bookmark_borderWolf Biermann singt im Bundestag

Der Ehrenbürger von Berlin, gottväterlicher Widerstandskämpfer gegen die DDR, durfte gestern zu einer Feierstunde anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren im Bundestag singen. Und was tat er? Er beschimpfte die Abgeordneten der Linkspartei als „der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist“. Mehr dazu, inkl. Video, beim BR.

Zeit mal wieder ein paar schöne Zitate über Wolf Biermann rauszusuchen.

Wiglaf Droste:

„Politisch stand Biermann in der Nähe jeder Fernsehkamera“

Peter Hacks (Quelle: “Am Ende verstehen sie es” von P.H.):

„Naja, die Biermann-Sache. Wenn man sich ungeheuer anstrengte, dann gelang es einem, mit der Stasi Knatsch zu kommen. Da mußte man aber wirklich provozieren. Da mußte man Krieg führen. (…) Das hat er getan, in einer wirklich widerwärtigen Weise. Und man mußte Kontakt mit westlichen Diensten haben. (…) Biermann ist ein Mensch, der für öffentliche Aufmerksamkeit alles tun würde. Eingeschlossen seiner eigenen Hinrichtung. Wenn genug Publikum ist, würde er sie verlangen. Das ist ein pathologisch Geltungssüchtiger. (…) Dieser Mensch störte jede heitere Geselligkeit. Faschingsfeste bei Fritz Cremer wurden gesprengt von Biermann, welcher, wenn alle Leute unmittelbar vor dem Beischlaf standen, zu seiner Gitarre griff und den Leuten ohne zu ermüden tragische Lieder vorsang. Er kannte keine Rücksicht. Also, er singt auch seinem Postboten vor. Natürlich sang er auch der Stasi vor.“

Reinhard Jellen:

„Der intelligenteste Aspekt, dem man z. B. einer Figur wie Wolf Biermann abgewinnen kann, ist der, dass seine ehemalige Frau Eva Maria Hagen angeblich mit Peter Hacks gebumst hat.“

Eigentlich ist es schon ein Wunder, das Biermann noch nicht für die aktuellen Montagsmahnwachen gesungen hat. Denn immerhin hat er in einem Interview auf die Frage „Was ist links, was ist rechts?“ geantwortet:

Die Worte links und rechts haben ihre Bedeutung im Politischen verloren – im Geschichtsprozess, nicht durch Worte. Das waren die Wegmarkierungen des 19. und 20. Jahrhunderts.

Aber vermutlich sind ihm selbst die Mahnwachen schon zu progressiv.

bookmark_borderPink Floyd – The Endless River

Man nehme „Signs Of Life“ von A Momentary Lapse Of Reason sowie „Cluster One“ von The Division Bell, dazu noch weitere Instrumentalstücke der beiden Alben, die chaotische Kreativität der Studioplatte von Ummagumma und man erhält Pink Floyd’s neustes Album The Endless River.

Lange war nur das Cover bekannt. Ein einzelner Mann, der auf einem Boot steht, auf einem Meer aus Wolken, treibt in den Sonnenuntergang. Besser konnte man das musikalische Schlusswort Pink Floyd’s wohl kaum illustrieren. The Endless River.

Pink Floyd The Endless River 2

Gilmour, Mason und Wright nahmen im Januar 1993 gemeinsam etwa 65 musikalische Ideen in den Britannia Row Studios auf. Für The Division Bell wurde jedoch nur ein kleiner Teil davon tatsächlich verwendet. Zeitweise war geplant, dem Album ein weiteres Album mit instrumentalen Ambient-Stücken (Arbeitstitel: The Big Spliff) beizufügen, dies wurde aber wieder verworfen. Aus diesem Material und weiteren unveröffentlichten Aufnahmen, die bis ins Jahr 1968 zurückreichen, erarbeiteten Gilmour und Mason ab 2012 mit Phil Manzanera und weiteren Produzenten The Endless River. ((Quelle: Wikipedia, Stand 7.11.2014, der Text ist unter der Lizenz „Creative Commons Attribution/Share Alike“ verfügbar.))

Trotz der Einteilung in 4 Seiten handelt es sich dabei keineswegs um ein Doppelalbum, mit knapp 53 Minuten ist es sogar relativ kurz. Viele Titel sind kürzer als 2 Minuten. Mag man dabei auch an eine Resterampe denken, bei dem das übriggebliebene Material noch verarbeitet werden soll, ist es Pink Floyd doch gelungen, eine fast rein instrumentale Stunde Musik zu erschaffen, die man nur genießen kann.

Es ist ein ruhiges Album. Ein sehr ruhiges und langsames Album. Daran ändern auch die rockigeren Stück wie „Skins“ und „Allons-y“ (1&2) nichts. Getragen von den sphärischen Klängen des 2008 viel zu früh verstorbenen Richard Wright, den eleganten Gitarrenspiel von David Gilmour und einem sehr dezent aber präzise spielenden Schlagzeuger Nick Mason.

Unterstützt wurden sie dabei von weiteren Musikern wie Bob Ezrin, Andy Jackson, Gilad Atzmon, Jon Carin und weiteren. Außerdem, zum zweiten Mal nach „Keep Talking“ auf The Division Bell, sogar der elektronischen Stimme von Stephen Hawking („Talkin‘ Hwakin‘“).

Die Stelle zum tiefsten Eintauchen war für mich eindeutig noch vor „Is’s What We Do“ das Spiel von Richard Wright auf der Royal Albert Hall Orgel in „Autumn ’68“. Nichts erinnere mich stärker an die großartigen Schlussarkorde in „A Saucerful of Secrets“ auf Ummagumma, dem Sound, zu dem ich geflogen bin.

Was stört:

Manche Übergänge zwischen den Titeln passen einfach nicht. Da merkt man leider, dass es sich bei dem Album nicht um ein geplantes Konzeptalbum handelt, obwohl man es besser am Stück hören sollte.

Was fehlt:

Die geniale Kreativität von Roger Waters. Sein 1992 veröffentlichtes Album Amused to Death halte ich nach wie vor für musikalisch unerreicht.

Was bleibt:

Louder than words
This thing they call soul
Is there with a pulse
Louder than words
Louder than words

Der Abschied einer Rockband, die für mich und viele andere Menschen die größte Band der Musikgeschichte ist. Deren Alben immer wieder eine neue Offenbarung waren. Die sich so oft gewandelt hat und gerade deshalb immer wieder gut klang. Und heute noch immer überragend gut klingt.

Fast 50 Jahre

Pink Floyd

Syd Barrett
Nick Mason
Roger Waters
Richard Wright
David Gilmour

Louder than words

The water flowing / The endless river / Forever and ever („High Hopes“)

Pink Floyd The Endless River 1

Das Delux 2-Discset enhält neben dem Album als CD noch eine BluRay mit sehr hochwertigen Tonspuren in 5.1, 3 weiteren Musikstücken mit insgesamt über 10 Minuten Spielzeit („Nervana“, der einzige wirkliche rockige Titel), 6 Videos mit insgesamt über einer halben Stunde Spielzeit, die die Band bei den Aufnahmen im Studio zeigt (Fünf von 1993, eines von 2014 nur mit Fotos) und 3 Postkarten sowie einem 24-seitigen Hardcover Booklet. Das alles in einer Papschachtel, die aber sehr stabil gemacht ist.

bookmark_borderProzess gegen den so genannten Reichsbürger Peter Putzhammer
Ein Bericht vom 4. November aus dem Amtsgericht Erding

Bei Peter Putzhammer kann man wohl mit Fug und Recht von Reichsbürger sprechen, das wird im Folgenden deutlich. So beruft er sich bei seiner Zulassung als Rechtsanwalt, dass er die vom Deutschen Reich bekommen hat.

Das Wiki von psiram.com (Ehemals psiram.net) schreibt über ihn:

Peter Putzhammer ist ein ehemaliger deutscher Rechtsanwalt aus Mittbach/Isen (Münchner Raum), der im so genannten KRR-Bereich aktiv ist. Putzhammer bezeichnet sich selbst als „Rechtsanwalt derzeit vorsorglich a.D.“ oder „vorbehaltlich abgeschlossener Statusprüfung derzeit vorsorglich a.D.“ und „vereidigt auf die letzte gültige Verfassung des Deutschen Reichs“.
Putzhammer sieht in der Bundesrepublik Deutschland einen „Simulationsstaat“, in dem ein „Kampf der Justiz gegen das deutsche Volk“ stattfinde. Die deutsche Justiz nimmt er als eine (Zitat) „kriminelle Vereinigung“ wahr.

Am 4. November 2014 fand im Amtsgericht Erding der Prozess gegen Peter Putzhammer statt. Der Vorwurf war Beleidigung und Missbrauch von Berufsbezeichnungen („Rechtsanwalt“). Putzhammer selber bezeichnete das in einem u.a. bei Facebook verbreiteten Schreiben als:

Horst Seehofer vertr. d. d. sog. „Staats“anwaltschaft Landshut
Gegen Peter Putzhammer
Wg. Des Vorwurfs des Mißbrauchs von Berufsbezeichnungen und Beleidigung,
tatsächlich wegen Verfolgung Unschuldiger gem. § 344 StGB iVm versuchter
Freiheitsberaubung

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Ich habe mir also gedacht, Erding, das ist ja gleich nebenan, schaue ich mir das mal an. Was ich dann im Gerichtssaal erlebte, das überstieg meine Erwartungen bei weitem. Eine Absurdität des Angeklagten gemeinsam mit dem Großteil des Publikums, wie man sie sich kaum vorstellen kann.

Der Prozess

Am Eingang des Amtsgerichts musste ich Kamera, Smartphone, Tablet und Ausweis abgeben, außerdem ging es durch einen Metalldetektor. Ein Aufwand wie für einen Schwerverbrecher, der wohl berechtigt war. Zum Glück hatte ich mir vorher extra noch ein Notizbuch besorgt.

Bereits vor Beginn des Prozesses konnte ich hören, was so im Publikum gesprochen wurde. Es waren ca. 25 Zuschauer da. So war die Rede von Terrorismus, den der Staat will, Richtern, die eigentlich Angeklagte sind, das aber an den (vermeintlich) Angeklagten auslassen und diese verlieren lassen müssen, weil sonst Richter und Staatsanwalt alles aus eigner Tasche bezahlen müssen. Ja und außerdem unterliegen wir ja sowieso alle dem Handelsrecht. Also der übliche Reichsbürgerschwachsinn. Aber hey, die Leute wachen ja endlich auf, wurde gesagt.

Putzhammer hatte eine Anwältin dabei, mit der er sich offensichtlich recht gut verstand, diese schwieg allerdings die ganze Zeit, bis auf einen kurzen Moment. Außerdem war seine Frau und seine Tochter (16 oder 17 Monate alt, so genau wusste er es nicht) anwesend. Die Kleine lief die ganze Zeit im Gerichtssaal rum, aber daran sollte sich niemand stören. Ich mich natürlich auch nicht.

Während die Anwältin also brav am Tisch des Angeklagten saß, setzte sich Putzhammer nicht einmal hin sondern lief die ganze Zeit herum, auch mal in Richtung Richtertisch. Vermutlich wollte er dadurch seine eingebildete Überlegenheit beweisen. Da er sich selber als Rechtsanwalt sieht, sprach er auch die Richterin und die Staatsanwältin, die alleine da war, als „Kolleginnen“ an.

Als der Prozess begann, erhob Putzhammer sofort Einspruch, weil draußen noch einige Zuschauer warten mussten (Die Kontrollen dauerten an), und dies ja eine öffentliche Verhandlung ist. Die Richterin wollte trotzdem beginnen, deshalb kam Putzhammer sofort mit dem ersten Befangenheitsantrag gegen die Richterin. Der wurde abgelehnt, weil erst mal die Anklage verlesen werden sollte. Putzhammer legte jetzt Rechtsmittel ein, das wurde zurückgewiesen. Putzhammer meinte, er würde verarscht werden und bekomme kein faires Verfahren. Außerdem wollte er irgendwelche Vollmachten von der Staatsanwältin sehen. Die Richterin sagte, niemand will ihn unfair behandeln und er bekomme ein faires Verfahren wie jeder deutsche Staatsangehörige. Daraufhin wurde es im Publikum wiederholt unruhig, weil man das sehr lustig fand, insbesondere das „deutsche Staatsangehörige“. Putzhammer, der sich ja offensichtlich als Angehöriger des Deutschen Reiches sieht, schlug nun der Richterin vor, sie könne ihn „Adolf“ nennen. Die Richterin ermahnte das Publikum: „Sie dürfen zuhören, aber nicht reinreden und nicht lachen.“ Das Publikum zeigte sich sichtlich unbeeindruckt.

Die Richterin ging nun auf mehrere Befangenheitsanträge vom 3. November ein, welche zurückgewiesen wurden. Putzhammer stellte darauf einen weiteren Befangenheitsantrag und behauptete, die Richterin ist nicht legitimiert. Er ging dabei auch mehrmals zum Richtertisch, die Richterin sagte ihm aber deutlich, dass er ihr keine Angst macht. Außerdem las Putzhammer etwas vor, viel verstehen konnte man aber nicht, weil das Publikum sehr laut wurde und unter anderem „Verlassen“ rief. Sie wollten wohl den Saal verlassen, weil die Richterin ja nicht legitimiert war. Aber das mit dem Verlassen des Saals war leider eine leere Drohung, wie sie noch öfters im Laufe des Verfahrens zu hören war. Ein im Saal anwesender Polizist versuchte mehrmals die Zuschauer zu beruhigen. Man konnte dabei auch merken, dass Putzhammer die Reaktionen des Publikums sichtlich genoss. Die Richterin sagte dem Angeklagten, dass er mehrfach stört und fragte, ob er wirklich vom Verfahren ausgeschlossen werden will.

Jetzt kam es endlich zu Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwältin. Zusammengefasst ging es um zwei Vorwürfe. Einmal der der Beleidigung gegen andere Richter und Richterinnen, die Putzhammer in einem Schreiben unter anderem als „Juristische Volltrottel“ bezeichnete und denen er vorwarf, eine Nazijustiz zu vollziehen, die der des Nazirichters Roland Freisler in nichts nachsteht. Der andere Anklagepunkt betraf seine Selbstbezeichnung als „Rechtsanwalt“, für die er aber keine Zulassung durch die BRD hat.

Putzhammer bewies dann gleich mal wieder sein überragendes „juristisches Fachwissen“, indem er die Staatsanwältin nach einer Vollmacht fragte. Dann wurde er laut: „ICH WILL EIN FAIRES VERFAHREN“. Jetzt wurde auch das Publikum wieder richtig laut. Sie beriefen sich auf das Grundgesetz (Ach?), standen empört auf, trommelten auf den Tischen rum und riefen: „WIR SIND DAS VOLK! WIR SIND DAS VOLK!“ Mir wurde langsam angst und bange bei dem Aufruhr direkt neben mir. Die Richterin kündigte an, man könne die Personalien der Störer aufnehmen oder sie sollen den Saal verlassen. Nebenbei verlas Putzhammer wieder etwas, zu verstehen war nichts. Hinter mir rief ein Zuschauer die ganze Zeit manisch: „AMTSAUSWEIS! AMTSAUSWEIS! AMTSAUSWEIS!“ und auch sonst war wieder der übliche Reichsbürgerunsinn zu hören.

Der Richterin reichte es erst mal und es wurde eine halbe Stunde Pause angeordnet.

Auch während der Pause ging das Theater im Gerichtssaal weiter. Das reichsbürgerische Publikum hatte ja sowieso den Durchblick und die Richterin und Staatsanwältin keine Ahnung von den wirklichen Zuständen. Die sind alle in Logen organsiert, so konnte ich hören. Inzwischen unterhielt sich die Staatsanwältin mit dem Protokollanten, und Putzhammer quatsche dazwischen. Da fuhr ihm die Staatsanwältin mal kurz an, was ihm einfalle, sich einfach in die Unterhaltung einzumischen. Dann wollte auch das Publikum den Protokollanten belästigen, sie haben ja nur eine Frage. Zwar erklärte ihnen jemand, sie können das nur machen, wenn er Pause hat, aber das hielt niemanden ab. Der Protokollant bügelte das kurz und knapp damit ab, dass er zurzeit im Dienst ist. Kein weiterer Kommentar.

Draußen, vor dem Gericht fuhr inzwischen Verstärkung der Polizei vor. Ein Zivilbeamter kam herein und erklärte, es werden keine Personalien bei den Zuschauern festgehalten, wer aber gehen will, kann gerne gehen. Gleich kam wieder die Aufforderung, er solle sich ausweisen und eine ladungsfähige Anschrift angeben. Wie das halt ist, wenn sich für besonders schlau haltende Reichsbürger irgendwelche Fachwörter, die sie wahrscheinlich bei YouTube aufgeschnappt haben, in den Saal bellen müssen. Der Zivilbeamte erklärte, er hat angegeben, er ist von der Polizeidienststelle Erding, das reicht als ladungsfähige Anschrift.

Der Prozess ging nach eine knappen halben Stunde weiter.

Die Richterin wirkte erstaunlich gelassen, trotz des Trubels bisher. Nun war Putzhammer offiziell an der Reihe, sich zu dem Vorwurf zu äußern. Er beschwerte sich, dass seine Anträge alle abgelehnt werden und er keine Akteneinsicht bekommt. Rechtliches Gehör wird ihm abgestritten, er fühlt sich beleidigt. Als Volljurist hat er einen Pflichtverteidiger bekommen, auch dadurch fühlt er sich beleidigt, der Richterin fehlt der juristische Sachverstand. (Es ist hier wohl nicht die aktuelle Richterin gemeint, sondern eben die, wegen deren Beleidigung er vor Gericht steht.) Seine Drohung, das Bild der Richterin öffentlich als Nazirichterin zur Schau zu stellen wird ihm, ja ihm, dem Pater Putzhammer, als Beleidigung ausgelegt. Das hat alles nichts mit einem Rechtsstaat zu tun. Des Weiteren begeht er keinen Missbrauch von Berufsbezeichnungen, denn er hat seit 2010 eine Zulassung als Rechtsanwalt durch den „Staat Deutsches Reich“ (sic!). Der Richterin zeigte er seine Urkunde vom Innenminister des Deutschen Reiches, die das bestätigte. Bei Zweifeln an der Existenz des Deutschen Reich ist er gerne bereit, dies noch ausführlich darzulegen. (Da dachte ich nur: Oh nein, bitte nicht!) Diese Justiz… Hier konnte man ihn wieder schwer verstehen, weil das Publikum um mich herum laut wurde. Aber, so Putzhammer weiter, die Justiz trägt die Schuld an dem weltweiten Blutvergießen, weil sie nichts tut, um den Zustand (Vermutl. die Besetzung durch die Alliierten oder sowas.) zu ändern. Der Kriegszustand gilt noch immer für Deutschland und man (Putzhammer) handle nur aus Notwehr. Wir haben weiterhin die alliierte Besatzung und keine Gewaltenteilung. Putzhammer fühlt sich verfolgt. Zwangsvollstreckungen sind alle ungültig.

Siehe dazu für seine Argumentation noch mal ein Ausschnitt aus seinem obigen Schriftstück. Im Grund geht es wohl darum, dass sein Eigentumshaus versteigert werden soll.

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Putzhammer führte weiterhin nochmal ein paar geschichtliche Fakten von 1945 an, also zumindest das, was er als Fakten ansieht. Er berief sich auf den Artikel 133 des Grundgesetzes („Der Bund tritt in die Rechte und Pflichten der Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes ein.“), allerdings ist das Grundgesetz seit 1990 erloschen. Ach ja, endgültig erloschen ist es seit 2006/2007 (Siehe Bereinigungsgesetze und Geltungsbereich). Putzhammer fragte, wer der Hoheitsträger ist, der dem Gericht die Legitimation gibt. Die Bevölkerung in diesem Land wird verfolgt und dann verwies er noch auf die UN-Resolution A/RES/56/83, insbesondere Artikel 8-11.

Wieder sprach Putzhammer die Richterin als Kollegin an und es kam Unruhe im Publikum auf, welches bis jetzt erstaunlich ruhig war. So wurde mehrmals „Wo ist ihr Tagesbefehl?“ gerufen.
Die Richterin fragte Putzhammer, ob er jetzt fertig ist und er meinte, er könnte noch lange so weiter machen, aber das hat ja sowieso keinen Sinn, wahrscheinlich hört man ihm nicht mal zu.
Die Richterin verkündete nun ihren Beschluss zu den Anträgen vom 3. November ein, dass die Richterin abgelehnt werden soll. Diese Anträge, 4 Stück innerhalb von 24 Stunden, dienen nur der Verschleppung des Verfahrens.

Das Publikum quittierte das mit lauten Lachen. Daraufhin wurde es von der Richterin nochmals darauf hingewiesen, wer stört, wird ausgeschlossen. Einer, der sich besonders uneinsichtig zeigte, wurde von der Polizei herausbegleitet zur Personalienfeststellung.

Die Richterin fragte Putzhammer nun nach seinen persönlichen Verhältnissen. Er moserte ein wenig rum und erklärte dann, dass er monatliche Einnahmen hat und in einem zur Versteigerung angestrebten Haus lebt. Er ist zwar Rechtsanwalt, nennt sich aber derzeit „Linksanwalt“ (Haha, wie witzig!) und er liebt den Beruf nicht.

Jetzt kam es zu Beweisaufnahme. Die Richterin verlas verschiedene Schreiben von Putzhammer vor. Anschließend zitierte sie auszugsweise aus mehreren Gutachten von Psychiatern über Putzhammers Geisteszustand. Da fielen dann Aussagen wie „Distanzlosigkeit“, „Wahnhafte Züge“ und „Anhänger von Verschwörungstheorien“. In einem Gutachten von 2013 wurde geschrieben, dass der Verdacht auf eine psychische Erkrankung nicht bestätigt ist. Putzhammer sei in der Lage, alle Rechtsbereiche seines alltäglichen Lebens selber zu bestreiten. Außerdem verlas die Richterin noch die Einträge aus dem Bundeszentralregister (Führungszeugnis).

Dann kam es zu einer Diskussion zwischen Putzhammer und der Richterin, weil er meinte, er hätte noch eine Zeugin geladen. Die Richterin erklärte mehrfach, dass ihr kein solcher Antrag vorliegt. Putzhammer bestand darauf, dass jeder das Recht habe, nach der Strafprozessordnung einen Zeugen zu laden und er fühlte sich verarscht. Die Richterin beteuerte, sie verarscht hier niemanden.

Weiter erklärte die Richterin, Putzhammer sei die Erlaubnis zur Ausübung seines Berufes als Rechtsanwalt wiederrufen worden. Es handelt sich also um einen Missbrauch von Titeln und Berufsbezeichnungen.

Die Staatsanwältin kam zu ihrem Schlusswort. Der Angeklagte hat die Vorwürfe zugegeben und das es sich um Beleidigungen bei „Nazijurist“ handelt, das ist klar. Seine Selbstbezeichnung als Rechtsanwalt, auch trotz des A.D. dahinter, könnte den Eindruck entstehen lassen, er sei wirklich ein zugelassener Rechtsanwalt. Putzhammer wusste, dass er sich damit strafbar macht. Sie forderte 5 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung über 3 Jahre.

Währenddessen kamen mehrere Polizisten und Polizistinnen in den Gerichtssaal.

Dann konnte Putzhammer seine Entgegnung halten, aber da geschah ein kleines Wunder. Seine Anwältin lebte tatsächlich! Sie warf kurz ein „Kann ich auch mal etwas sagen?“ Das war aber schon alles.

Putzhammer sprach also weiter. Es kamen wieder die übliche Aussagen, in seinem Fall wird ein Sonderrunrecht angewandt, es gibt eine Verletzung des rechtlichen Gehör, im Strafrecht herrscht nationalsozialistisches Denken vor, er hört ein Gesinnungsstrafrecht heraus und es sei der §132a erfüllt („Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen“, vermutlich an die Staatsanwältin und die Richterin gerichtet.) Er habe doch durch das Bestehen des Deutschen Reiches eine Zulassung als Rechtsanwalt und daran kann kein BRD-Richter rütteln. Er weiß, dass er nach BRD-Recht keine Zulassung hat. Er wird politisch verfolgt und ordnet seinen Freispruch an. Auf Nachfrage der Richterin hat er keine Lust auf ein letztes Wort.

Das Urteil

Die Richterin verurteilte ihn zu 120 Tagessätzen Geldstrafe. Das war alles. Zur Begründung führte sie aus, das „Nazijurist“ und „Juristischer Volltrottel“ Beleidigungen sind. Und wer Rechtsanwalt in einen Briefkopf eines Briefes an ein Gericht schreibt, erwecke damit den Anschein, Rechtsanwalt zu sein. Da nützt auch kein „A.D.“ dahinter etwas. Zu seinen Gunsten legte sie seine schwierige persönliche Situation aus (Zwangsversteigerung des Haus). Zu seinen Lasten kam allerdings, dass er vorbestraft ist und diese Beleidigung gegenüber einer Person in Ausführung ihrer Amtspflicht getätigt hat, diese dem also nicht entkommen konnte. Eine Freiheitsstrafe sieht die Richterin jedoch nicht als erforderlich.

Während der Urteilsverkündung kam es noch mal zu einem Tumult, als der Mensch neben mir plötzlich rein rief, die Richterin soll die Personalien eines Polizisten aufnehmen, weil der mit seinem Smartphone die Zuschauer fotografiert hat. Ich weiß nicht, was da wirklich war, aber als die Richterin den Prozess für beendet erklärte, suchte ich schleunigst das Weite, ehe mich noch einer der Reichsbürger versuchte zu assimilieren.

Mein Fazit

Putzhammer hat sich beschwert, dass er kein faires Verfahren bekommt. Aus meiner Sicht lief das allerdings alles sehr fair und vor allem rechtlich korrekt ab. Das Putzhammer dabei geltende Gesetze nicht anerkennt, das ist sein Problem. Wie wenig er selber aber an einem ordnungsgemäßen Verfahren interessiert war, das zeigte er mehrfach durch sein Verhalten. Und das Publikum unterstützte ihn bei diesem Unsinn.

Die Richterin beeindruckte mich durch ihre Coolness. Sie hat es tatsächlich geschafft, mit nicht einem Wort auf diesen ganzen Reichsbürgerunsinn einzugehen. Die von ihm vorgelegten Dokumente des Deutschen Reich studierte sie kommentarlos. Das war selbstverständlich auch richtig so, denn das hätte nur sinnlose und unproduktive Diskussionen nach sich gezogen. Letztlich ging es ja um die Vorwürfe Beleidigung und Benutzung der Berufsbezeichnung „Rechtsanwalt“. Nach Gesetzen der BRD, und nicht, wie sich das mancher Reichsbürger gerne wünscht.

Es hat sich wieder einmal deutlich gezeigt, dass dieses ganze Reichsbürgergetue vor Gericht gar nichts nützt und diese Leute damit nur verlieren können. Putzhammer ist aber einer, der vermutlich nichts daraus gelernt hat und es wohl auch weiterhin ganz genau wissen will.

Wahrscheinlich wird jetzt wieder in den einschlägigen Kreisen das Gezeter losgehen. Von wegen Nazijustiz, Unrecht, Besatzungsrecht, Handelsrecht und was weiß ich nicht noch alles. Man kennt das ja. Aber auch wenn sich die Reichsbürger noch so sehr auf ihre Fantasie von Besetzung durch die Alliierten und UN-Sonderverwaltungsrecht stützen und auf Gesetze, die teilweise seit 60 Jahren nicht gelten, es bringt ihnen nichts.

bookmark_borderAsylpolitische Sturheit beenden! – Demonstrationsbericht

In München fand heute die Demonstration Asylpolitische Sturheit beenden statt. Mehrere hundert Menschen, unter ihnen viele Flüchtlinge, nahmen teil.

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Auftaktkundgebung war auf dem Odeonsplatz vor dem Bayrischen Ministeriem des Inneren, auf dem Marienplatz gab es eine Zwischenkundgebung und auf dem Sendlinger Torplatz endete die Demonstration. Es wurden mehrere Reden in verschiedenen Sprachen gehalten.

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Auf der Facebookseite zu der Demonstration steht folgender Text (hier in Ausschnitten):

Bei der Unterbringung von Flüchtlingen in Bayern herrscht derzeit das schiere Chaos. Die Erstaufnahmeeinrichtungen platzen aus allen Nähten, die Zustände für neu ankommende Flüchtlinge sind unzumutbar. In Nürnberg fegte kürzlich ein Sturm ein Notzelt weg, in München mussten Flüchtlinge zeitweise unter freiem Himmel übernachten. Gesundheitschecks lassen wochenlang auf sich warten, Flüchtlinge werden nur notdürftig versorgt.
Ebenso wenig funktioniert die Anschlussunterbringung in der Fläche Bayerns. Teilweise werden den Kommunen von heute auf morgen Flüchtlinge zugewiesen. Ohne auf minimale Standards zu achten werden überall in Bayern neue Flüchtlingslager und dezentrale Unterkünfte eröffnet, eine adäquate Infrastruktur und Betreuung ist keineswegs gewährleistet.
Das Bayerische Rote Kreuz bezeichnete die Situation zuletzt als „humanitäre Katastrophe“, Münchens Oberbürgermeister wirft der bayerischen Staatsregierung politisches Versagen und absolute Hilflosigkeit vor. Die Staatsregierung hat keinerlei Vorsorge getroffen, dabei war der Anstieg der Flüchtlingszahlen absehbar. Denn vor Europas Haustür herrschen Kriege und Krisen, die Menschen dazu zwingen, Schutz und Perspektive zu suchen.
Trotzdem wurden keine zusätzlichen Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen geschaffen, die Anschlussunterbringung sieht weiterhin ein starres, unflexibles Lagersystem vor. Die Politik zeigt sich vollkommen überfordert, 35.000 Flüchtlinge in diesem Jahr in einem reichen Bundesland mit 12,5 Millionen EinwohnerInnen unterzubringen. Seit Monaten arbeiten die Ministerien nur noch im „Not-Modus“ und laufen den Ereignissen hinterher. Innenminister Herrmann packt derweil rechte Parolen aus, schiebt die Schuld auf angeblichen „Asylmissbrauch“ und wettert, geduldete Flüchtlinge bräuchten „keine neue Wohnung, sondern eine Fahrkarte ins Heimatland“. Damit bedient er sich rechter Parolen, wie sie auch die NPD-nahe BIA schon seit Monaten in München verbreitet.
Statt weiter den hausgemachten Notstand zu verwalten und Flüchtlinge zu Sündenböcken des Versagens der Staatsregierung zu machen, muss endlich gehandelt werden! Die Staatsregierung muss ihr Versagen eingestehen, den „Not-Modus“ beenden und eine zielführende und vorausschauende Unterbringungspolitik auf den Weg bringen. Flüchtlinge dürfen nicht weiter unter der politischen Sturheit der CSU leiden!
Bayern leistet sich weiterhin das rigideste Lagersystem in Deutschland. Im bayerischen Aufnahmegesetz ist verankert, dass Flüchtlinge während des Asylverfahrens und abgelehnte AsylbewerberInnen noch mindestens vier weitere Jahre in Flüchtlingslagern leben müssen – Ausnahmen ermöglichen, dass Flüchtlinge dort sogar zehn, fünfzehn Jahre lang ihr Dasein fristen müssen. Viele Flüchtlinge wollen und könnten längst bei Verwandten, FreundInnen, in Privatwohnungen oder WGs wohnen.
Die Abschaffung der Lagerpflicht würde nicht nur vielen Flüchtlingen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen, es würden auch dringend benötigte Plätze für eine vorübergehende Unterbringung neu Ankommender frei. Turnhallen, Zeltstädte und andere absurde Notunterkünfte wären dann gar nicht mehr nötig. Das hat sogar Sozialministerin Müller begriffen, die sich für eine Lockerung der Lagerpflicht ausgesprochen hatte – um dann beim Gegenwind der Hardliner in der CSU sofort wieder umzukippen. Denn deren Ziele sind noch immer Abwehr und Abschottung statt eines effektiven Flüchtlingsschutzes. Doch auch die Staatsregierung kann sich der Realität nicht mehr verweigern und muss endlich ihre Politik à la ‚Abschreckung durch Unterbringung‘ aufgeben.

Die Lagerpflicht muss umgehend abgeschafft werden! Flüchtlinge müssen das Recht bekommen, in Privatwohnungen leben zu dürfen!

Notunterkünfte wie Zelte, Möbelhäuser, Panzerhallen und andere marode Lager müssen dringend wieder geschlossen werden! Neu ankommende Flüchtlinge müssen menschenwürdig untergebracht werden!

Ministerpräsident Seehofer, Innenminister Herrmann und Sozialministerin Müller müssen ihren asylpolitischen Irrsinn sofort beenden! Flüchtlinge müssen in Bayern Schutz und Perspektive finden! Ihnen muss ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden!

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Die Demonstration ist initiiert von: Bayerischer Flüchtlingsrat, Karawane München, Münchner Flüchtlingsrat und wird unterstützt von:

AK Aktiv gegen Rechts in ver.di München | Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V., Regionalgruppe München | Aktionsbündnis Bellevue di Monaco | Antirassistisches Jugendaktionsbüro Kempten | Arbeitergeschwister München | Action Freedom, München | Ärzte der Welt e.V. | Beratungs- und Aktionszentrum Friedland e.V. | BI Asyl Regensburg | Blogprojekt Migrantenstadl, München | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bayern | Bündnis gegen Naziterror und Rassismus, München | Bunt statt Braun, Gemeinsam stark für Flüchtlinge e.V., Bayreuth | Commit to Partnership München | DIE LINKE. im Stadtrat München | DIE LINKE. Bayern | dielinke.SDS München | Erlanger Sozialforum | Forum solidarisches und friedliches Augsburg | Frauennotruf München | Freundeskreis für Flüchtlinge Güntersleben | Friedensinitiative Traunstein Traunreut Trostberg | Freunde statt Fremde e.V., Scheidegg | für einander, Elchinger Bürgerhilfe e.V., FK Asyl | GEW München | Grüne Jugend München | Henastoibande e.V. | Initiativkreis Migration Rosenheim | Infobus für Flüchtlinge, München | Infomobil Hamburg | Interkulturelles Forum e.V. | IPPNW-Oberbayern (Ärzte gegen den Atomkrieg) | Trägerkreis junge Flüchtlinge e.V. | Jusos München | Kinderschutz München | KOFRA München | K.O.M.M. Projekt / Hilfe-von-Mensch-zu-Mensch e.V. | Kuratorium Isareck | Künstlerkollektiv democraticArts | lava [muc] – Libertäre Antifa München | LeTRa Lesbenberatung, München | Migrationsausschuss ver.di München | linksjugend [’solid] Basisgruppe München | Liste demokratischer Ärztinnen und Ärzte München | [muc] münchen postkolonial | Münchner Bündnis gegen Krieg und Rassismus | NachDenkSeiten-Gesprächskreis München | NoBorder Passau | Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck | Nord Süd Forum München e.V. | Piratenpartei Deutschland KV München-Stadt | Radio ’17 Grad‘, Redaktion München | Recht auf Stadt München | Rechtshilfe für Ausländerinnen und Ausländer München e.V. | refugee struggle for freedom | Regensburger Flüchtlingsforum | Regensburger Soziale Initiativen e.V. | Retten und Teilen – Lebensmittelspenden für Münchner Asylbewerber | SchlaU-Schule | SPD Ortsverein Milbertshofen – Am Hart | SPD-Ortsvereins Allach-Untermenzing | Der RSB / IV. Internationale, München | Sozialistische Jugend – Die Falken Nürnberg | Trägerkreis EineWeltHaus München e.V. | Umweltnetz München-Ost (UMO) | United4Iran – Bayern e.V | Verein für Sozialarbeit e.V | Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Nürnberg /San Carlos und Region e.V. | ver.di Jugend München | VVN-BdA, München | Wohnprojekt Ligsalz8 | das ZOB – Medieninitiative gegen Rassismus

bookmark_border9. November: Diese Grenze wurde aufgehoben,
damit wir gemeinsam wieder in den krieg ziehen

DIESE GRENZE WURDE AUFGEHOBEN,
DAMIT WIR GEMEINSAM WIEDER IN DEN KRIEG ZIEHEN

Aktion mit Großtransparent-Installation am 9.November 2014, 13 Uhr auf dem Alexanderplatz in Berlin

Die Annexion der DDR 1990 verschaffte dem deutschen Imperialismus die Basis, sein Weltmachtstreben auf dem Rücken aller auszuagieren.

Nach innen mit der Abschaffung des Asylrechts 1993, mit staatlicher Duldung faschistischer Mordbrennereien, mit Demontage der Löhne und Renten in Ost und West und Entrechtung der Arbeitslosen, mit nazi-verharmlosenden Schlussstrichen und Entschädigungsabwehr für die deutschen Verbrechen in den Weltkriegen.

Nach außen mit Bomben auf Belgrad 1999, mit staatlicher Förderung 5. Kolonnen, mit völkischem und antisemitischem Ideologieexport, mit politischer Überstimmung und ökonomischer Überschwemmung der EU-Länder.

»Wir werden uns wieder mit den ganz uninteressanten Fragen auseinanderzusetzen haben«, beklagte der jüngste DDR-Bürger Ronald Schernikau diesen epochalen Rückschritt vom realen Sozialismus in den Sumpf der Barbarei: »Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, dass man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.«

1999 wurde gefragt: Ob die Grenze aufgehoben wurde, damit wir zusammen in den Krieg ziehen?

Der deutsche Imperialismus hat so massiv und ungehindert aufgerüstet, dass wir feststellen müssen: DIESE GRENZE WURDE AUFGEHOBEN, DAMIT WIR GEMEINSAM WIEDER IN DEN KRIEG ZIEHEN.

Mit dieser Aktion soll den Menschen in Ost und West die objektive Situation in diesem Land und der Weg der Kriegsvorbereitung, den es seit 1989 beharrlich erstürmt, nüchtern vor Augen geführt werden.

Vor den deutschen Kriegstreibern ist niemand mehr sicher. Es wird Zeit, ihnen die Hände zu zerschlagen, bevor sie die Vorkriegszeit wieder beenden, die am 9. November 1989 anhob.

»Aktionsgruppe 9. November 2014«

kontakt: november2014aktion@gmail.com

Spendenkonto: IBAN: DE84 1007 0024 0200 2731 60 · BIC: DEUTDEDBBER (Inhaber: Ringo Ehlert)

bookmark_borderAsylpolitische Sturheit beenden!
Demonstration in München am 04.11.

Quelle: Flüchtlingsrat Bayern

Asylpolitische Sturheit beenden! – Demonstration in München am 04.11.

75 Initiativen rufen zu Demonstration gegen die gescheiterte Asylpolitik der Bayerischen Staatsregierung auf

Dienstag, 04.11.2014 – 18 Uhr

Auftakt: Bayerisches Innenministerium, Odeonsplatz 3, München
Verlauf: Odeonsplatz, Marienplatz, Rindermarkt, Sendlinger-Tor-Platz

Unter dem Motto „Asylpolitische Sturheit beenden!“ ruft ein breites Bündnis aus 75 Initiativen für Dienstag, den 04.11.2014, zu einer Demonstration in München auf. Initiiert wurde die Aktion vom Bayerischen Flüchtlingsrat, der Karawane München und dem Münchner Flüchtlingsrat. Innerhalb von nur einer Woche schlossen sich 72 weitere Initiativen – von Parteiverbänden und Gewerkschaften über antifaschistische und antirassistische Gruppen bis hin zu Trägern sozialer Einrichtungen und Aktiven aus der Flüchtlingsarbeit – dem Aufruf an.

Die Demonstration richtet sich gegen die Bayerischen Staatsregierung, welche sich mit der Flüchtlingssituation weiterhin vollkommen überfordert zeigt und noch immer an ihrer gescheiterten Asylpolitik festhält. Hauptforderungen sind eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen in Bayern und die Abschaffung der Lagerpflicht für Flüchtlinge.

„Die große Anzahl und Vielfalt der Initiativen, die zu der Demonstration aufrufen, beweisen, dass es einen breiten Unmut gegenüber der Asylpolitik der Staatsregierung gibt. Es ist offenkundig, dass die Staatsregierung versagt hat und absolut unverständlich, dass sie keine Schritte in Richtung einer menschenwürdigen Unterbringungspolitik unternommen hat. Seehofer, Herrmann und Müller stellen sich stur und verhindern so eine Beendigung des hausgemachten Notstands bei der Flüchtlingsunterbringung“, kommentiert Ben Rau vom Bayerischen Flüchtlingsrat.
„Mit der Demonstration möchten wir unserer Forderung nach einer neuen, nachhaltigen Unterbringungspolitik Nachdruck verleihen. Die Staatsregierung muss endlich das unflexible, starre Lagersystem aufbrechen und so für Entspannung der Situation und eine menschenwürdige Unterbringung sorgen. Es darf nicht sein, dass Flüchtlinge weiterhin unter der politischen Sturheit der CSU leiden müssen!“

bookmark_borderWie Staatsleugner und Reichsbürger lügen

In dem Artikel „Staatsvortäuschung Bundesrepublik Deutschland – Die BRD-Lüge!“ gibt es eine ellenlange Beweiskette, warum die BRD angeblich kein Staat sondern eine Firma, oder was weiß ich, sein soll. Da wird der ganze übliche Unsinn wiedergekäut.

Aber nehmen wir uns mal eine Einzelheit vor.

Werfen Sie doch mal einen Blick in Ihren Personalausweis. Was steht da unter Staatsangehörigkeit? Richtig! DEUTSCH!

Dass da natürlich DEUTSCH steht, weil wir nun mal die DEUTSCHE Staatsangehörigkeit haben, das ist jedem vernünftigen Menschen klar. Aber sei es drum. Als Beweis wird unter Anderem ein angeblich italienischer Ausweis gezeigt.

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Nur ist das eine plumpe Fälschung. Schon komisch, dass die Eintragungen alle gut zu lesen sind, aber die Erklärungen dafür total unscharf sind. Und was steht da unter Staatsangehörigkeit? „REBUBLICA ITALIANA“. Alllerdings wird „Repubblica Italiana“ mit zwei B geschrieben. Aufgefallen ist die Fälschung u.a. Hotze.

Und schaut man sich bei Google mal ein bisschen um, z.B. hier: „Passaporti e Visti per l’ingresso negli Stati Uniti“, dann wird man sehen, dass da als Staatsangehörigkeit immer „ITALIANA“ steht. Und das heißt nun mal auf Deutsch, na? Richtig! „Italienisch“.

bookmark_borderAfD-Wahlwerbung („Mut zur ganzen Wahrheit“-Version von extra 3) | extra 3 | NDR

Haben Sie sich schon mal gefragt, wer die Leute sind, die in einem AfD-Wahlwerbespot mitmachen? Wir uns auch! Die Antwort: Schauspieler! extra 3 hat alle Darsteller aus diesem Spot (das Original hier) noch einmal gebucht und eine eigene Version gedreht!