Links am Sonntag, diesmal am Dienstag (09.09.2014)

Urlaub in Dresden ist vorbei, Schnupfen läuft noch, Migräne (Stufe 5 von 5, also schlimm, sehr schlimm) verzieht sich. Zeit mal die gesammelten Links der letzten Tage und Wochen endlich zu veröffentlichen. Grüße an Bolschewist. 🙂

Demonstrationen und Schikanen in Deutschland

Wichtig für politische Demofotografen: Es muss nicht gleich der ganze Computer beschlagnahmt werden, wenn es um einzelne Fotos geht.

Und noch mal Demofotografie: Wenn sich Polizisten im Dienst nicht fotografieren lassen wollen

Vor vier Jahren in Stuttgart: Das war mein Schwarzer Donnerstag

Ebenfalls zu dem Thema Stuttgart: Die guten Tipps vom Staatsanwalt Biehl

Dieses Jahr in Hamburg: Die Klobürste in Hamburg, es hätte nicht soweit kommen müssen. Aber der Polizei war das Gesetz ja mal wieder egal.

Auch Hamburger Rechtsauffassung: „Die Hamburger Polizei bringt es mir näher“

Nahost, Antisemitismus und Islamophobie

Linksjugend solid: Linke Grundprinzipien verteidigen! Nein zu Kriegsrechtfertigung, Islamophobie und pro-kapitalistischen Positionen!

Ich bin keine Antideutscher. Auch wenn ich manchmal die Israelfahne zeige. Die Antideutschen. Rückblick und Kritik

Kölner geduldete Zustände: “Auschwitz war gar nicht so schlimm!” (Und dabei ist Köln sonst so eine weltoffene Stadt.)

„10 gute Entgegnungen auf 10 dämliche Phrasen“

Hisbollah-Chef Nasrallah: „Krebsgeschwür Israel entfernen“

Ich finde dieses Diskussionen, wer war zu erst da, wer hat den besseren Anspruch, wer darf da sein und wer nicht, ziemlich kontraproduktiv. Sie führen einfach zu nichts. Trotzdem interessant: „Jor­da­ni­scher Scheich: ‘Es gibt kein “Pa­läs­tina” im Ko­ran. Al­lah hat Is­rael den Ju­den gegeben’“

Für Millionen Flüchtlinge eine Abteilung der UN. Für palästinensische Flüchtlinge seit 60 Jahren eine besondere Abteilung. Die dubiose Rolle der UN im Gazastreifen

„Brief an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon von den Eltern des getöteten Daniel (4)“

Das Problem heißt nicht Islam. Das Problem heißt, wie so oft, Fanatismus! Muslime vor der Radikalität schützen

Wer hat IS gegründet? Die Phantasie kennt keine Grenzen

Ortsnamen „Tod den Juden“: Gemeinde will Weiler nicht umbenennen

Über Gaza berichten: Gegen die Bilder ist unser Text machtlos

Wahlen und AfD

Ok, die Wahl in Sachsen ist durch. Trotzdem noch interessant: Filmkritik: Wahlwerbespots der sächsischen Parteien zur Landtagswahl 2014

Nach der Landtagswahl in Sachsen: AfD gibt erstes Amt zurück

Die braunen Streifen in der hellblauen Unterhose: „Das gefährlichere Übel“

Ach diese Reichsdeppen…

Diese allwissenden Deutschen

„Falsches Kennzeichen: „Supermario“ unterwegs auf der Autobahn“

„Ein offener Brief an Xavier Naidoo, alle Reichsbürger und jedes Individuum, das von einer “BRD GmbH” spricht“

Die Zwangsvollstrecker: Waldviertler Politsekte erklärt ihr Weltbild

Sehr lesenswertes Buch! „Vorwärts in die Vergangenheit! Durchblick durch einige „reichsideologische“ Nebelwände“

Dies & Das

Heute gibt es sicher ein neues. Versicherer klagen über Betrugswellen nach Erscheinen neuer iPhones

Die Mietpreise in München sind jenseits von Gut und Böse. In Freising, meine jetzigen Heimatstadt, sieht die Lage nicht besser aus. Das bemerken die Betroffenen eines kürzlichen Brandes in der Freisinger Innenstadt: Höchstens Kellerlöcher zu haben

Gera: „Einmaliges finanzielles Elend in Deutschland“

NPD kündigt „Besuche“ in Brandenburger Flüchtlingsunterkünften an

PS: In der neusten Version 4.0 der WordPress-Software bleibt beim scrollen in Editor die Formatierungsleiste oben endlich dauerhaft sichtbar. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was das für eine Erleichterung ist. 🙂

Antisemitische Volksverhetzung bei Pro-Hamas-Demo
in Berlin (17.7.2014)

Das sind sie, die Freunde Palästinas der Hamas ((Mit den Menschen in Palästina haben diese Arschlöcher nichts zu tun)) und die Feinde Israels. Macht mir Angst.

YouTube

Während einer Demonstration auf dem Berliner Kurfürstendamm von der palästinensischen Community, anlässlich des aktuellen Konflikts zwischen Israel und Gaza, riefen die Teilnehmenden mehrfach die antisemitische und volksverhetzende Parole „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein.“ (§ 130 StGB)

Außerdem verbrannten einige Demonstrierenden eine Fahne des Staates Israel.

An der Demonstration, die sich auch gegen eine parallel laufende pro-israelische Kundgebung richtete, nahmen nach Polizeiangaben rund 400 Menschen teil.

Weitere antisemitische Parolen, die auf der Demonstration skandiert wurden:
– „Khyber, Khyber, ya Yahood, jesh Mohammed sofa ya’ud.“ („Oh Juden, denkt an Khyber, Mohammeds Armeen werden wiederkehren.“)
– „Zionisten sind Faschisten, töten Kinder und Zivilisten“
– „Tod, Tod, Israel“
– „Kindermörder Israel, Frauenmörder Israel, Massenmörder Israel“
– „Netanjahu, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein.“
– „Und Zionisten, leise leise, ihr seid doch alle Scheiße“

Man beachte auch ab 1:00 den Typen mit tätowierten „COPKILLER“ im Nacken und „88“ auf dem Arm.

Anderere Stadt, gleiches Problem: In Essen waren u.a. solche Schilder zu sehen:

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Leipzig: „Scheiß Juden“: Zwei Demonstrationen zum Nahostkonflikt in Leipzig

Aber die Polizei hat diesmal durchgegriffen.

Es flogen vereinzelt Gegenstände in Richtung der anwesenden Gegendemonstranten und es wurde, sobald in Reichweite, nach ihnen geschlagen. Anwesende Polizeibeamte und Mitdemonstranten konnten einzelne Teilnehmer nur mit Mühe zurückhalten. Um die Lage zu beruhigen, wurden die Gegendemonstranten von der Polizei zurückgedrängt. Wenig später begegneten sich die beiden Gruppen jedoch erneut am Schillerpark. Dort fielen dann auch die letzten Hemmungen bei den Teilnehmern der Spontandemonstration.
Die Gegendemonstranten wurden als „Scheiß Juden“ beschimpft. Unter großem Beifall der Gaza-Aktivisten wurde ein Gegendemonstrant aus noch unbekannten Gründen von der Polizei zu Boden gebracht und in Handschellen zur Durchsuchung abgeführt.

Antisemitismus und Antizionismus in der Charta der Hamas

Antisemitismus und Antizionismus in der Charta der Hamas
Eine Fallstudie zur Judenfeindschaft im islamistischen Diskurs

Die Feindschaft gegen Juden prägt auch zahlreiche islamistische Diskurse. Die Charta der Hamas fordert einen Palästinenserstaat – und ruft zur Erreichung dieses Ziels ganz offen zur Tötung von Juden auf.

Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung
Autor: Prof. Dr. Armin Pfahl-Traughber
Veröffentlicht: 4.7.2011

Einleitung und Fragestellung

Die Feindschaft gegenüber den Juden und der Zerstörungswille gegenüber Israel prägen zahlreiche islamistische Diskurse. Hierbei handelt es sich keineswegs um ein neues Phänomen. Neu hingegen ist die kritische Aufmerksamkeit in der westlichen Öffentlichkeit für solche Positionen. Anhand der programmatischen Charta der „Hamas“ soll aufgezeigt und untersucht werden, wie sich judenfeindliche Positionen im islamistischen Diskurs wiederfinden. In dem Text von 1988, der mittlerweile auch in einer deutschen Übersetzung vorliegt, findet man die grundlegenden Auffassungen und Ziele der Organisation. Hierzu gehören auch Kommentare zu den Juden und Israel, welche als erklärte Feinde der „Hamas“ gelten. Hier sollen dazu zwei Fragen beantwortet werden: Aus welchen geistigen und kulturellen Traditionen leiten sie sich ab? Und: Welche Konsequenzen verbinden sich damit bei einer Umsetzung für die Juden und den Staat Israel?

Die Hamas als islamistische Organisation

„Hamas“ steht in der arabischen Sprache für „Eifer“ oder „Engagement“. Gleichzeitig handelt es sich um eine Abkürzung für „Harakat al-muqawama al-islamiya“ („Bewegung des islamischen Widerstandes“). Das Emblem der Organisation zeigt u.a. eine Karte vom heutigen Israel mit dem Gaza-Streifen und Westjordanland, was vollständig für das zukünftige Palästina beansprucht wird. Damit artikuliert sich bereits eine politische Grundposition der Organisation, die als palästinensischer Zweig der „Muslimbruderschaft“ erstmals 1987 unter ihrer heutigen Bezeichnung öffentlich auftrat. Zunächst beschränkte man sich auf soziale Arbeit und religiöse Propaganda. Erst nach der ersten Intifada ging die „Hamas“ zur Gewaltanwendung über, was sich auch in zahlreichen Selbstmord-Anschlägen zeigte. Bei den Wahlen 2006 erhielt man als Partei die absolute Mehrheit der Mandate im palästinensischen Legislativrat.

Der Text der Hamas-Charta als Quelle

Bei der am 18. August 1988 erstmals veröffentlichten Charta der Hamas handelt es sich um einen Text, der in der hier zitierten deutschsprachigen Übersetzung zwanzig eng bedruckte Seiten umfasst. Die mit Kapitelhinweisen und Seitenzahlen im Folgenden belegten Zitate entstammen folgender Übersetzung: Charta der Islamischen Widerstandsbewegung Hamas (aus dem Arabischen von Lutz Rogler [Redaktion INAMO, Berlin]), in: Helga Baumgarten, Hamas. Der politische Islam in Palästina, München 2006, S. S. 207-226. Zwischen der Präambel und dem Schlusswort finden sich fünf Kapitel mit 34 einzelnen Artikeln. Dabei entspricht die formale Stringenz der Strukturierung des Textes aber nicht unbedingt auch einer inhaltlichen Stringenz, d. h. entgegen der Ankündigung in den einzelnen Überschriften findet man darunter auch Positionen zu ganz anderen politischen Fragen. Der Text der Charta der Hamas steht unabhängig vom Ausmaß seiner Verbreitung für das politische Selbstverständnis der Organisation.

Das Bild von Israel und Palästina im Text

Die „Hamas“ postuliert, „dass das Land Palästinas ein islamisches Waqf-Land für die Generation der Muslime bis zum Tag der Auferstehung ist“. Dies meint, dass es sich bei Palästina um eine Art fromme Stiftung, um ein islamisches Land handelt. In dieser Perspektive steht die Region vollständig im Besitz der Muslime und zwar als Ergebnis einer göttlichen Vorgabe. Dies bedeutet für die „Hamas“ denn auch: „Weder darf es oder ein Teil von ihm aufgegeben werden noch darauf oder auf einem Teil von ihm verzichtet werden …“ (S. 212, Artikel 11). Dazu seien weder Organisationen, Regierende noch Staaten berechtigt. Jede Abweichung von diesem Grundprinzip deutet man als Verstoß gegen Gottes Willen. Dies meint letztendlich auch, dass ein Existenzrecht Israels niemals anerkannt werden kann, da es in dieser Sicht gegen die diesbezügliche Deutung des Islam spreche. Als tagespolitische Konsequenz ergibt sich aus dieser Auffassung die Ablehnung jeglicher Friedenslösungen und -verhandlungen.

Die gewaltsame Zerschlagung Israels als Ziel

Das beschriebene Bild von Israel und Palästina bedingt aber nicht nur eine Ablehnung von Friedensgesprächen, sondern auch die Grundposition zur Zerschlagung des Staates Israel. Dies deutet sich in der Charta bereits bei der Skizzierung des exklusiven Selbstverständnisses an: „Die Islamische Widerstandsbewegung ist eine einzigartige palästinensische Bewegung, die Gott ihre Treue gibt, den Islam zur Lebensweise nimmt und dafür wirkt, Gottes Banner auf jedem Fußbreit Palästinas zu hissen …“ (S. 210, Artikel 6). Im Kontext dieser Auffassungen findet man im Text auch immer wieder die Forderung nach einem „Dschihad“, wobei hiermit der Aufruf zum gewalttätigen Kampf gemeint ist. So heißt es etwa: „Der Patriotismus ist aus Sicht der Islamischen Widerstandsbewegung ein Teil des religiösen Glaubens, und es gibt im Hinblick auf den Patriotismus nichts Weit- und Tiefgehenderes, als wenn, nachdem der Feind seinen Fuß auf das Land der Muslime gesetzt hat, der Dschihad gegen ihn zu führen“ (S. 213, Artikel 12) ist.

Die antisemitische Dimension der antizionistischen Positionen

Die vorgenannten Auffassungen und zitierten Passagen sind keineswegs lediglich antizionistisch gegen Israel. [vgl. Artikel «; Anm. d. Redaktion] Sie sind auch antisemitisch gegen die Juden gerichtet. Als ein erstes Indiz dafür kann schon die Wortwahl gelten, benennt der Text die feindlichen Akteure doch gerade nicht als „Israelis“ und nur selten als „Zionisten“. Vorherrschend ist die Formulierung „Jude“ für den jeweiligen Feind. Darüber hinaus heißt es an einer Stelle: „Israel ist mit seinem jüdischen Charakter und seinen Juden eine Herausforderung für den Islam und die Muslime“ (S. 222, Artikel 28). Auch direkte Aufforderungen zur Gewaltanwendung im Text lassen deren antisemitischen Charakter erkennen: „Der Gesandte Gottes … sagt: ´Die Stunde (der Auferstehung) wird nicht kommen, bis die Muslime gegen die Juden kämpfen. Die Muslime werden sie töten, bis sich der Jude hinter Stein und Baum verbirgt, und Stein und Baum dann sagen: ‚Muslim, Oh Diener Gottes! Da ist ein Jude hinter mir. Komm und töte ihn´, außer der Gharqad-Baum, denn er ist ein Baum der Juden“ (S. 211, Artikel 7).

Propagierung antisemitischer Verschwörungsvorstellungen

Bestärkt wird die Auffassung, wonach es sich bei der Charta der „Hamas“ um einen antisemitischen Text handelt, noch durch die darin enthaltenen Verschwörungsvorstellungen. Dabei macht die Hamas das behauptete konspirative Wirken von Juden für viele negative Entwicklungen verantwortlich: „Sie streben danach, gewalttätige und mächtige materielle Reichtümer anzuhäufen und sich ihrer zur Verwirklichung ihres Traums zu bedienen. So erlangen sie durch das Vermögen die Kontrolle über die internationalen Medien … Durch das Vermögen lösten sie Revolutionen in verschiedenen Teilen der Welt aus, um ihre Interessen zu verwirklichen und Gewinne zu erzielen. Sie standen hinter der französischen Revolution, den kommunistischen Revolutionen und den meisten Revolutionen hier und da, von den wir gehört haben und hören“ (S. 218, Artikel 22). Die zitierten Behauptungen entstammen dem Agitationsarsenal des europäischen Antisemitismus, hatte man doch bereits vor den Nationalsozialisten von einer „jüdisch-freimaurerischen Verschwörung“ gesprochen.

Berufung auf die „Protokolle der Weisen von Zion“

Die Auffassungen in der Charta erinnern an die „Protokolle der Weisen von Zion“, eine antisemitische Fälschung, welche die Existenz einer weltweiten jüdischen Konspiration behauptet. Die Hamas beruft sich auf diese Schrift sogar in aller Deutlichkeit: „Das zionistische Vorhaben ist grenzenlos, und nach Palästina streben sie nach der Expansion vom Nil bis zum Euphrat. Wenn sie das Gebiet völlig verschlungen haben, zu dem sie vorgedrungen sind, trachten sie nach einer weiteren Expansion und so fort. Ihr Vorhaben steht in den ‚Protokollen der Weisen von Zion‘, und ihr gegenwärtiges Handeln ist der beste Beleg für das, was wir sagen“ (S. 224, Artikel 33). Die Hamas unterstellt demnach nicht nur das jahrhundertelange Bestehen einer jüdischen Verschwörung, sie beruft sich hierbei auch offen auf die wohl bedeutendste antisemitische Hetzschrift des 20. Jahrhunderts. Obwohl bereits seit Beginn der 1920er Jahre bekannt war, dass es sich um eine Fälschung handelte, fanden die „Protokolle“ auch nach 1945 vor allem in der arabischen Welt weiter Verbreitung.

Kontroverse Einschätzungen zur Bedeutung der Charta

Die antisemitischen und antizionistischen Grundpositionen im Text der Charta der „Hamas“ sind durch die vorstehenden Ausführungen und Zitate deutlich geworden. Gleichwohl gibt es bezüglich der Bewertung und dem Stellenwert des Textes auch andere Stimmen: Danach sei kein Mitglied zu deren Lektüre verpflichtet und die Charta habe für die palästinensische Gesellschaft nur wenig Relevanz. Der Hinweis auf den Text diene westlichen Kritikern als Grundlage für eine Dämonisierung der „Hamas“ (Helga Baumgarten). Dieser Hinweis kann aber allenfalls für die Einschätzung der Breitenwirkung ein Argument sein. Die Bewertung des Inhalts ändert sich dadurch nicht.. Immerhin hat sich die palästinensische Organisation diesen Text als eigenes Programm im Sinne eines politischen Selbstverständnisses gegeben. Die Charta ruft ganz offen zur Tötung von Juden als Mittel auf, um das Ziel eines islamischen Palästinenserstaates zu erreichen. Die Bewertung solcher Forderungen als Ausdruck eines eliminatorischen Antisemitismus ist deshalb angemessen.

Schlusswort und Zusammenfassung

Bilanzierend können die oben gestellten beiden Fragen wie folgt beantwortet werden: Die Grundlagenwerke des Islams und Erklärungen der „Muslimbruderschaft“ sind für die Hamas die ideengeschichtlichen Bezugspunkte in der Vergangenheit. Darüber hinaus knüpft die „Hamas“ in ihrer Charta an das Agitationsarsenal des europäischen Antisemitismus an, was sich aus der ausdrücklichen Berufung auf die „Protokolle der Weisen von Zion“ ergibt. Was die konkreten Folgen des Antisemitismus und Antizionismus im Text angeht, so lässt sich aufgrund der klaren und offenen Wortwahl der „Hamas“ konstatieren: Die Juden und der Staat Israel sollen bis zur Vernichtung und Zerschlagung gewalttätig bekämpft werden. Die früheren Wellen von Selbstmordattentaten auch und gerade gegen zivile Einrichtungen und Personen in Israel können als ein direkter Ausdruck dieser grundlegenden Position gelten. Der Text lässt demnach sowohl am Antisemitismus und Antizionismus wie am Gewaltbezug und Vernichtungswillen der „Hamas“ keinen Zweifel.

Literatur

Baumgarten, Helga: Hamas. Der politische Islam in Palästina, München 2006.

Croitoru, Joseph: Hamas. Der islamische Kampf um Palästina, München 2007.

Misha, Shaul/Sela, Avraham: The Palestinian Hamas. Vision, Violence and Coexistence, New York 2000.

Nüsse, Andrea: Muslim Palestine. The Ideology of Hamas, London 2002.

Pfahl-Traughber, Armin: Antisemitismus und Antizionismus in der Charta der „Hamas“. Eine Textanalyse aus ideengeschichtlicher und menschenrechtlicher Perspektive, in: Martin H. W. Möllers/Robert Chr. van Ooyen (Hrsg.), Jahrbuch Öffentliche Sicherheit 2010/2011. Erster Halbband, Frankfurt/M. 2011, S. 197-210.

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Das Hamas-Emblem zeigt zwei gekreuzte Schwerter, den Felsendom und eine Karte vom heutigen Israel unter Einbeziehung des Westjordanlands und des Gaza-Streifens, welches sie komplett als Palästina beansprucht. Die Darstellung des Felsendoms ist von zwei palästinensischen Nationalflaggen umrahmt
(Bildquelle: Wikipedia)

Links am Sonntag (13. Juli 2014)

„Wo ist sie denn geblieben, die soziale Unzufriedenheit? Wo sind denn jetzt die grossen Proteste?“ – Der Fifa-Boss spielt mit dem Feuer

Stuttgart: Aktionskünstlerin Loubna Forer verurteilt

Kapitalismus albern: Apple trieb Finnland in die Krise

Tour de France: On-board camera: Team ORICA

Endlich: Obama kapituliert vor deutscher Spionage-Drohung (Satire!)

Überrascht? Nein! Rassismusvorwürfe gegen die Dresdner Polizei

Überrascht? Nein. Aber unverschämt! Die Polizei, Dein Freund und Zensor

Nahost-Konflikt in Deutschland:

„Die Menge skandierte Parolen wie „Allahu Akbar“ (Gott ist groß), „Freiheit für Palästina“ und „Kindermörder Israel“ und schwenkten dabei neben Palästina-Flaggen die Fahnen der Türkei, des Irak, Saudi-Arabiens und der islamistischen Terrororganisation Hamas.“ Gaza-Demo eskaliert in Frankfurt

„Auf Transparenten war neben der Forderung den Krieg zu beenden und “Free Palestine” auch “Stop Juden” zu lesen.”“ Dortmund: Neonazis und Islamisten gemeinsam gegen Israel

„Am Anfang lebte man friedlich, bis die “Israelis anfingen territoriale Ansprüche an Palästina zu stellen.”“ Aufmarsch der Antizionisten in Kassel

So sehen „Friedensdemonstrationen“ aus. Ab Minute 4:55 etwa kollektive Schreie „Juden ins Gas“. Demo in Gelsenkirchen gegen den Nahostkonflikt

Tut Lars Märholz nur so oder ist er wirklich so doof?

Lars Märholz, der Organisator der Montagsdemos (Montagsmahnwachen) redet sich ja gerne heraus, dass er Nazis gar nicht erkennt. Nun, das mag durchaus sein. Im Interview bei KenFM (Ken Jebsen) über die Vorwürfe von Jutta Dithfurt klingt das dann so (ab 29:00):

„Ich musste erst mal vier, fünf Begriffe googlen, weil ich überhaupt nicht wusste, über was sie gesprochen hat. Volksbürger? Oder ne, deutsche Reichsbürger? Kenn ich alles nicht. Habe ich noch nie was von gehört. Genauso wie man mich immer fragt, wieso ich NPD-Leute auf meinen Veranstaltungen zulasse oder sowas. Ich erkenne die nicht. Woher soll ich denn wissen, wie die aussehen?“

Das mag man ihm ja noch abkaufen. Aber schaltet er denn seinen Kopf nicht ein, wenn er ein Thema bei Facebook teilt, wo man schon erkennt, dass das heikel sein könnte? Man sollte doch mal eine gewisse Vorsicht an den Tag legen und sich informieren, wessen Inhalte man bei Facebook teilt. Aber was macht Lars Märholz? Teilt fröhlich die Inhalte vom Honigmann. Und das ist übelste, antisemitische Scheisse. Folgender Screenshot stammt schon von Februar, also bevor er mit den Montagsdemos anfing:

Lars_Maerholz_zitiert_den_Honigmann

War das einer der Gründe, die ihn angeblich so politisiert haben?

Und da die meisten von Euch den Honigmann wahrscheinlich auch nicht kennen, hier ein paar Infos über ihn:

Ernst Köwing („Der Honigmann“, „Ernie“, geb. ca. 1947) ist ein deutscher Buchautor, Inhaber eines Kleinverlags und Verbreiter von Verschwörungstheorien aus Varel bei Oldenburg. (…) Ernst Köwing ist Betreiber des Blogs „Der Honigmann sagt“, über das rechtsgerichtete und antisemitische Artikel verbreitet und entsprechende Kommentare geduldet werden. (…) Köwing ist Verbreiter zahlreicher Verschwörungstheorien, insbesondere über seinen Blog. So bezweifelt er die Existenz der Bundesrepublik Deutschland und beschwört eine Neue Weltordnung (NWO) herbei. Seiner Meinung nach werde in Deutschland gezielt eine Paarung von „Weißen und Farbigen“ gefördert. Dazu verbreitet er auch rassistische Behauptungen zur widerlegten Telegonie-Hypothese des 19. Jahrhunderts. (…) Köwing spricht im Rahmen seiner rassistischen Ansichten auch von „Schmarotzern“, die „wir“ uns „eingefangen“ hätten, und nennt in diesem Zusammenhang hypothetische „Die Grauen“ (Greys) und Juden. (…) Der stattfindende und über einen langen Zeitraum beobachtbare weltweite Klimawandel wird als Klimalüge ebenfalls in Frage gestellt und mit kurzfristigen Wettererscheinungen an ausgesuchten Orten verwechselt. Köwing ist auch Anhänger des unwissenschaftlichen Kreationismusglaubens. (…) Unter dem Vorwurf, den Holocaust zu leugnen, kam es am 31. Mai 2012 zu einer richterlich angeordneten Durchsuchung und Beschlagnahme von Computern bei Ernst Köwing. Köwing wurde im Februar 2014 wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Das Urteil des Amtsgerichtes in Varel wurde vor dem Oldenburger Landgericht bestätigt und ist damit rechtskräftig. Köwing hatte zuvor in einer Berufung auf Freispruch plädiert.

Das wird jetzt ganz eklig

Klingt wie von einer Naziseite:

… zionistischen Regime in Palästina … Zionisten-Führer … zionistische Verhältnisse … zionistisch besetzten Jerusalem … zionistische Führer … zionistischen sog. “Staatspräsident” … Zionisten …

Ist es aber nicht. Dieser Text, der nur so vor Antisemitismus stinkt, stammt aus dem Artikel „BRD-REGIERUNG ZUM RAPPORT IN ISRAEL – Deutsche Politiker müssen beim zionistischen Regime nachsitzen“ von der Webseite Rote Fahne. Diese Webseite hat aber nichts, wirklich absolut nichts, mit der Roten Fahne der KPD in Berlin ((Meines Wissens nach hat die KPD in Berlin sogar das alleinige Recht darauf, „Die Rote Fahne“ in diesem Stil für ihre Zeitung zu benutzen.)) oder der MLPD zu tun. Diese Webseite, die in der Fußzeile etwas von “ Die Rote Fahne 1918 – 2014 Alle Rechte vorbehalten“ lügt, ist einfach nur widerlich. Insbesondere wenn mal solche Texte wie den obigen liest. Man beachte dabei auch, wie der Autor elegant die Anführungszeichen benutz, wenn er schreibt:

“Existenzrecht Israels”

Das kennt man so sonst nur aus der BILD, die früher immer von „DDR“ schrieb, um zu zeigen, das sie dem Staat ihre Legitimierung abspricht. Sicher wird sich Israel einen Dreck um so eine Seite kümmern, es zeigt aber auch, wie tief der Antisemitismus in den Köpfen mancher angeblicher „Linker“ steckt.

Ich frage mich nur, was geht in den Köpfen von Menschen vor, die sowas schreiben? Sitzen die daheim am Küchentisch vor ihrem (amerikanischen Laptop mit in Israel produzierten Chips) und denken sich: „Hähähä, jetzt habe ich als Einziger mal wieder die richtige Wahrheit gesagt!“?

Was in dem Kopf des Herausgebers und Autoren (Oder doch mehrere?) vorgeht, sieht man auch an Artikeln wie „NSU: NATO-DESINFORMATION MITTEN IN KREUZBERG“, in denen steht:

Fakt ist: Bis heute ist weder gerichtlich ermittelt worden;
1. dass es überhaupt den NSU gegeben hat, und
2. dass Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe die ihnen zur Last gelegten Taten begangen haben.

An anderer Stelle im Internet liest von Stephan Steins, dem Herausgeber der RF solche Dinge:

„Das Imperium will weitere millionenfache Einwanderung nach Europa: Städte des germanischen Kulturerbes wie Rotterdam gelten bereits als überfremdet, in der Niederländischen Hafenstadt befindet sich die einheimische Bevölkerung mittlerweile sogar in der Minderheit. In zahlreichen Metropolen und Städten Europas haben sich über die Jahrzehnte, von Ausländern in Beschlag genommene, ghettoisierte Viertel etabliert — gegen das Selbstbestimmungsrecht der Bevölkerung.“

Noch Fragen?

Publikative.org schrieb 2010 in „Querfront: Rosa Luxemburgs Erben für Rudolf Heß“ über die RF:

Während die NPD in Hamburg von einer Querfront mit linken Antiimperialisten träumt, schafft „Die Rote Fahne“ bereits Tatsachen. Zu einem geplanten Neonazi-Aufmarsch am 21. August 2010 in Karlsruhe* fragt das „sozialistische Magazin – gegründet von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht“: „Quo vadis Antifaschismus?“ In seinem Beitrag greift Chefredakteur Stephan Steins den Neonazi-Kult um Rudolf Heß auf und schreibt von der „offiziellen imperialen Version vom ‚Selbstmord‘“ des Kriegsverbrechers.

„Ein Wagen der Markenrechtsinhaberin POLIZEI“?

Die spaßigen Montagsdemos reißen nicht. In Oldenburg heult jetzt jemand rum, ein Reichsdepp, weil er dort brutale(!!1!!11!!ELF!!!) Zensur erleben musste. Das Zitat aus der Überschrift kommt bei 0:55 vor.

Das hier ist Jürgen Elsässer auf Montagswahnmache Erfurt am 26.05.2014. Scheint nicht sehr beliebt zu sein bei den „gekauften Elementen des amerikanischen Faschismus“.

Und das Märchen mit den Chemtrails wurde diesmal u.a. in Neubrandenburg dokumentiert.

Und weil ich grad bei Chemtrails bin, Folgendes stammt zwar nicht direkt von einer Montagsdemo, aber der Typ bezieht sich später dann auch auf den „Zeugen“.

Chemtrails-Attacke am 21. und 22.05.2014 im Landkreis Bautzen, Kamenz, Pulsnitz!

Schon fast täglich versprühen Flugzeuge Chemtrails über dem Verwaltungsgebiet der BRiD. So auch geschehen am 21. und 22.05.2014.

 

Am 22.05.14, 04:00 Uhr bekam ich plötzlich einen sehr starken Hustenanfall im Bett. Sofort kam es zu massiven Anschwellungen im Gesicht, besonders an der Oberlippe – siehe Foto.

 

Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich unmittelbar über unserer Wohnung ein Flugzeug, daß Kreise flog und Chemtrails versprühte.

 

Am 22.05.2014, 10:37 Uhr rief ich den Leiter des Umweltamtes des Landkreises Bautzen, Herrn Georg Richter – http://www.landkreis-bautzen.de/58.html an und frage ihn, was das Umweltamt zur Verhinderung von Chemtrail-Einsätzen unternimmt.

 

Mit Erstaunen mußte ich vernehmen, daß Herr Richter angeblich weder etwas über Chemtrails gehört hat, noch die massiven Einsätze über Bautzen gesehen haben will!???

Was für fähige Angestellte haben wir doch im Landkreis Bautzen!?

 

Nun, ich werde Strafanzeige und Schadenersatz bei den entsprechenden Stellen stellen.

 

Jemand der darüber wirklich Bescheid weiß und selbst solche Anlagen im Auftrag der Verwaltungsfirmen und des Militärs in Flugzeuge eingebaut hat, berichtet auf der Mahnwache in Dresden am 12.05.14.

So sehen sie aus, diese Chemtrails:

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Alles klar?

Zum Abschluss heute noch ein sehenswerter Film der Filmpiraten über die Gegener der Montagsdemos und ihre Beweggründe.

PS: Constanze sagt, durch Liebe können wir alles ändern. In diesem Video aus Berlin ab 23:00.