörungstheoretiker hält natürlich auch Antworten auf diese Fragen bereit (die Verschwörungstheorie eben). Bei näherem Hinsehen bedingen diese meist unzählige zusätzliche Nebenannahmen und unplausible Voraussetzungen.
     
  5. Auch Fakten, die ganz klar objektiv falsch sind, werden trotzdem immer wieder als Argumente verwendet. Das funktioniert, weil die Anhänger der Theorie nur an einer Bestätigung der vorgefassten Meinung interessiert sind und darum nicht aus den Argumenten auf die Plausibilität schließen, sondern umgekehrt die Argumente an das festgesetzte Resultat anpassen.
     
  6. Auf Gegenargumente wird kaum eingegangen. Alles wird auf die Bestätigung der Verschwörungstheorie kanalisiert. Es findet keine Abwägung des Für und Wider statt. Eine Plausibilitätsprüfung einer Behauptung findet man nie. Die These heiligt die Argumente.
     
  7. Häufig ist der größte Widerspruch im Argument der Geheimhaltung (zentral für eine Verschwörungstheorie) selbst schon enthalten. Einerseits schaffen es die Verschwörer entgegen jeder sonstigen Erfahrung, riesige Operationen geheim zu halten und gleichzeitig begehen sie absolut stümperhafte Fehler, die nur der Verschwörungstheoretiker sofort sieht.
     
  8. Ein Realitätscheck findet nie statt. Man zieht vielleicht weiter zur nächsten Verschwörungsthese, aber die Theorie des Tages wird nie evaluiert. So wird immer wieder aufs neues das Ende aller Zeiten, die totale Versklavung, Vergiftung oder Kontrolle vorausgesagt, ohne dass wirklich etwas passiert.
     
  9. Die nicht VT-gläubige Presse wird als Mainstream- bzw. Systempresse denunziert, die entweder zu dumm ist die Wahrheit zu erkennen oder von den Verschwörern korrumpiert.

Und wem das nicht reicht, kann sich hier 30 Minuten schlimmste Spinnerei bei den Montagsmahnwachen ansehen. Da sind so unglaublich bescheuerte Sachen dabei… Viel Spaß!

The Worst of Wahnmachen 2014 – Teil 2

  1. Der Inhalt ist verfügbar unter der Creative Commons Lizenz. []

Janine beschreibt den aktuellen rechtlichen Zustand der BRD

Wusstet ihr, dass das Grundgesetz der BRD von Adolf Hitler geschrieben wurde? Und das ihr hättet gar nicht wählen können, schon gar nicht, weil Deutschland eine GmbH ist und die EU nur ein Kontinent?

Man glaubt gar nicht, wieviel Mist ein einzelner Mensch von sich geben kann… Janine kann es. Nur falls sich jemand die 15 Minuten antun will.

Und wieder mal klatscht alles begeistert Beifall.

Tut Lars Märholz nur so oder ist er wirklich so doof?

Lars Märholz, der Organisator der Montagsdemos (Montagsmahnwachen) redet sich ja gerne heraus, dass er Nazis gar nicht erkennt. Nun, das mag durchaus sein. Im Interview bei KenFM (Ken Jebsen) über die Vorwürfe von Jutta Dithfurt klingt das dann so (ab 29:00):

„Ich musste erst mal vier, fünf Begriffe googlen, weil ich überhaupt nicht wusste, über was sie gesprochen hat. Volksbürger? Oder ne, deutsche Reichsbürger? Kenn ich alles nicht. Habe ich noch nie was von gehört. Genauso wie man mich immer fragt, wieso ich NPD-Leute auf meinen Veranstaltungen zulasse oder sowas. Ich erkenne die nicht. Woher soll ich denn wissen, wie die aussehen?“

Das mag man ihm ja noch abkaufen. Aber schaltet er denn seinen Kopf nicht ein, wenn er ein Thema bei Facebook teilt, wo man schon erkennt, dass das heikel sein könnte? Man sollte doch mal eine gewisse Vorsicht an den Tag legen und sich informieren, wessen Inhalte man bei Facebook teilt. Aber was macht Lars Märholz? Teilt fröhlich die Inhalte vom Honigmann. Und das ist übelste, antisemitische Scheisse. Folgender Screenshot stammt schon von Februar, also bevor er mit den Montagsdemos anfing:

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War das einer der Gründe, die ihn angeblich so politisiert haben?

Und da die meisten von Euch den Honigmann wahrscheinlich auch nicht kennen, hier ein paar Infos über ihn:

Ernst Köwing („Der Honigmann“, „Ernie“, geb. ca. 1947) ist ein deutscher Buchautor, Inhaber eines Kleinverlags und Verbreiter von Verschwörungstheorien aus Varel bei Oldenburg. (…) Ernst Köwing ist Betreiber des Blogs „Der Honigmann sagt“, über das rechtsgerichtete und antisemitische Artikel verbreitet und entsprechende Kommentare geduldet werden. (…) Köwing ist Verbreiter zahlreicher Verschwörungstheorien, insbesondere über seinen Blog. So bezweifelt er die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und beschwört eine Neue Weltordnung (NWO) herbei. Seiner Meinung nach werde in Deutschland gezielt eine Paarung von „Weißen und Farbigen“ gefördert. Dazu verbreitet er auch rassistische Behauptungen zur widerlegten Telegonie-Hypothese des 19. Jahrhunderts. (…) Köwing spricht im Rahmen seiner rassistischen Ansichten auch von „Schmarotzern“, die „wir“ uns „eingefangen“ hätten, und nennt in diesem Zusammenhang hypothetische „Die Grauen“ (Greys) und Juden. (…) Der stattfindende und über einen langen Zeitraum beobachtbare weltweite Klimawandel wird als Klimalüge ebenfalls in Frage gestellt und mit kurzfristigen Wettererscheinungen an ausgesuchten Orten verwechselt. Köwing ist auch Anhänger des unwissenschaftlichen Kreationismusglaubens. (…) Unter dem Vorwurf, den Holocaust zu leugnen, kam es am 31. Mai 2012 zu einer richterlich angeordneten Durchsuchung und Beschlagnahme von Computern bei Ernst Köwing. Köwing wurde im Februar 2014 wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil des Amtsgerichtes in Varel wurde vor dem Oldenburger Landgericht bestätigt und ist damit rechtskräftig. Köwing hatte zuvor in einer Berufung auf Freispruch plädiert.

Montagsdemo München am 26. Mai 2014

Der folgende Bericht stammt von der Facebookseite des Netzwerk Aktion & Recherche – „Die Freiheit“ watch (Rechte Strukturen in München und Umgebung aufdecken, enttarnen und bekämpfen!)

Verschwörungsrapper*innen, Neonazis und basisdemokratische Abstimmungen

 

Im Mittelpunkt der gestrigen Montagsmahnwache stand dieses Mal der Auftritt des Verschwörungs-Rappers „Kilez More“ und seiner Rap-Partnerin „Morgaine“ (…), die einige Lieder aus ihrem Repertoire an diesem regnerischen Abend live am Sendlinger Tor performten.

 

Journalisten wurden reihenweise beleidigt, bedroht und an der Arbeit gehindert. Eine Erklärung dafür hatten die pöbelnden Demo-Teilnehmer*innen (die sich doch sonst immer beschweren, dass niemand über sie berichtet ) schnell parat: „scheiß Massenmedien“, „falsche Berichterstattung“, „ihr versucht uns in die rechte Ecke zu stellen“. Weiterhin sei einem Studenten, der sich zuvor für eine Rede angemeldet hatte, eben diese verwehrt worden. Grund hierfür sei gewesen, dass ein Demo-Organisator nicht mit dem Teil der geplanten Rede einverstanden war, der die Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ stark kritisierte.

 

Die angesprochene „rechte Ecke“, (genauer: die „rechtsextreme“ Ecke) ließ wie gewohnt auch nicht lange auf sich warten. Insgesamt ein Dutzend Neonazis, darunter auch der verurteilte Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger, fanden sich im Laufe der Veranstaltung auf dem Sendlinger-Tor-Platz ein.

 

Diesmal waren jedoch nicht – wie die letzten Male – nur Aktivist*innen aus den Reihen der BIA anwesend, darunter Karl Richter, Vanessa Becker, Manfred Schiessl, Renate Werlberger und Florian Gnad.
Auch lokale FNS-Akteure zeigten Präsenz: neben Statzberger gesellten sich u.a. Marcel Burucker, Dominik H., Tirza M. und Tom R. zu den Mahnwachlern.

 

Nachdem die Anwesenheit von Neonazis auf den ersten Mahnwachen nur wenige Mahnwachler gestört hatte, wurde dieses mal relativ rasch sowohl von der Demo-Organisation, dem Publikum als auch vor allem von den Live-Acts „Kilez More“ und seiner Partnerin „Morgaine“ lautstark ein Ausschluss bzw. das Verschwinden der Nazi-Gruppen gefordert.

 

Diese allerdings zeigten sich relativ unbeeindruckt von den Forderungen. Daraufhin organisierte ein Teilnehmer der Demonstration eine Abstimmung über den Verbleib der Neonazis, woraufhin sich etwa 3/4 der Anwesenden für einen Ausschluss entschieden. Das restliche Viertel setzte sich überwiegend für eine Akzeptanz der Neonazis ein, einigen war es auch komplett egal.

 

Ob das ungewöhnlich starke Engagement für den Ausschluss nun darauf hinauszuführen war, dass die Leute deutliche Probleme mit der rechtsextremen Ideologie ansich hatten oder man schlicht und ergreifend die Nazis zumindest von der Veranstaltung weghaben wollte „um den Medien keine Steilvorlage für das Drängen der Demos in die rechte Ecke zu geben“, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.

Dem anfangs lautstarken Protest fehlte allerdings schlussendlich die Konsequenz. Die Neonazis selbst kümmerten sich wenig um den Aufruhr, im Gegenteil: sie nutzten die Aufmerksamkeit, um Flyer der FNS-Tarnorganisation „Der Dritte Weg“ zu verteilen und neue Sympathisant*innen zu gewinnen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Umgang mit Rechtsextremen bei den nächsten Mahnwachen entwickelt.

Siehe dazu auch das Video „Unter Kriegsgegnern“

Dieser Patrick W. bei 5:10 ist meines Wissens nicht mehr Mitorganisator der Münchner Montagsdemo.

In einem Kommentar zu diesem Bericht schrieb eine Userin bei Facebook:

Grund hierfür sei gewesen, dass ein Demo-Organisator nicht mit dem Teil der geplanten Rede einverstanden war, der die Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ stark kritisierte.“

 

Das ist nicht richtig. Soweit ich das mitbekommen und beobachtet habe, hat sich die Orga Gruppe gespaltet, da der eine Teil genau das zitierte vertritt. Und der andere Teil auf diese Differenzierung grossen Wert legt. Der Teil der der diese Meinung vertritt, war nicht an der Orga letzten Montag beteiligt. Ich habe selber mit demjenigen gesprochen. Gut wäre da mal ein Blick auf die Seiten „Montagsdemo München“ und „Friedensbewegun 2014 München“, dort kann man die Auseinandersetzung über den internen Richtungskampf sehr gut nachverfolgen.

 

„Daraufhin organisierte ein Sprecher der Demonstration eine Abstimmung über den Verbleib der Neonazis, woraufhin sich etwa 3/4 der Anwesenden für einen Ausschluss entschieden. Das restliche Viertel setzte sich überwiegend für eine Akzeptanz der Neonazis ein, einigen war es auch komplett egal.“

 

Derjenige der diese Abstimmung organisierte ist kein Sprecher der Orga, sondern ein ganz normaler Teilnehmer, der das bereits Wochen vorher unter Zuspruch geplant hatte.

 

Die lautstarken Distanzierungen von KM, Morgaine und vielen vielen Demonstranten, die die Leute vom Platz haben wollten, waren überzeugend. Nicht geheuchelt!

 

Aber auch da ist es nunmal so, dass es nicht erlaubt ist diese Leute von dort zu verbannen. Das ist eine nach dem GG geschützte Versammlungsfreiheit und es ist nicht erlaubt friedliche Teilnehmer aufgrund ihrer politischen Gesinnung auszuschliessen. Was soll man mehr tun, als sie wiederholt bitten zu gehen? Sie vom Platz schleifen?
 

Die Menge muss den Leuten zeigen, dass sie unerwünscht sind. Und mehr ist nicht drin, da der Versammlungsleiter unter freiem Himmel kein Hausrecht ausübt, wie KM das angemerkt hat.
http://www.gesetze-im-internet.de/…/versammlg/gesamt.pdf1

 

In der Menge wurde diese Distanzierung als sehr positiv empfunden. Viele Leute um ich herum haben gesagt: „endlich!“

 

Noch deutlicher ging es eigentlich gar nicht.

 

Die paar Hanseln die bei der Abstimmung FÜR die Nazis waren, sind Leute die mir persönlich in der MD Gruppe schon durch ihr Gehabe aufgefallen sind und ein ehemaliger MItorganisator, der kurz nach der Aktion sich offiziell auch verabschiedete, weil er das offensichtlich nicht ertrug.

 

Die zweite MD die nun im Englischen Garten stattfinden soll, ist also abgekoppelt von der ursprünglichen MD zu betrachten, würde ich meinen.
 

Und zu der Demo am 26.05 am Sendlinger Tor, da hatte ich nach 5 oder 6 mal Teilnahme nun endlich mal das Gefühl, dass ein „anderer Wind“ weht.

 

Das vermehrte Aufkreuzen der Nazis ist ganz leicht zu erklären: die finden das witzig. Allerdings ist noch mehr in Planung um sie dazu zu bekommen, dass sie freiwillig gehen.
 

Ich würde mich aber nicht nur auf die Nazis konzentrieren, teilweise wurden da auch ganz andere krude Thesen vertreten.. nicht mehr so offen, ich hoffe auch das löst sich ja vll auf. Die Orga Leute bemühen sich offensichtlich darum.

 

Was die Frau angeht, die den Mann mit der Abstimmung unterbrach und ihr Weizenmehr-Franzosenhasser-Statement gehalten hat – das habe ich auch kritisch gesehen. Bissi strange. Naja.

Interessant. Die Demo hat sich also schon gespalten.

Zu guter Letzt noch dieses, Morgaine äußerte sich selber auch auf der Demo.

Man mag ihr und dem Rapper die Distanzierung von Rechts durchaus abkaufen. Genauso wie den meisten Demoteilnehmern. Es bleibt aber die Frage offen, was die Demos für die Rechten so attraktiv macht. Und das sind vor allem die Verschwörungstheorien, die da postuliert werden sowie diese versuchte unpolitische Haltung „Wir sind weder Rechts noch Links“.

  1. Hinweis: Für Bayern ist das Bayrische Versammlungsrecht von 2008 entscheidend. http://goo.gl/UW76gj []

„Ein Wagen der Markenrechtsinhaberin POLIZEI“?

Die spaßigen Montagsdemos reißen nicht. In Oldenburg heult jetzt jemand rum, ein Reichsdepp, weil er dort brutale(!!1!!11!!ELF!!!) Zensur erleben musste. Das Zitat aus der Überschrift kommt bei 0:55 vor.

Das hier ist Jürgen Elsässer auf Montagswahnmache Erfurt am 26.05.2014. Scheint nicht sehr beliebt zu sein bei den „gekauften Elementen des amerikanischen Faschismus“.

Und das Märchen mit den Chemtrails wurde diesmal u.a. in Neubrandenburg dokumentiert.

Und weil ich grad bei Chemtrails bin, Folgendes stammt zwar nicht direkt von einer Montagsdemo, aber der Typ bezieht sich später dann auch auf den „Zeugen“.

Chemtrails-Attacke am 21. und 22.05.2014 im Landkreis Bautzen, Kamenz, Pulsnitz!

Schon fast täglich versprühen Flugzeuge Chemtrails über dem Verwaltungsgebiet der BRiD. So auch geschehen am 21. und 22.05.2014.

 

Am 22.05.14, 04:00 Uhr bekam ich plötzlich einen sehr starken Hustenanfall im Bett. Sofort kam es zu massiven Anschwellungen im Gesicht, besonders an der Oberlippe – siehe Foto.

 

Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich unmittelbar über unserer Wohnung ein Flugzeug, daß Kreise flog und Chemtrails versprühte.

 

Am 22.05.2014, 10:37 Uhr rief ich den Leiter des Umweltamtes des Landkreises Bautzen, Herrn Georg Richter – http://www.landkreis-bautzen.de/58.html an und frage ihn, was das Umweltamt zur Verhinderung von Chemtrail-Einsätzen unternimmt.

 

Mit Erstaunen mußte ich vernehmen, daß Herr Richter angeblich weder etwas über Chemtrails gehört hat, noch die massiven Einsätze über Bautzen gesehen haben will!???

Was für fähige Angestellte haben wir doch im Landkreis Bautzen!?

 

Nun, ich werde Strafanzeige und Schadenersatz bei den entsprechenden Stellen stellen.

 

Jemand der darüber wirklich Bescheid weiß und selbst solche Anlagen im Auftrag der Verwaltungsfirmen und des Militärs in Flugzeuge eingebaut hat, berichtet auf der Mahnwache in Dresden am 12.05.14.

So sehen sie aus, diese Chemtrails:

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Alles klar?

Zum Abschluss heute noch ein sehenswerter Film der Filmpiraten über die Gegener der Montagsdemos und ihre Beweggründe.

PS: Constanze sagt, durch Liebe können wir alles ändern. In diesem Video aus Berlin ab 23:00.

Neues und Altes von den Montagsdemos

Das Problem bei den derzeit stattfindenden Montagsdemos ist meiner Meinung nach weniger der wirklich rechte Rand, der sich da rumtreibt, aber nur schweigend zuschaut. Das Problem sind die Dinge, die die so genannten Mahnwachen für Frieden (anderorts auch „Wahnmachen“ genannt) für die Rechten überhaupt erst attraktiv machen. Einerseits die unpolitische Positionierung „Wir sind weder Rechts noch Links“, über die ich bereits öfters schrieb (wobei die es Zweifel daran gibt, ob Märholz wirklich so unpolitisch war und ist, wie er sich gibt), aber vor allem sind diese Demos ein Sammelbecken von Verschwörungstheorien, wie man sie wohl kaum bisher so konzentriert in der Öffentlichkeit gesehen hat. Leider treten da nicht nur die VT-Spinner auf, die Zuschauer klatschen auch mehrheitlich Beifall, und sei es noch so abstrus, was da gesagt wird. Da ist dann alles dabei: Chemtrails, Deutsches Reich, Jüdische Weltverschwörung, Deutschland ist besetzt, wir haben keine Verfassung, Michael Jackson wurde ermordet weil er zuviel wusste….

Im Folgenden ein paar Beispiele. Die sind nicht maßgeblich für alle Montagsdemos, geben aber doch einen recht guten Überblick, was für Ideen da verbreitet und akzeptiert werden.

Ein schönes Beispiel ist dieser Typ aus Hamburg (Da wo schon mal darüber geredet wurde, das Michael Jackson ermordet wurde, weil er die Wahrheit sagte), der die Behauptung aufstellt, das Hitler mit den Rothschilds verwandt ist. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob der junge Mann nicht eher etwas für eine psychiatrische Behandlung ist.

Ein weiterer Reichsdepp ist diese Person:

Dieser folgende Typ sprach mehrmals auf der Montagsdemo in München, es war immer sehr einschläfernd. Inzwischen soll ihn die dortige Orga wohl rausgeschmissen haben. Wenn, dann zu Recht! Das hat er auf seiner Facebookseite gepostet:

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Über die Sympatisanten und Unterstützer der Montagsdemos erfährt man viel, wenn man sich diesen Screenshot von Facebook anschaut:

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Es wird bei den Demos auch immer wieder kritisiert, dass die großen Medien (ARD, SPIEGEL, etc.), also die so genannten Mainstreammedien, alle gleichgeschaltet sind und man die ja sowieso nicht schauen kann. Gleichzeitig wird sich darüber beschwert, das diese „Lügenmedien“ nicht über die Montagsdemos berichten. Jetzt haben sie dieses inzwischen öfters getan, das ist aber auch wieder nicht richtig.

So gab es am 19. Mai bei 3sat Kulturzeit einen Bericht, und das waren die Reaktionen darauf.

Eine besonders schöne Reportage von den Montagsdemos liefert Caro Korneli:

Und auf den Bericht bei Spiegel TV waren das die Reaktionen:

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Noch Fragen?

Aber selbst Ken Jebsen, eine der bekanntesten Figuren von den Montagsdemos, vergisst schon mal seine gute Kinderstube, wenn er kritisiert wird.

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Neuerdings zoffen sich die Mahnwichtel ja schon untereinander. Eine schönde Dikumentation dazu findet man hier: Berliner Mahnwachen Hauptorga setzt Mahnwache Erfurt ab – Zentralismus statt Basisdemokratie!

So, und jetzt gehe ich mein Geld verprassen, welches mit der Verfassungsschutz für diesen Beitrag gezahlt hat.

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Montagsdemo in München, 12.05.2014

Bei der gestrigen Montagsdemo in München habe ich selber seine längere Rede gehalten. (Siehe unten) Ziel war es, den Versammelten zu zeigen, warum solche Demos für die Rechten attraktiv sind. Dabei gab es eine ganze Menge Unmut, insbesondere als ich darauf zu sprechen kam, welche Schuld Deutschland in der internationalen Politik und als kapitalistisches Land hat. Das, und auch die Tatsache, dass Deutschland eben nicht mehr ein besetztes Land ist, wollte man offensichtlich nicht hören, was sich auch in den Gesprächen anschließend zeigte, die ich mit einigen führte. Es war, als nehme man den Leuten da ihr Spielzeug weg. Einer riet mir später, mich in psychologische Behandlung zu begeben, derselbe, der dann in seiner Rede neben einigem bla, bla dazu aufrief, das Buch „Die Jahrhundertlüge“ zu lesen. Alles klar.

Eine andere Rednerin erklärte mit einem einfachen Beispiel, das Geld aus dem Nichts entsteht. Da hatte ich das dringende Bedürfnis, ihr „Das Kapital“ von Marx an den Kopf zu werfen. Offensichtlich müssen wir da mal einen Beitrag halten, der das alles ins richtige Licht rückt. Ich befürchte allerdings, auch das wollen die wenigsten da hören.

Ein paar Redebeiträge waren auch gut, ein sich selber Kommunist nennender Mann sagte, dass es nicht alleine um das Zinssystem geht, dass wir durch produktive Arbeit Werte erschaffen und dass wir alle hier ausgebeutet werden.

Die Krönung war allerdings ein junger Mann, der erklärte, dass der zweite Weltkrieg von Großbritannien angefangen wurde. Das stieß dann doch erfreulicherweise auf eher wenig Beifall und auch von Seiten der Organisatoren gab es sofort ein klares Contra.

Überhaupt muss man den Organisatoren zu Gute halten, dass zumindest sie sich klar positionierten. Nicht nur das von Anfang an ein Banner zu sehen war, auf dem stand: „Wir brauchen keine Verschwörungstheorien, uns reicht(s) die Praxis“, auch wurde im Laufe des Abends noch eine „Gegen Nazis“-Fahne aufgeflaggt. Und als ein Redner forderte, wenn man einen Linken sprechen lässt, dann muss auch einen Rechten sprechen lassen, wurde dem unmissverständlich eine deutliche Absage erteilt. Genauso soll es sein! Aber wie ich in meiner Rede sagte, die Organisatoren bieten eine Plattform, die Demo und was daraus wird, das liegt bei den Demonstranten. Und das macht es nicht leicht für sie.

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(Mehr Bilder gibt es heute nicht, sie ähneln allerdings denen der letzten Wochen.)

Meine Rede auf der Montagsdemo für Frieden in München am 12. Mai 2014

Servus miteinander, mein Name ist Daniel, ich komme ursprünglich aus Dresden. Ich spreche heute hier, weil ich es als Linker für wichtig halte, nicht nur zu meckern sondern auch konstruktiv etwas beizutragen.

Ich bin heute hier, weil ich für Frieden bin. Für Frieden zwischen allen Menschen, egal welche Hautfarbe, egal welche Nationalität, egal welche soziale Herkunft, egal welche Sexualität und egal welche Religion oder auch Atheisten, so wie ich. Frieden ist das Wichtigste für die Menschen. Wenn mich meine Eltern fragen, was ich mir zum Geburtstag wünsche, dann ist meine Antwort regelmäßig: „Ich wünsche mir ein bisschen Weltfrieden“. Sie können mir den Wunsch leider nicht erfüllen, also muss ich selber etwas tun.

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Montagsdemo in München, 5. Mai 2014

Ich besuchte gestern wieder die Montagsdemo in München.

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In der letzten Woche tauchte unter anderen der NPD-Kader Karl Richter auf. Er sprach nicht dort, er war für die meisten vermutlich nicht mal erkennbar, er stand nur am Rande rum, war aber sichtbar. Das brachte danach die Organisation der Montagsdemo zu einem deutlichen Statement auf Facebook. Ich zitiere:

„Wir hatten letzte Woche leider das zweifelhafte Vergnügen, Besuch von einem Herrn zu haben, welcher Mitglied in einer Partei ist, deren Namen wir hier nicht sagen möchten, da wir sonst für diese auch unfreiwillig werben würden. (…) Bisher sahen wir glücklicher Weise noch keinen Grund uns der Art genau mit dieser Materie zu befassen, jedoch lehrte uns der letzte Montag, dass wir diese Thematik nun doch aufgreifen müssen. Wir distanzieren uns hiermit öffentlich von jeglichen Ideologien und Ansichten von Personen oder Parteien, die sich aufgrund ihrer menschenverachtenden Einstellung offensichtlich nicht mit unserem Wunsch nach Frieden vereinbaren lassen. (…)“

Bereits im Eröffnungsbeitrag wurde bei der gestrigen Montagsdemo noch mal darauf hingewiesen, dass man sich entschieden von Rechtsextremen distanziert und mit diesen Menschen auch nicht für Frieden zusammenstehen will. Man räumte diesem Thema auch seinen eigenen Raum im Rahmen der Veranstaltung ein. Es wurde gesagt, wir sind Bürger der Mitte und gewisse Parteitätigkeiten lassen sich nicht mit Frieden vereinbaren.

Leider war auch diesmal wieder eine Gruppe mehrere Nazis anwesend, die wieder die ganze Zeit nur am Rand da standen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich aus eigener Erfahrung als Mitorganisator der Montagsdemos gegen Hartz IV 2004 in Dresden weiß, wie verdammt schwer das Problem mit Nazis zu lösen ist. Wir haben es damals nie ganz geschafft, die von uns wegzuhaben. Und ich wäre sehr empört gewesen, hätte jemand unseren Montagsdemos eine rechte Gesinnung vorgeworfen, nur weil sich da eine Gruppe bekannter Nazis sich in der Peripherie rumtreibt.

Was ich also sagen will, obwohl diese Typen da auftauchten, die Montagsdemo in München selber hat mit diesen Nazis nichts zu tun und den Veranstaltern kann man auch keinerlei Sympathien für diese vorwerfen, im Gegenteil, sie wehren sich dagegen.

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Allerdings, und das muss ich hier auch thematisieren, distanzierte man sich zu Anfang auch von Links, bzw. Linksextremismus. Da kam doch wieder durch, diese versuchte unpolitische Haltung, wir sind nicht links und rechts.

Bei der Veranstaltung, um jetzt mal zum Thema zu kommen, waren nach meiner Schätzung 300-500 Menschen da. Viele hatten Transparente oder Schilder dabei. Einige der Plakate zitierten auch zum Beispiel Rosa Luxemburg oder Bertolt Brecht, das soweit zu „wir sind nicht links“. Ganz vereinzelt gab es auch, ich sag das mal so direkt: Spinner.

Die Demonstranten bekamen selber die Möglichkeit, am Mikrofon zu sprechen. Ein junger Mann, der schon öfters sprach, redete viel von Liebe und Frieden. Das war eher esoterisch angehaucht, da schaltete ich dann lieber ab.

Um 19 Uhr wurde eine Schweigeminute für die Opfer in Odessa (Ukraine) abgehalten. Zwei junge Frauen aus der Ukraine sprachen anschließend darüber, das waren bewegende Beiträge.

Die meisten weiteren Redebeiträge beschäftigten sich mit dem Thema Frieden, auch mit dem Thema Faschismus, speziell in der Ukraine, welcher natürlich abgelehnt wurde und mit der Kriegsgefahr. Es kam aber auch wieder bei einigen wenigen die Rede auf diverse Verschwörungstheorien wie das Deutschland ja so gar nicht existiert und es war die Rede von „Freier Energie“. Letztlich aber eher harmlos. Hier muss man wohl mal ein klares Wort über diesen Unsinn sprechen. Da ist noch viel Aufklärung nötig.

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Ich meldete mich auch zu Wort, da ich es wichtig fand, das Thema Links und Rechts klarer zu stellen. Ich stellte mich vor als „Ich bin Antifaschist und Kommunist und linksextrem“. Den Menschen erklärte ich, dass ich es sehr gut finde, dass man sich offen von Rechts distanziert. Und obwohl da hinten eine Gruppe Nazis steht, will ich niemanden in der Demonstration vorwerfen, rechte Ansichten zu vertreten. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass es eine konsequente Friedenspolitik und Kapitalismuskritik mit linken und fortschrittlichen Positionen geben kann. Und wie Rosa Luxemburg sagte, wer unpolitisch ist, ist unbewusst politisch.

Leider war mein Redebeitrag dann aber auch der einzig, der Buhrufe bekam. Vielleicht hat man mich nicht richtig verstanden? Anderseits wurde mir aber im Nachhinein von einigen Teilnehmern bestätigt, dass diese Buhrufe bei ihnen auf Unverständnis stießen.

Ich konnte im Anschluss mit mehreren der Anwesenden noch lange diskutieren. Dabei stellte sich ein sehr unterschiedliches Meinungsbild heraus. Während ich von einigen Zustimmung bekam, waren andere doch der Meinung, dass man nicht in den Kategorien links und rechts denken solle. Öfters kam auch wieder die Meinung durch, dass Deutschland kein souveräner Staat ist und ziemlich lange sprachen wir darüber, was eigentlich Antisemitismus bedeutet. Sehr lachen musste ich dann, als mir jemand vorwarf: „Du hältst Dich für gebildet, weißt aber nicht, dass die FED eine Privatbank ist.“

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Als Fazit würde ich sagen, die Münchner Montagsdemo ist auf dem richtigen Weg ist. Weniger Verschwörungsunsinn, mehr politische Inhalte, eine deutliche Benennung der Ursachen für Krieg und Faschismus, das ist nötig. Als Linke haben wir hier die Möglichkeit, da entweder nur zuzuschauen oder mit eigenen Beiträgen zu versuchen, die Themen Krieg & Kapital deutlich in den Fokus zu setzen.

Die Organisatoren, das soll noch mal extra erwähnt werden, haben keine leichte Aufgabe, aber sie geben sich große Mühe, diese zu bewältigen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist und ich wünsche ihnen, dass sich das noch besser entwickelt.