Meine Fresse, eine Stunde gesucht, warum mein PC nur mit 100MBit/s am Router hängt, obwohl ich 1000 schaffen sollte.
Und was wars?
Der Switch dazwischen. Mannomann…
Irgendwie schon angekommen
Ich habe am Montag eine Mail bekommen:
Sehr geehrter Herr Preiselbauer,
ich bin als freie Journalistin dabei, für das Socialmedia-Team von Bild.de eine Geschichte zu machen; Arbeitstitel: „Die lustigsten Zeichen gegen Pegida“. Dazu sammle ich unter anderem einige Bilder, auch von Twitter. In folgendem Tweet wurde u.a. Ihre Site als Quelle genannt: https://twitter.com/liz_sonnenkind/status/562311218212659200/photo/1
Darum die Frage: Liegen die Rechte wirklich bei Ihnen? Und darf ich für diesen Text das Bild des wütenden Mopps verwenden?
Ganz herzlichen Dank für Ihre Hilfe vorab und noch einen schönen Abend!
Liebe Grüße
*** ***
Meine Antwort:
Sehr geehrte Frau ***,
bei dem Foto handelt es sich in der Tat um eine Aufnahme, an der ich das Urheberrecht als Fotograf habe. Sie entstand am 23.12.2014 in München bei einer großen Veranstaltung unter dem Motto „Platz da! – Flüchtlinge sind willkommen! Gemeinsam gegen Pegida, Rassismus & Hetze“
Ich bin jedoch in keiner Weise bereit, BILD oder einer von BILD betriebenen Plattform Veröffentlichungsrechte an meinen Fotos einzuräumen. Ich möchte ihnen das auch gerne begründen.
BILD trägt seit Jahren mit einer schier unerträglichen Hetze gegen Asylbewerber, Migranten, Moslems und nicht zuletzt auch Griechen eine nicht unerhebliche Verantwortung dafür, dass die diskriminierenden Thesen von Pegida in der Bevölkerung Deutschlands leider auf einen fruchtbaren Nährboden fallen. Mag sein, dass Pegida auch BILD als „Lügenpresse“ bezeichnet und BILD gegen Pegida schreibt, nichtsdestotrotz finden sich viele Parallelen zwischen den Lügen und der Hetze, die BILD verbreitet und den Aussagen der Pegida-Teilnehmer.
Stellvertretend dafür möchte ich nur auf drei Artikel aus dem Ihnen sicher gut bekannten BILDBlog verweisen:
Schutzwesten gegen Asylbewerber (2)
http://www.bildblog.de/60887/schutzwesten-gegen-asylbewerber-2/
Bittere Halbwahrheiten
http://www.bildblog.de/25526/bittere-halbwahrheiten/
Die EU will unser Hartz IV den Asylanten geben!
http://www.bildblog.de/6944/die-eu-will-unser-hartz-i-den-asylanten-geben/
Unter diesen Umständen halte ich die derzeitige Berichterstattung gegen Pegida in BILD für reine Heuchelei und bin nicht bereit, das auch nur im Geringsten zu unterstützen.
Ich verweise auch dafür noch mal auf das BILDblog, welches die Parallelen zwischen BILD und Pegida gut zusammengefasst hat:
Von Brandstiftern zu Brandstiftern
http://www.bildblog.de/62370/von-brandstiftern-zu-brandstiftern/
Über die Widerlichkeiten, die tagtäglich in BILD und auf bild.de erscheinen, könnte ich sicher noch viel mehr schreiben. Doch ich möchte Sie damit nicht persönlich angreifen, halte Ihnen aber immerhin zugute, dass sie vor der Verwendung eines Fotos nachfragen. Bekanntermaßen nimmt man es bei BILD ja oft mit dem Urheberrecht bei Fotos nicht so genau, besonders wenn Fotos von Verstorbenen von deren Seiten in sozialen Netzwerken kopiert werden, mit der Quellenangabe „Internet“ oder „privat“.
Vielleicht können Sie ja mal auf das Socialmedia-Team von Bild.de einwirken, dass da die schlimmsten rassistischen Hetzkommentare auf deren Seiten entfernt werden.
Mit freundlichen Grüßen
Josef A. Preiselbauer
PS: Die Frau hat sich für meine Antwort bedankt und war bemüht, Verständnis zu zeigen.
In München lief Montag Abend, nach einer Woche Pause, wieder BAGIDA, der bayrische Ableger von PEGIDA, auf. Die Teilnehmerzahlen waren weiterhin fallend, inzwischen nur noch circa 250 Teilnehmer. Leider muss man erwähnen, dass es auch weniger Gegendemonstranten waren.
Inzwischen handelt es sich bei BAGIDA wohl nur noch um einen relativ harten Kern um ihren Guru Michael Stürzenberger von der islamophoben Kleinstpartei „Die Freiheit“. Stürzenberger war sich nicht einmal zu blöde, mit den anderen im Chor „Nazis raus“ zu rufen. Hierbei zeigte sich wieder eine deutliche kognitive Dissonanz seinerseits, denn auch wenn er behautet, bei BAGIDA würden Nazis nicht geduldet, so wurden wieder mehrere bekannte NPD-Funktionäre gesichtet.
Die Auftaktkundgebung fand diesmal wieder auf dem Sendlinger-Tor-Platz statt, der kurze Spaziergang führte unter lautstarker Begleitung von der anderen Straßenseite zum Stachus, und dort gab es eine Abschlusskundgebung. Dabei wurde einiges wirres Zeug geredet, bei einer Rednerin, die bereits mehrmals bei BAGIDA sprach, halfen nur noch Kopfhörer und Slayer auf voller Lautstärke, so schrill kreischte sie. Aber was ein aufrechter deutscher Bagidaist ist, der ist hart im Nehmen. Am Ende wurde noch mit Taschenlampen und Handyleuchten gegen die Islamisierung des Abendlandes gefunzelt und versucht die deutsche Nationalhymne zu singen.
Im Nachhinein kam es leider noch zu kurzzeitigen Festnahmen und Anzeigen durch die Polizei gegen Gegendemonstranten wegen angeblicher Beleidigung.
Samstag Abend war ich mit meiner mexikanischen Freundin, ihrem Freund und ihren Eltern im Hofbräuhaus München.
Beim ersten Bier erkläre ich ihr: „Jetzt trinken wir ein Bier. Dann wollen wir etwas essen aber das dauert. Also essen wir ein Salzbrezen (das da verkauft wird). Das macht noch durstiger, also bestellen wir noch mehr Bier und wollen noch mehr essen. So funktioniert Kapitalismus.“
Sie darauf: „Und was ist dann Kommunismus?“
Ich: „Hm… Kein Bier, kein Brezen, kein Essen.“ 🙂
Am Samstag, den 7. Februar 2015, war eine Menge los in München. Sicherheitskonferenz, Demonstration gegen die Siko, Ukrainische Nationalisten, Rußlandtreue Gegendemo, Ukrainischer Motorradkonvoi, Wahnwichtel, Kurden, Rätekommunisten, Nazis, Antifas… Eigentlich für jeden etwas dabei. Man konnte gar nicht alles besuchen, im Folgenden geht es um die drei wichtigsten Veranstaltungen.
Teil 1
Auf dem Stachus trafen sich ab 11 Uhr ukrainische Nationalisten um gegen den russischen Terror zu demonstrieren. Dabei wurden von einer Bühne herab geredet, gebetet und gesungen. Neben vielen ukrainischen Fahnen wehten auch die Fahnen Georgiens. Man gedachte der Opfer des Krieges und Russland war der Böse, die NATO die Befreier. Poroschenko wurde nicht gesehen, wie manche gehofft hatten.
Demgegenüber, neben dem Hotel Anna, fand eine Gegenkundgebung für russischen Nationalismus statt. Da versammelten sich die Antiimperialistische Front, Putinisten, SDAJler und einige sehr bekannte Montagsmahnwachenwichtel. Dort wehten dann die Fahnen Russlands, der Sowjetunion, des Donbass und eine auf dem Kopf stehende Deutschlandfahne (Wahnwichtel). Diesmal waren die Ukraine und die Nato die Bösen und Russland bedroht.
Anfangs bei den Ukrainern, später die ganze Zeit auf der pro-russischen Seite waren auch Mr. Wichtig Ken Jebsen (KenFM) mit Kamerateam und Lea Frings für Russia Today (RT).
Teil 2
Am Wochenende fand in München die so genannte Sicherheitskonferenz statt, bei der sich Minister, Staatschefs, Waffenproduzenten und andere treffen, um über die weiteren Kriege in der Welt zu beraten. Auch wenn sie es anders nennen.
Dagegen findet immer Samstags die Demonstration gegen die Siko statt. Von linken Parteien, Gruppierungen, Vereinen und Bündnissen organisiert sind die Teilnehmer natürlich auch traditionell russlandfreundlich.
Sehr witzig war die Partei DIE PARTEI mit ihren Plakaten. Während der Demonstration später riefen sie immer wieder „Lügendemo! Lügendemo!“
Ein paar total Verrückte waren leider auch dabei. (Oder wie ein Freund aus der ganz linken Ecke sagte: „Für mich sind hier alle verrückt.“)
Auf dem Marienplatz fand ein Programm auf der Bühne statt, gegen 14 Uhr sollte die Demonstration beginnen. Diese kam für den Anfang aber nur um das Eck bis zum Viktualienmarkt, danach stand sie fast über halbe Stunde, da es Auseinandersetzungen mit der Polizei um das Thema Seitentransparente im antikapitalistischen (schwarzen) Block gab. Nach dieser Verzögerung wurde die Route leicht gekürzt. Zwischendurch kann es zur kurzzeitigen Festnahme eine Punks, der angeblich einen Polizisten beleidigt haben soll. Am Ende gab es auch noch mal eine Konfrontation zwischen dem antikapitalistischen Block und der Polizei, da Letztere offensichtlich unbedingt noch ein Seitentransparent als Trophäe mit nach Haus nehmen wollte, was aber misslang. Und als ob das nicht gereicht hätte, wurden wieder mal Genossinnen und Genossen der FDJ verhaftet, mit dem Vorwand des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole (FDJ-Zeichen).
Witziges Detail am Rande: Die Gegenkundgebung wurde nach der Ansicht einzelner wahnwichtelnden Facebookteilnehmer von den Illuminaten organisiert. Ja, muss man wissen!
Teil 3
Am Abend fand in München Neuperlach noch eine Kundgebung der Nazipartei Die Rechte unter dem Motto „Keine IS-Kopfabschneider auf deutschem Boden – Widerstand jetzt!“ statt. Als Redner traten der Münchner KV-Vorsitzende Philipp Hasselbach und der Aktivist Hartmut Wostupatsch auf. Als ein Teil der Nazis, ganz deutsch, in dem von BIA-Kundgebungen mit Karl Richter bekannten roten japanischen Toyota ankamen, wurde die Einfahrt in ihr Gatter plötzlich von ein paar Antifaschisten blockiert, die zufällig auf der Straße lagen. Es dauerte eine ganze Weile, bis sie den Weg auf die andere Seite fanden, um dort einzufahren.
Der mehrfach vorbestrafte Hasselbach hetzte in seiner langweiligen Rede gegen den Islam und Moslems in Deutschland. Insbesonders witzig war, dass der wegen Volksverhetzung und gefährlicher Körperverletzung verurteilte Nazi-Aktivist schimpfte, dass Ausländer kriminell sind und Volksverhetzung begehen.
Während der ganzen Show hockte einer der Nazis im orangenen Anzug auf dem Boden und hinter ihm stand sein Kamerad mit einem Krummsäbel. Leider wurde auf die Köpfung letztlich verzichtet. Die Schreihälse der Partei redeten und schimpften an das deutsche Volk gerichtet, ihre einzigen Zuhörer waren aber ca. 70 Gegendemonstranten, die der Inhalt gar nicht interessierte und die meistens lauter waren.
Teil 4
Und sonst so?`“ Die stationäre Versammlung der AnaRKomM dauerte von 11.00 Uhr – 16.00 Uhr, zählte insgesamt drei Teilnehmer und verlief entsprechend störungsfrei.“ (Abendzeitung)
Persönliche Anmerkung zum Thema Ukraine vs. Russland. Ich hatte Abends noch im Freundeskreis eine Diskussion dazu, wer schlimmer ist. Ich halte beide Seiten für nationalistisch und kriegstreibend, sehe aber bei der von der NATO, EU und USA unterstützten Ukraine das Hauptproblem. Ich mag die derzeitige Politik in Russland sowie Putin nicht, aber Fakt ist, dass die Gegner dem Land immer mehr auf die Pelle rücken und das Ziel in der Dominanz gegenüber Russland liegt. Letztlich ist es aber ein Kampf unter kapitalistischen Großmächten. Man kann beide Seiten in einen Sack stecken und drauf hauen, es trifft doch immer den Richtigen.
Pressemitteilung, Freie Deutsche Jugend – Gruppe München
Am Abend des 02. Februar kam es in München im Anschluss an eine angemeldete Kundgebung gegen die rassistische Sammlungsbewegung „BAGIDA“ zu befremdlichen Szenen. Vier Jugendliche, darunter zwei minderjährige Flüchtlinge aus Westafrika, wurden von der politischen Polizei vorübergehend festgenommen, weil sie ihrer Meinung gegen Rassismus und Faschismus auf Transparenten Ausdruck verliehen hatten.
Nach einer friedlichen Protestkundgebung der „Initiative gegen Bagida“ auf dem Goetheplatz gingen Beamte der Kriminalpolizei kurz nach 20.00 Uhr gegen eine kleine Gruppe von Kundgebungsteilnehmern vor und nahmen vier Personen vorübergehend fest. Der Tatvorwurf bezog sich auf das angebliche „Tragen von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen“ (§86a StGB). Die Jugendlichen hatten eine rote Fahne, eine Fahne mit dem Symbol der „Freien Deutschen Jugend“ (FDJ) sowie zwei Transparente – ebenfalls mit FDJ-Emblem – mit den Aufschriften „Rassisten sind Schweine“ und „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“ getragen.
Der Zugriff erfolgte, als ein Großteil der Kundgebungsteilnehmer den Platz bereits verlassen hatte. Die Festgenommenen mussten nach eigenen Angaben zunächst für etwa 90 Minuten in der Kälte stehen. Zwei Beteiligte deutscher Staatsbürgerschaft wurden danach zügig wieder entlassen, nicht so zwei junge Westafrikaner, die in München leben und ihr Recht in Anspruch nahmen, gegen Faschismus und Rassisten zu demonstrieren. Sie wurden in die unter Antifaschisten berüchtigte „Ettstraße“ verbracht, wo sie – obwohl minderjährig – ohne Hinzuziehung eines beeidigten Dolmetschers, ohne rechtliche Belehrung und ohne Rechtsbeistand oder gesetzlichen Vertreter von der Kriminalpolizei bis ca. 23.15 Uhr verhört wurden.
Luise, FDJ-Mitglied in München, äußert sich zu den Vorfällen folgendermaßen: „Die Freie Deutsche Jugend wurde während des Faschismus von jugendlichen Flüchtlingen im französischen, britischen und tschechoslowakischen Exil gegründet, nachdem sie dem KZ der Nazis entgangen waren. Ihr Ziel bestand im gemeinsamen Kampf der Jugend gegen Faschismus und Krieg. Dass Mitglieder und Freunde meiner Organisation schon wieder der staatlichen Verfolgung ausgesetzt sind, legt offen, wie weit es um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Deutschland bestellt ist. Umso skandalöser ist, dass gestern Nacht auch Menschen rechtswidrig verschleppt und schikaniert wurden, die in Deutschland Schutz gesucht haben. Gegen ein derartiges staatliches Vorgehen erscheint der Mob von ‚PEGIDA‘ oder ‚BAGIDA‘ fast harmlos.“
Nach aktueller Rechtsprechung stellt das Tragen des FDJ-Emblems in Deutschland keinen Straftatbestand dar, wie u.a. im April letzten Jahres das Berliner Amtsgericht Tiergarten urteilte. Die Organisation war 1951 durch die Regierung Adenauer und 1954 durch das Bundesverwaltungsgericht in Westdeutschland verboten worden, weil sie die nicht zugelassene Volksbefragung gegen die Wiederbewaffnung der BRD mit organisierte. Im Osten und nach 1990 für ganz Deutschland blieb die FDJ legal.
„Das Verbot der FDJ wurde kurz nach der Befreiung vom Faschismus von denselben Nazis ausgesprochen, die auch 1933-45 ‚Recht‘ sprachen. Es richtete sich gegen eine Jugendorganisation, die sich gegen die Grundlagen von Nazismus und Krieg wandte“, so Michael von der Münchner FDJ-Gruppe. „Wer heute eine von Naziverbrechern gemachte ‚Rechtsprechung gegen Antifaschisten und Kriegsgegner zur Anwendung bringt, muss sich den Vorwurf der Anwendung terroristischer und antidemokratischer Methoden gefallen lassen. Die Staatsgewalt in Bayern scheint sich wieder als ‚Ordnungszelle des Reiches‘ zu verstehen.“
Die Jugendlichen sehen im Vorgehen der Polizei eine politisch motivierte Einschränkung ihrer Rechte auf Versammlung und Vereinigung sowie freie Meinungsäußerung und meinen im Umgang mit den Flüchtlingen einen Ausdruck von institutionellem Rassismus zu erkennen – dies umso mehr, da zeitgleich Hunderte Rassisten von der Polizei geschützt ihre Ansichten zum Ausdruck bringen konnten.
Sie bitten um Solidaritätsbekundungen mit den Betroffenen an die Mailadresse muenchen@FDJ.de, welche sie entsprechend weitergeben wollen.
Hintergrundinformationen:
Im Februar 1954 urteilte die Vereinigung Demokratischer Juristen Deutschlands:
„Das Verbot der Freien Deutschen Jugend Westdeutschlands, das die Bundesregierung mit dem Beschluß vom 26. Juni 1951 aussprach […] ist nur ein Fall aus der Fülle der gegen die Rechte der Bürger Westdeutschlands gerichteten Maßnahmen, die die Politik der Eingliederung Westdeutschlands in den nordatlantischen Block nach sich zog. Diese Maßnahmen trugen alle typischen Anzeichen des Rechtsverfalls und der Willkürherrschaft.“
Oberstaatsanwalt Cunnar Herrmann, Hamm (in: StrafRechtsReport 8/2014):
„Das Tragen eines FDJ-Ost-Hemds mit Emblem erfüllt nach meiner persönlichen Rechtsauffassung – keinen Straftatbestand.“
Rechtskräftiger Beschluss des Amtsgerichts Berlin Tiergarten, April 2014 (Aktenzeichen 243 Cs 295/12):
„[…] Nach Auffassung des Gerichts erfüllt das Verhalten der Angeklagten strafbewehrt weder den Tatbestand des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen im Sinne des § 86a Abs. 1 Nr. 1und Abs.2 in Verbindung mit § 86 Abs.1 Nr.2 StGB noch denjenigen des § 28 des Versammlungsgesetzes. […]“
„[…] Indes wurde die „FDJ der ehemaligen DDR“ als Jugendorganisation der ehemaligen SED, deren Nachfolgepartei „PDS“ ehemals auch im Deutschen Bundestag vertreten war- und damit die von dieser getragenen Kennzeichen -so das Blauhemd mit dem identischen Symbol der aufgehenden Sonne – gerade nicht verboten. Im Gegenteil: der Einigungsvertrag aus dem Jahre 1990 sieht (wenn gleich nicht explizit die vorbezeichnete Organisation erwähnend) vor, dass alle Organisationen der DDR „zugelassen sind“, wenn sich -wie geschehen- diese nach den Bestimmungen des Vereinsgesetzes registrieren lassen. […]“
Es war Montag und wieder BAGIDA in München. Nachdem Mügida aufgegeben hat, war das verblieben, mit deutlich reduzierter Teilnehmerzahl nur noch etwas über 300. Dem gegenüber standen mindestens 600 Antifaschisten.
Der Abend verlief, soweit uns bekannt, friedlich. Der Hauptredner bei Bagida war der islamophobe Michael Stürzenberger, er hat es offensichtlich gar nicht gemerkt, wie man sich auf Seiten der Gegendemonstranten über ihn lustig gemacht hat. So verlas er auf der Abschlusskundgebung eine Liste von Asylbewerberheimen, die gebaut werden sollen in München und fragte jedes Mal: „Wollt ihr das?“ Da aber seine Kameraden zu weit weg stehen mussten, hörte er nur das begeistere „Jaaaaa!“. Stürzenberger glaubte ja auch, auf seine Demonstration gibt es keine Nazis und niemand hat da was gegen Juden. Das aber auch, wie in den vergangenen Wochen schon, verurteilte Rechtsterroristen mitliefen, die am versuchten Anschlag auf die Baustelle der Münchner Synagoge beteiligt waren, das scheint ihm noch niemand gesteckt zu haben.
Ein weiterer Redner war Alfred Röck, der als SPD-Mitglied vorgestellt wurde. (Was da wohl die SPD dazu sagt?) Röck redete allerdings derart viel wirres Zeug von Geburtenstatistik und Rinderzucht pro Hektar, dass man da gar nicht weiter drauf eingehen muss. Außerdem sprach eine junge Frau ganz spontan, die extra 150km angereist ist, um sich darüber bitterlich zu beschweren, dass in ihrer Heimatstadt Bagida als Nazis bezeichnet werden. Ja was sollen wir dazu sagen. Wenn die Nazis nicht wollen, dass sie Nazis genannt werden, dann sollen sie sich halt nicht wie Nazis verhalten!
Die Auftaktkundgebung von Bagida war am Goetheplatz, dort kam es mehrfach zu massiven Behinderungen der Presse durch Ordner. Dann lief der Zug über die Lindwurmstraße bis zu Poccisstraße und dort fand die Abschlusskundgebung statt, bei der die Lautsprecher und Redner 50 Meter von dem Rest entfernt standen, weil man sich falsch aufgestellt hatte. Tja, so ein Pech… Aus den Seitenstraßen und auch aus Fenstern der Häuser höre man immer wieder Antifaschisten, während der Demozug rief „Wir sind das Volk.“
Stürzenberger will das jetzt jede Woche durchziehen. Wir können gerne darauf verzichten.
[UPDATE]
Wie den Kommentaren zu entnehmen ist, wurde uns von Florian Ritter, Abgeordneter im Bayerischen Landtag als Mitglied der SPD-Fraktion, mitgeteilt, dass Alfred Röck seit 10 Jahren NICHT mehr Mitglied der SPD ist. Michael Stürzenberger hat also gelogen.
Momentan macht im Irrenhaus Facebook dies die Runde:
Ach, im Ernst jetzt? Deutschland hat keinen Schlüssel? Was ist dann mit „000“? Schauen wir doch mal in die Originalquelle beim Statistischen Bundesamt.
Da steht in der Tat für Deutschland „000“. Und für die Bundesländer „001“-„016“. Ja selbst im Text steht dort: „Eine Ausnahme bildet Deutschland mit der Schlüsselnummer Null.“ Nun, das könnte man natürlich verstehen, aber was ein richtiger Reichsdepp ist, der verweigert sich natürlich jeglicher Logik.
So wie auch hier, auf pravda-tv.com, was übrigens nichts mit der Prawda zu tun hat.
Urteil Bundesverfassungsgericht: Der Einigungsvertrag ist nichtig
Die Deutsche Einheit ist vom Bundesverfassungsgericht schon 1991 als null und nichtig erklärt und verabschiedet worden. Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 24. April 1991 – BvR 1341/90 – wird die Entscheidungsformel veröffentlicht:
Das Gesetz vom 23. Sept. 1990 zu dem Vertrag vom 31. August 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands- Einigungsvertragsgesetz-….unvereinbar und nichtig.
(…)
Ach ja? Was für eine sinnentstellende Fälschung. Das ist sogar manchen Reichsdeppen ZU blöde. Aus einem Kommentar unter dem Artikel:
Sorry, aber das ist bullshit. Wenn ihr keine Ahnung von Rechtsanwendung, Urteilen etc. habt oder nicht lesen könnt/wollt, dann solltet ihr so einen Käse nichtr verbreiten. In dem Urteil steht eindeutig (und ich zitiere) “Das Gesetz […] ist insoweit mit Artikel 12 Absatz 1 in Verbindung mit Artikel 6 Absatz 4 des Grundgesetzes unvereinbar und damit nichtig, als […] die Kündigungsvorschriften des Mutterschutzrechtes durchbrochen werden.” Es geht hier nicht um den Einigungsvertrag als Ganzes und dieser wird auch nicht als solcher für nichtig erklärt. Das Schlüsselwort ist “INSOWEIT”.
Und dann wäre da noch dieser Spinner:
Aber das Thema hatte ich ja erst vor paar Tagen.
Tschüss.
Wir wissen ja, die Reichsdeppen haben oftmals ein sehr mangelhaftes Verständnis von Gesetzen und Verordnungen, was sie aber nicht davon abhält, sich als die Experten zu meinen. Ein schönes Beispiel, anlässlich es Todes des „Reichskanzler“ Wolfgang Gerhard Günter Ebel, findet man in Reichlings Blog. (Hervorhebung von mir.)
(…) 1985 machte er zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Durch langes Nachdenken kam er zu der Erkenntnis, dass das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937 fortbesteht, aber nicht handlungsfähig ist. Um die Handlungsfähigkeit des Reiches wieder herzustellen, bat er die US-Hauptquartier in Berlin, ihn zum Beauftragten für das Deutsche Reich zu ernennen. Die USA kam diesem Wunsch auch innerhalb von 21 Tagen, durch Nichtbeantwortung, nach. Ebel machte sich nämlich das Einschreiben-Rückschein-Verfahren zu nutze und verwies auf eine Order der Berlin-Kommandentura der Alliierten, wonach Anträge als angenommen gelten, wenn ihnen von den Alliierten nicht innerhalb von 21 Tagen widersprochen wird. Keiner seiner Anträge wurde abgelehnt. Ebel schickte seine Anträge per Einschreiben/Rückschein an das US-Hauptquartier, und nach drei Wochen war sein Antrag nach einer Ansicht angenommen.
Dass es in dieser BK/O nur um die Übernahme bundesdeutscher Gesetze durch das Berliner Abgeordnetenhaus in einem vereinfachten Verfahren ging, interessierte Ebel nicht.
Ein Jahr danach, 1986, ließ er sich von den USA auf gleiche Weise mit Kommissarischen Reichskanzler ernennen. Er bildete auch recht bald schon eine, von den Amerikanern im Einschreiben-Rückschein-Verfahren, genehmigte Reichsregierung und ein Reichsgericht. (…)