bookmark_borderBericht vom Neonaziaufmarsch in Büdingen, 30. Januar 2016

Am 30. Januar, dem Jahrestag der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler, fanden in einigen deutschen Städten wieder mal diverse Naziaufmärsche statt. Spontan entschlossen ein Kollege und ich nach Büdingen in der Nähe von Frankfurt (Main) zu fahren, um uns den von Melanie Dittmer angemeldeten Aufmarsch mit Fackeln gegen „Asylmissbrauch“ zu beobachten.

Hier der Aufruf zum Gegenprotest bei Indymedia: https://linksunten.indymedia.org/de/node/166139

Bereits im Vorfeld wurde das Tragen der Fackeln den Nazis verboten. Sie klagten zwar in Karlsruhe dagegen, aber erfolglos. Einige „Spaßvögel“ von denen meinten dann, man könne ja stattdessen Knicklichter nehmen. Auf Twitter wurde das entsprechend kommentiert: „Bist du ein besorgter Arsch, nimmst du teil am Knicklicht-Marsch“

Nach Frühstück in Frankfurt kamen wir kurz nach 14 Uhr in Büdingen an. In der Innenstadt hatten einige Geschäftsinhaber ihre Schaufenster vernagelt, Geschäfte waren bereits geschlossen. Am Kundgebungsplatz der Gegendemonstration versammelten sich die ersten Antifaschist_innen. Der gesamte Bereich war bereits durch die Polizei gesperrt, auf dem Parkplatz vor dem Rewe in der Bahnhofsstraße standen neben diversen Polizeiautos zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer bereit. Um 15.30 Uhr trafen mit dem Zug noch mehrere hundert Antifaschist_innen aus Frankfurt ein und wurden zu ihrem Kundgebungsort geleitet. Insgesamt nahmen an den Gegenprotesten geschätzt über 1000 Menschen teil. In den umliegenden Straßen kam es zu ersten Knüppel- und Pfeffersprayeinsätzen der Polizei, ein Durchbruch von Antifaschist_innen auf die geplante Demoroute der Nazis wurde unterbunden.

Ab 16:30 trafen die Nazis per Auto in der Bahnhofsstraße ein. Inzwischen war auch das Wetter äußerst schlecht geworden, es regnete in Strömen. Aber den Nazis gönnte man es. Sie mussten sich dann am Ort ihrer Auftaktkundgebung versammeln. Dort gab es für sie auch kein Dach über den kahlrasierten Schädel. 17:00 Uhr begannen sie mit ihrer Auftaktkundgebung, langweilige Musik wurde gespielt, irgendwas mit „Vaterland“ und „sterben“. Dittmer eröffnete und hetzt gleich los. Warum sie allerdings der Meinung war, die Rechten müsste man aus Deutschland rausschmeißen, das erschloss sich mir nicht. Aber Nazis sind ja bekanntlich immer sehr verwirrend.

Am Rande der Gegenkundgebung versuchte eine Gruppe Antifaschist_innen eine spontane Gegendemo zu organisieren, das scheiterte letztlich am Polizeieinsatz, 17:16 waren sie wieder zurückgedrängt.

17:30 setzte sich die Nazidemonstration in Bewegung. Dabei wurde „Dreckshure“ und „Kameltreiber“ gerufen, sowie Parolen wie „Lügenpresse auf die Fresse“, Merkel muss weg“, Hopp hopp hopp Asylanten stopp“, „Antifa Hurensöhne“ und ähnliches Sinnbefreites.

Da immer wieder einzelne sportliche Gruppen von Antifaschist_innen versuchten auf die Naziroute zu kommen, wurde vor deren Zug ein Wasserwerfer gesetzt. So wälzte sich der hässliche Marsch von ca. 150 Nazis hinter einem Wasserwerfer durch die zugegebenermaßen schöne Altstadt von Büdingen.

Am Marktplatz fand um 18:00 Uhr eine Zwischenkundgebung der Nazis statt. Dort sprach unter Anderem der bekannte Neonazi (Die Rechte) Dan Eising von „Großkapitalisten und Kippaträgern von der Ostküste“. Antisemitischer ging es kaum noch.

Witzige Episode am Rande: Ein Nazi mit Glatze geht zu einem Polizisten und sagt mit bettelnder Stimme: „Wir müssen mal pinkeln.“ Der Polizist ganz trocken zurück: „Tja, ich habe keine Tüte dabei.“

Um 18:30 liefen die Nazis weiter, wieder wurde versucht, die Route versucht zu blockieren, aber von der Polizei freigedrängt. Der Gegenprotest war trotzdem sehr laut.

Bei der nächsten Zwischenkundgebung rief Melanie Dittmer in Richtung Antifaschist_innen: „Hätten Eure Eltern euch lieber abgetrieben, ihr seid Abschaum.“. Inzwischen hatte sie wohl auch erfahren, dass ihr Haus in Bornheim etwas umgestaltet wurde. Bei Indymedia stand dazu:

Während Melanie Dittmer und ihre Nazi-Freunde in Büdingen (#büd3001) über die wahren Schuldigen und die Kippaträger von der Ostküste hetzen, kam es am frühen Abend zu massivem Glasbruch und weiteren Sachbeschädigungen an Dittmers Haus in Bornheim.
 
Durch starken Wind und Regen dürfte es bald ziemlich feucht in der Wohnung sein. Ob kaputte Fenster aber gegen reichlich Buttersäuregestank helfen, wird Melanie Dittmer morgen wissen.

Anscheinend war das allerdings eine Fake-Meldung.

Wir machten uns währenddessen durchnässt auf den Heimweg. Wie zu erfahren war, passierte sonst nichts mehr weiter an dem Abend.

Die Bilder im Folgenden zeigen gemischt sowohl den Gegenprotest als auch die Nazis selber.

PS: Der Handyempfang war teilweise äußerst schlecht, daher konnte ich nicht immer twittern. Aber folgt mir doch trotzdem auf Twitter 😉 https://twitter.com/Preiselbauer.

bookmark_borderFlug MH370 & die Rothschild – Eine wilde Verschwörungstheorie

Im Netz findet man an diversen Stellen die Verschwörungstheorie mit dem Titel „Flug MH370: Jacob Rothschild erhält alle Patente für implantierbare Microchips“. So zum Beispiel hier.

Da wird behauptet, an Bord des verschollenen Fluges MH370 hätten sich die vier Inhaber eines Patents für implantierbare Mikrochips befunden, der 5. Inhaber wäre über ein paar Ecken Jacob Rothschild, und weil die vier Menschen an Bord verschollen sind, bekommt automatisch Rothschild das komplette Patent.

Huiiii!!! Implantierbare Mikrochips! Die NWO kommt! Und die Juden waren es mal wieder.

Ok, nun im Ernst, das ist alles völliger Humbug.

Da haben wir das Patent:
http://www.google.com/patents/US8671381

Da haben wir die Passagierliste von MH370:
http://s3.documentcloud.org/documents/1061637/malaysia-airlines-flight-mh-370-passenger-manifest.pdf

Oh, Überraschung! Keiner der vier im Patent genannten Namen befindet sich auf der Passagierliste.

Der Inhaber des Patents ist Freescale.

Bei dem Patent geht es um ein System zur Optimierung der Chip-Produktion, damit man die Ausbeute pro Wafer erhöht. Mit implantierbaren Mikrochips hat das nichts zu tun, klingt aber toller, ich weiß. Außerdem ist zu empfehlen, sich mal zu sich zu bilden, was eine Aktiengesellschaft ist, was es bedeutet Aktien einer AG zu besitzen, was Investmentgesellschaften sind und was Eigentümer einer Firma sind.

Ergo: Die Verschwörungstheorie, die mit nur einem Video mit nicht belegbaren Behauptungen daher kommt, löst sich, pufffff, einfach in Luft auf. Aber manchen Leuten ist halt nichts zu blöde, hinter allem die NWO und das internationale Finanzjudentum zu sehen, nicht wahr?

Allerdings, das gebe ich gerne zu, der Fall des Flug MH370 an sich ist schon mysteriös. Es ist aber nicht das einzige Passagierflugzeug, das verschwunden ist und von dem es bis heute keine Spur gibt.

Und was sind die Reaktionen, wenn jemand diese Verschwörungstheorie bei Facebook postet und man selber aufzeigt, dass das Unsinn ist?

Bildschirmfoto 2016-01-27 um 13.52.08

bookmark_borderDas Elend von Pegida München

Nach über 6 Wochen bin ich gestern mal wieder in München gewesen um nach den Rechten zu sehen. Also nach Pegida.

Pegida läuft ja inzwischen fast jeden Tag in München auf. Auf dem Marienplatz gibt es mehrmals die Woche nachmittags eine Mahnwache von denen. Die Bürger und Geschäftsleute dürften entsprechend genervt sein. Montags versammeln sie sich zu ihrer großen Kundgebung und Demonstration, so auch gestern auf dem Odeonsplatz vor der Feldherrnhalle, von der aus schon Hitler 1923 seinen Putschversuch versuchte.

Inzwischen wird der Bereich so abgesperrt, dass um Pegida herum zwei Reihen Hamburger Gitter stehen. Drinnen Pegida, außen die Gegnerinnen und Gegner, dazwischen die Journalisten.

Inhaltlich gibt es, wie üblich, bei Pegida nicht viel zu sagen. Die übliche Hetze und Lügen. Endstation Rechts – Bayern hat dazu ein Statement auf Facebook veröffentlich:

Heinz Meyer von Pegida München hat heute den Bescheid des Landkreises Rostock präsentiert.
Heinz Meyer hat offenbar mimikama nicht gelesen, denn dort stellt die Behörde klar, dass es sich nicht um eine geförderte Person handelt, sondern um eine vierköpfige Bedarfsgemeinschaft.
Heinz Meyer neidet der Familie selbst das wenige Geld.
Heinz Meyer will wohl, dass die Leute verhungern
Heinz Meyer ist ein Unmensch
Sei nicht wie Heinz Meyer!

Witzigerweise wurde auch wieder gegen die so genannte #Lügenpresse gehetzt, gleichzeitig diese aber als Quelle herangezogen, bis hin zu einem Spiegelcover.

An der Spitze der Demonstration von Pegida lief diesmal die Identitäre Bewegung mit, eine rechtsextreme Strömung. Natürlich waren auch wieder mehrere bekannte Nazis aus Bayern zu sehen.

Auf der ganzen Strecke standen in fast jeder Seitenstraße Antifaschistinnen und Antifaschisten, um lautstark gegen den Aufmarsch zu protestieren. So wurde auch der Gang über den Marienplatz zum Spießrutenlauf für Pegida.

Alles in allem waren ca. 250 Teilnehmer bei Pegida anwesend und geschätzt gleich viel, die dagegen protestierten.

bookmark_borderInterview mit einem Nazi

Kennt noch jemand die legendäre Satireseite zyn.de? Friede seiner Asche…

Von dort stammt das Interview mit einem Nazi, welches ich hier mal wieder bringen will, einfach weil es so schön ist.

R.: Jawohl und Sieg Heil.

ZYN!: Haben Sie den keine Probleme mit Ihren Namen.

R.: Nö, warum. Ist doch voll arisch.

ZYN!: Na ja. Erzählen Sie doch mal von Ihrer Jugend.

R.: Joh, geboren bin ich auf Schalke. Dann kam ich im Heim, weil ich mir mit sechs immer noch in die Hose geschissen habe. Mit 9 kam ich dann in die Grundschule und mit 20 außer Sonderschule. Dann hab’ ich erstmal wat ordentliches gelernt.

ZYN!: Ja, was denn?

R.: Auffer Zeche hab’ ich ein Staplerschein gemacht.

ZYN!: Aha, Sie sind also eine Fuhrfachkraft Fachrichtung Transport- und Hubtechnik.

R.: Öööööh, genau und mit der Ameise kann ich auch.

ZYN!: Na, das kann sich ja sehen lassen. Hatten sie eigentlich Probleme mir Ihren Eltern?

R.: Joh, so ‘n bißchen. Mein Alter hat mich paar mal auf’m Maul gekloppt, wenn ich meine kleine Schwester gefickt habe.

ZYN!: Das macht man ja auch nicht.

R.: Och, wiso. Mein Alter hat die doch auch gefickt. Und außerdem is dat doch besser wenn wir die inner Familie ficken tun. Sonst geht da noch so’ne Graubacke dran.

ZYN!: Na, da haben sie natürlich recht. Sie wollten wahrscheinlich nur verhindern, das Ihre arischen Familiengene mit denen von morgenländlichen Rassen gekreuzt werden und es dadurch zum Untergang des Abendlandes und dem Verfall der westlichen Sitten kam.

R.: Öööööh, genau.

ZYN!: Sagen Sie mal, warum haben sie sich eigentlich Ihren Kopf geschoren?

R.: Dat is geil, dat is deutsch.

ZYN!: Aber Hitler hatte keine Glatze.

R.: Ey Typ, damals hatte man noch nicht so geile Haarschneidemaschinen.

ZYN!: Ja, aber Ihre kommt aus Japan. Und in Japan gibt es eigentlich keine 1,90 m große Hünen mit blauen Augen. Bedeutet das etwa, das Ihre Haarpflege mit undeutschem Werkzeug von statten geht?

R.: Man, wat bis Du scheiße. Der Japs ist ein Verbündeter. Der hat dem Ami im Perl Harbor voll inne Fresse gehauen.

ZYN!: Na ja. Was halten sie eigentlich von Amerika?

R.: Dat sind doch voll die Ärsche. Die Wichser geben dem scheiß Jud Kohle. Denen gehört voll eins auf’m Maul gehauen.

ZYN!: Ja, aber Sie tragen doch eine amerikanische Fliegerjacke?

R.: Ey Typ, wat willste damit sagen tun?

ZYN!: Also ich denk mir einfach mal, daß Sie und Ihre Freunde diese Jacken aufkaufen, damit die Bomberpiloten in ihren fliegenden Festungen keine mehr haben und dadurch beim Flug über den Atlantik erfrieren, oder?

R.: Öööööh, genau.

ZYN!: Wie stehts denn mit den Engländern?

R.: Dat sind Vollpimmäner. Wenn wir die Bombe vor dem Ami fertig gehabt hätten, dann wäre England getz unser. Mit der V2 hatten wir die ja schon fast im Sack.

ZYN!: Aha, Sie wollen also damit sagen, das England und alles von dort scheiße ist.

R.: Öööööh, genau.

ZYN!: Aber warum tragen sie dann Doc’s und Klamotten von Londsdale?

R.: Ey Typ, dat is Taktik. Wir kaufen denen erst dat Land leer und dann haben die selber nichts mehr zum anziehen. Dat Du dat nicht wissen tust, dat wundert mir gar nicht. Sowat lernste inner Wehrspochtgruppe Gelsenkirchen 04.

ZYN!: Na, da hab’ ich doch glatt was dazu gelernt. Aber wo wir gerade beim Thema sind, was macht denn so eine Wehrsportgruppe?

R.: Typ, dat is geil. Am Sonntag treffen wir uns immer beim Schuppkolla, so voll in Tarnklamotten, und dann gehen im Wald, mit den Uzis. Da wird geübt, für`n Krieg. Wichtig dabei is, dat Du keine Gnade kennen tust. Immer volles Rohr, immer draufhalten. Und wenn Du jemand gefangen nimmst, dann wird die Dreckssau gefoltert.

ZYN!: Ist ja interessant. Warum benutzen Sie eigentlich israelische Waffen.

R.: Wiso? Uzi ist doch deutsch. Die kommen doch von der Insel Uzedom.

ZYN!: Ja, Sie erwähnten, daß sie viele Jahre auf der Sonderschule verbrachten. Aber wenn ich sie richtig verstanden habe, verarbeiten Sie bei diesen Spielen ihre Kindheitstrauma. Sie versuchen halt Ihrer postpubertären Profilneurose zu entfliehen indem Sie neue soziale Kontakte zu Mitmenschen aufbauen und streiten dann gemeinsam für eine bessere, harmonischere Gesellschaftsordnung.

R.: Öööööh, genau.

ZYN!: Sie sind ja jetzt Mitglied in der N.S.D.D.A.P (Nekrophile Scheißer Des Deutschen Arbeiter Packs). Wie sind sie denn zu dieser Partei gekommen und was sind Ihre Aufgaben?

R.: Ja, die haben mich inner Kneipe gefragt ob ich nich Bock drauf hätte Pressesprecher zu werden. Außerdem suchten die einen, der sich mit Sprengstoff und Benzin auskennt. Da war ich halt der Richtige. Ich hab ja so ein Chemiebastelkasten und ein Rhetorik Kurs hab`ich inner Firma ja auch mitgemacht.

ZYN!: Dann haben sie ja keine Probleme Ihre Freizeit rumzukriegen. Es ist ja auch schlimm, wenn man nichts zu tun hat und aus lauter Langeweile Leute verprügelt oder Häuser anzündet.

R.: Ja, dat kommt hin. Aber so ab und zu zünden wir auch mal ein Haus an. Aber nur weil wir in geschlossenen Räumen keine großen Mengen Benzin lagern dürfen. Dat hab’ ich auffer Zeche gelernt.

ZYN!: Was für Häuser zünden Sie den so an?

R.: Die, wo Kanacken wohnen. Pack halt, wat an Allah glaubt.

ZYN!: Ich verstehe. Mit dem Benzin, was ja wohl aus dem arabischen Raum stammt, brennen sie die Häuser von Islamisten nieder, damit der Mullah noch mehr Öl fördern muß und dadurch seine Pumpanlagen schneller verschleißen und er bei uns neue Förderanlagen kauft. Dadurch steigt dann wiederum unser Exportüberschuß und somit werden Arbeitsplätze in Deutschland gesichert. Prima, Sie sind ja quasi der Motor unserer Wirtschaft. Sie sollten Fördergelder beantragen.

R.: Öööööh, genau.

ZYN!: Kommen wir mal auf Ihre Arbeit zu sprechen. Was machen sie den denn ganzen Tag.

R.: Ja, wie gesagt, bin ich Staplerfahrer auffer Zeche. Aber nicht nur dat. Ich bin nämlich auch Ausländerbeauftragter auffer Zeche.

ZYN!: Nein, ist es denn die Möglichkeit. Da kann sich die Geschäftsleitung ja glücklich schätzen, eine Kapazität für Völkerverständigung wie Sie für diesen Posten gewonnen zu haben.

R.: Dat hab’ ich denen auch gesagt.

ZYN!: Dann sind Sie also ein rundum zufriedenes und anerkanntes Mitglied unserer Gesellschaft.

R.: Dat will ich aber meinen.

ZYN!: Herr Rosental, Sie haben ja sicherlich gedient. Was sagen sie eigentlich zu den Behauptungen, das die rechte Szene die Bundeswehr infiltriert um eine neue Waffen-SS aufzubauen.

R.: Filtertüten muß ich auch noch kaufen.

ZYN!: Nein, infiltrieren bedeutet soviel wie unterwandern. Verstehen Sie mich jetzt, ich dachte sie haben an einem Rhetorik Kurs teilgenommen.

R.: Ja, da war ich wohl nicht da. Aber zur Bundeswehr muß ich ja sagen, dat ich dat mit den Videos voll scheiße finden tue.

ZYN!: Ja, ehrlich?

R.: Genau, die Videos sind doch voll stümperhaft gemacht. Ich muß mal mit unserem Gauleiter reden, dat die jungen Kameraden `ne ordentliche Filmausrüstung bekommen. So 16:9 und Dolbysystem, verstehse.

ZYN!: Ja, irgendwie habe ich mir gedacht, daß Sie sowas sagen würden.

R.: Sachma Typ, wie lang dauert die Scheiße den getz noch? Ich muß mal kacken.

ZYN!: Wir sind fertig Herr Rosental. Ich möchte mich für dieses Gespräch bedanken und überreiche Ihnen den Orden Arier des Monats.

bookmark_borderPegida am 21. Dezember in Dresden

Gestern fand in Dresden wieder einen Pegida-Kundgebung statt, die diesmal im Vorfeld bundesweit schon für Aufsehen sorgte. Von antifaschistischer Seite wurde viel dagegen mobilisiert. Ursprünglich wollte Pegida auf dem Theaterplatz ein „Weihnachtssingen“ veranstalten, allerdings war die Aktion „Herz statt Hetze“ schneller und konnte den Platz für eine Gegenkundgebung reservieren. Darauf drohte Lutz Bachmann dann u.A. bei Facebook an „Am 21. holen wir uns die Neustadt“. Die rechte Pegida in der Neustadt? Das war ein absolutes No Go! Bis wenige Stunden vor Beginn kündigte man an, man wollte auf dem Schlesischen Platz vor dem Bahnhof Neustadt demonstrieren. Inzwischen hatte die Stadt Dresden allerdings für den 21. alle Demonstrationen im Stadtgebiet verboten und nur stationäre Kundgebungen erlaubt. Pegida sollte an das Königsufer (Filmnächte) gehen. Am Montag Mittag war dann klar, Pegida hatte vor dem Verwaltungsgericht verloren und hatte damit nur den Platz an der Elbe. Gegenkundgebungen waren geplant für den Theaterplatz, den Schlesischen Platz und den Alaunplatz. In Erinnerung an das Wochenende in Leipzig anderthalb Wochen zuvor, bei dem es zu schweren Ausschreitungen gekommen war, wurde mit dem Schlimmsten gerechnet.

Aus privaten Gründen war ich sowieso in Dresden, was lag also näher, als das auch zu besuchen und darüber zu berichten. Mancher wird vielleicht auch bei Twitter live meine Tweets verfolgt haben unter @preiselbauer. Ich musste an dem Abend wieder mal ein gutes Dutzend Patrioten blockieren. 😉

Ab 17 Uhr begann die antifaschistische Kundgebung vor dem Bahnhof Neustadt und die Herz statt Hetze Kundgebung auf dem Theaterplatz. Auf letzterem hatten sich mehrere tausend Menschen versammelt. Es wurden klassische Lieder mit Chor und Begleitung vor der Semperoper gesungen.

Zur gleichen Zeit sammelten sich fast tausend Antifaschist_innen auf dem Schlesischen Platz. Gegen circa 18 Uhr liefen alle Richtung Alberplatz und von dort Richtung Elbe. Die Polizei war, wie üblich, ziemlich überrascht, konnte letztendlich aber verhindern, dass die meisten durchkamen. Trotzdem sammelten sich im Laufe des Abends am Carolaplatz und am Goldenen Reiter mehrere hundert Pegidagegner_innen. Näher an Pegida kam man aber nicht mehr. Deren Singsang war mit einer Unmenge Polizeiwagen, mindestens sechs Wasserwerfern und zwei Räumpanzern abgesichert. Außerdem stand eine Hundestaffel mit 15-20 Tieren auf der Straße verteilt bereit.

Zu Pegida gab es eigentlich kaum etwas zu sagen. Das Königsufer war schon zu Nazizeiten ein „Forum für nationale Kundgebungen“ und als Aufmarschplatz geplant, die Stadt zeigte wieder man ihre übliche historische Sensibilität. Nicht! Pegida feierte sich, die Teilnehmer, die ich sah, waren hauptsächlich Männer in jungen und mittleren Alter, viele mit von Alkohol gezeichneten Gesichtern. Bachmann, Festerling und andere hetzten, man brüllte und gröhlte, versuchte sich in Singen und auch sonst war alles wie immer. Deutsch und hässlich.

Die Carolabrücke wurde einseitig komplett abgeriegelt, nicht einmal Journalisten durften bis an das Geländer. Gründe konnte man bei der Polizei nicht nennen, beim Kommunikationsteam der Polizei hatte man keine Kommunikation mit der Polizeiführung. Auf der Augustusbrücke versuchten inzwischen einige Personen eine Spontandemo gegen Pegida anzumelden, das wurde abgelehnt mit der Begründung, die Versammlungsbehörde hat schon Feierabend. Was gelogen war. Zwischendurch soll die Augustusbrücke sogar mal komplett gesperrt gewesen sein, wer von der Neustädter Seite auf die andere Elbseite zur Kundgebung wollte, dem wurde von der Polizei bei Twitter empfohlen, doch über die Marienbrücke zu gehen. Ich kenne die Brücken, das wäre ein riesiger Umweg gewesen.

Währenddessen gab es in der Neustadt einige Zwischenfälle mit marodierenden Nazis. Diese machten Jagd auf Linke und zündeten Mülltonnen an. Nach meinen Informationen gab es dabei zwei Verletzte.

Als Pegida endlich endete, lies man einzelne Pegidioten am Carolaplatz an den Gegendemonstranten vorbei. Letztlich blieb es aber friedlich. Nur am Albertplatz standen noch lange viele Antifaschist_innen, dort kam es auch zu einen oder zwei Flaschenwürden und einer Festnahme. Das war alles.

Als Fazit kann man sagen, der Abend verlief unerwartet ruhig. Abgesehen von den Nazis in der Neustadt und den damit verbundenen Zwischenfällen ist eigentlich nichts passiert. Bachmann fantasierte was von 30.000 Teilnehmern bei Pegida, das wurde später auf 15.000-18.000 herunter korrigiert, aber offensichtlich hat er nur zu viel gekokst. Von den Filmnächten her weiß man, dass da gar nicht so viele hinpassen. Insgesamt waren es wohl nur 6-8000. Was immer noch zuviele waren… Die Polizei machte mal wieder eine Waffenschau. Mehrere tausend Menschen waren gegen Pegida auf der Straße, was zumindest zeigt, dass es in dieser Stadt auch noch Menschen gibt, die die Nazis nicht haben wollen.

bookmark_border#Lügenpresse

Bei Pegida ruft man ja gerne „Lügenpresse!“, oder auch schon mal „Lügenpresse, auf die Fresse!“. Da stellt man sich auch mal die Frage: „Glaubst Du ALLES was Du liest?“ (!sic)

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Auch gegen den Spiegel kennt man da keine Gnade und teilt den Journalisten das schon mal per Mail mit.

Wie inkonsequent die Pegidioten aber sind, konnte man gestern wieder mal in München sehen.

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Egal ob ein Cover vom Spiegel oder Schlagzeilen aus der Bild, wenn es in den Kram passt, dann nimmt man auch die „Lügenpresse“ als Quelle.