Demonstration Free Palästina in München

Nachdem ich bereits vor einigen Tagen über eine Demonstration für Israel berichtet hatte, wollte ich mir heute mal eine Demonstration für Palästina anschauen. Ich weiß nicht, wer dazu aufgerufen war, aber auffällig war neben vielen offenbar türkisch- und arabischstämmigen Menschen auch eine große Anzahl Altlinker, die man sonst hier vor allem von der Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz in in München kennt. Fahnen habe ich von der MLPD und der KKE gesehen.

Auftakt war auf dem Orleansplatz am Ostbahnhof. Sensibilisiert durch die antisemitischen Ausfälle der vergangenen Wochen in vielen Städten waren die Auflagen für die Demonstration entsprechend streng. Bereits vorher kontrollierte die Polizei Transparente und Schilder und untersagte gegebenenfalls auch deren Verwendung. So konnte ich beobachten, das eine Fahne, die vermutlich der ISIS zuzuordnen war, nicht gezeigt werden durfte. Ebenso war die Parole „Kindermörder Israel“ verboten. Trotzdem gab es einige Schilder, die man als sehr grenzwertig oder offen antisemitisch einstufen musste.

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Während der Auftaktkundgebung sprachen mehrere Redner. Dabei wurde auch immer wieder darauf hingewiesen, das man keinen Antisemitismus haben will und das die Demonstration nicht gegen Juden ist. Gleichzeitig wurde allerdings auch von einem „Vernichtungskrieg“ gegen Palästina gesprochen und zum Boykott israelische Waren aufgerufen.

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Am Rande des Orleansplatz stand eine Gruppe Jugendlicher mit Israelfahnen. Sie störten die Veranstaltung nicht. Es gab allerdings ein paar Diskussionen. Dabei zeigte sich wieder ein mal die kognitive Dissonanz der Palästinaunterstützer. Die Tatsache, das die meisten Menschen die positiv zu Israel stehen auch Frieden für Palästina wollen, das nehmen sie nicht wahr. Dafür wird auf die Fragen „Ist Dir bekannt, das Israel kurze Zeit sogar einen arabischen Präsidenten hatte? Das arabisch dort auch Amtssprache ist? Das es dort Religionsfreiheit gibt?“ damit geantwortet, dass das nur Fassade wäre.

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Nach ca. einer Stunde begann eine Demonstration durch München. Da, wie erwähnt, die Parole „Kindermörder Israel“ nicht erlaubt war, hielt man es wohl für sehr clever, stattdessen „Kindertöter Israel, Frauentöter Israel, Menschentöter Israel“ zu rufen. Anfang wurde auch mehrmals „Intifada bis zum Ende“ skandiert. Insgesamt verlief die Demonstration mit mehreren hundert Menschen friedlich, aber laut. Als zwischendurch mal eine Israelfahne zu sehen war, gab es laute Buh-Rufe.

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Die Abschlusskundgebung fand wieder auf dem Orleansplatz statt. Dort wurde noch mehrmals zum Boykott israelischer Waren aufgerufen. Ich frage mich dabei immer, ob die Menschen überhaupt wissen, wie viel der Technologie, die sie tagtäglich nutzen, aus Israel kommt.

We Stand With Israel – Demonstration in München

Am Donnerstag den 17. Juli 2014 fand in München eine Demonstration unter dem Motto „We Stand With Israel“ statt. Aufgerufen wurde unter anderem über Facebook.

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Start war 18 Uhr am Sendlinger Tor. Gleich zu Beginn wurde darauf hingewiesen, dass sich diese Demonstration nicht gegen Palästina bzw. die Palästinenser richtet und auch nicht gegen den Islam. Es geht alleinig gegen den Terror der Hamas, die nicht nur Israel terrorisiert sondern auch Gaza. Es nahmen insgesamt nach Veranstalterangabe ca. 450 Menschen teil.

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Die Demonstration lief durch die Innenstadt zu Marienplatz. Immer wieder dabei „Hevenu Shalom Alechem“ („Wir wollen Frieden für alle“) gesungen. Selbstverständlich war der Demozug durch die blau-weißen Israelfahnen dominiert.

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Auf dem Marienplatz gab es eine kurze Zwischenkundgebung.

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Am Rande fanden sich auch eine kleine Gruppe Jugendlicher mit Palästinafahnen ein, die lautstark gegen die Demonstration versuchten zu protestieren. Außer „Israel Babaymörder“-Rufen kam aber nicht viel. Insbesondere ein junger Mann tat sich beim Diskutieren hervor. Er wollte aber das glauben, was ihm in sein Weltbild passte. Das führte sogar dazu, dass er die Tatsache, das 1948, direkt nach der Gründung Israels, 6 arabische Staaten dem neuen Staat den Krieg erklärten, mit den Worten ablehnte, man sollte doch mal in ein Geschichtsbuch schauen. Ja, hätte er es doch mal getan. Auf diesem Niveau war eine Diskussion natürlich zwecklos.

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Was die Gegendemonstranten gar nicht verstehen wollten, das sich die Demonstration nicht gegen Palästina richtete sondern gegen den Terror der Hamas. Sie meinten, ohne die Hamas gäbe es schon gar keine Palästinenser mehr. Aber so verabschiedete sich die Demo mit Sprechchören „Free Gaza from Hamas“ von ihnen.

Weiter ging es zum Isartor, dort wurde kurz für ein Foto gehalten.

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Schließlich liefen die Demonstranten wieder zum Sendlinger Tor zurück. Auf der Abschlusskundgebung sprach der Münchner Stadtrat Marian Offman, Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München. Zum Ende wurde nochmals gemeinsam gesungen.

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Im folgenden Video gibt es ein paar Eindrücke von dem Tag.

Auch am Sendlinger Tor wollten drei junge Frauen gegen die Demonstration und Israel protestieren. Zumindest für das gelbe Plakat gibt es wohl eine Anzeige.

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Während der ganzen Demonstration waren auch mehrer Mitglieder der rechtspopulistischen und islamfeindlichen Partei DIE FREIHEIT anwesend. Von denen distanzierte man sich aber deutliche, außerdem wurden sie mehrfach aus dem vorderen Teil der Demonstration weggeschickt. (Ein AZ-Interview mit Stadtrat Marian Offman zeigt, dass diese Gruppe von den Israeliten abgelehnt wird.)

Montagsdemo München am 26. Mai 2014

Der folgende Bericht stammt von der Facebookseite des Netzwerk Aktion & Recherche – „Die Freiheit“ watch (Rechte Strukturen in München und Umgebung aufdecken, enttarnen und bekämpfen!)

Verschwörungsrapper*innen, Neonazis und basisdemokratische Abstimmungen

 

Im Mittelpunkt der gestrigen Montagsmahnwache stand dieses Mal der Auftritt des Verschwörungs-Rappers „Kilez More“ und seiner Rap-Partnerin „Morgaine“ (…), die einige Lieder aus ihrem Repertoire an diesem regnerischen Abend live am Sendlinger Tor performten.

 

Journalisten wurden reihenweise beleidigt, bedroht und an der Arbeit gehindert. Eine Erklärung dafür hatten die pöbelnden Demo-Teilnehmer*innen (die sich doch sonst immer beschweren, dass niemand über sie berichtet ) schnell parat: „scheiß Massenmedien“, „falsche Berichterstattung“, „ihr versucht uns in die rechte Ecke zu stellen“. Weiterhin sei einem Studenten, der sich zuvor für eine Rede angemeldet hatte, eben diese verwehrt worden. Grund hierfür sei gewesen, dass ein Demo-Organisator nicht mit dem Teil der geplanten Rede einverstanden war, der die Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ stark kritisierte.

 

Die angesprochene „rechte Ecke“, (genauer: die „rechtsextreme“ Ecke) ließ wie gewohnt auch nicht lange auf sich warten. Insgesamt ein Dutzend Neonazis, darunter auch der verurteilte Rechtsterrorist Karl-Heinz Statzberger, fanden sich im Laufe der Veranstaltung auf dem Sendlinger-Tor-Platz ein.

 

Diesmal waren jedoch nicht – wie die letzten Male – nur Aktivist*innen aus den Reihen der BIA anwesend, darunter Karl Richter, Vanessa Becker, Manfred Schiessl, Renate Werlberger und Florian Gnad.
Auch lokale FNS-Akteure zeigten Präsenz: neben Statzberger gesellten sich u.a. Marcel Burucker, Dominik H., Tirza M. und Tom R. zu den Mahnwachlern.

 

Nachdem die Anwesenheit von Neonazis auf den ersten Mahnwachen nur wenige Mahnwachler gestört hatte, wurde dieses mal relativ rasch sowohl von der Demo-Organisation, dem Publikum als auch vor allem von den Live-Acts „Kilez More“ und seiner Partnerin „Morgaine“ lautstark ein Ausschluss bzw. das Verschwinden der Nazi-Gruppen gefordert.

 

Diese allerdings zeigten sich relativ unbeeindruckt von den Forderungen. Daraufhin organisierte ein Teilnehmer der Demonstration eine Abstimmung über den Verbleib der Neonazis, woraufhin sich etwa 3/4 der Anwesenden für einen Ausschluss entschieden. Das restliche Viertel setzte sich überwiegend für eine Akzeptanz der Neonazis ein, einigen war es auch komplett egal.

 

Ob das ungewöhnlich starke Engagement für den Ausschluss nun darauf hinauszuführen war, dass die Leute deutliche Probleme mit der rechtsextremen Ideologie ansich hatten oder man schlicht und ergreifend die Nazis zumindest von der Veranstaltung weghaben wollte „um den Medien keine Steilvorlage für das Drängen der Demos in die rechte Ecke zu geben“, sei an dieser Stelle mal dahingestellt.

Dem anfangs lautstarken Protest fehlte allerdings schlussendlich die Konsequenz. Die Neonazis selbst kümmerten sich wenig um den Aufruhr, im Gegenteil: sie nutzten die Aufmerksamkeit, um Flyer der FNS-Tarnorganisation „Der Dritte Weg“ zu verteilen und neue Sympathisant*innen zu gewinnen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Umgang mit Rechtsextremen bei den nächsten Mahnwachen entwickelt.

Siehe dazu auch das Video „Unter Kriegsgegnern“

Dieser Patrick W. bei 5:10 ist meines Wissens nicht mehr Mitorganisator der Münchner Montagsdemo.

In einem Kommentar zu diesem Bericht schrieb eine Userin bei Facebook:

Grund hierfür sei gewesen, dass ein Demo-Organisator nicht mit dem Teil der geplanten Rede einverstanden war, der die Gleichsetzung von „links“ und „rechts“ stark kritisierte.“

 

Das ist nicht richtig. Soweit ich das mitbekommen und beobachtet habe, hat sich die Orga Gruppe gespaltet, da der eine Teil genau das zitierte vertritt. Und der andere Teil auf diese Differenzierung grossen Wert legt. Der Teil der der diese Meinung vertritt, war nicht an der Orga letzten Montag beteiligt. Ich habe selber mit demjenigen gesprochen. Gut wäre da mal ein Blick auf die Seiten „Montagsdemo München“ und „Friedensbewegun 2014 München“, dort kann man die Auseinandersetzung über den internen Richtungskampf sehr gut nachverfolgen.

 

„Daraufhin organisierte ein Sprecher der Demonstration eine Abstimmung über den Verbleib der Neonazis, woraufhin sich etwa 3/4 der Anwesenden für einen Ausschluss entschieden. Das restliche Viertel setzte sich überwiegend für eine Akzeptanz der Neonazis ein, einigen war es auch komplett egal.“

 

Derjenige der diese Abstimmung organisierte ist kein Sprecher der Orga, sondern ein ganz normaler Teilnehmer, der das bereits Wochen vorher unter Zuspruch geplant hatte.

 

Die lautstarken Distanzierungen von KM, Morgaine und vielen vielen Demonstranten, die die Leute vom Platz haben wollten, waren überzeugend. Nicht geheuchelt!

 

Aber auch da ist es nunmal so, dass es nicht erlaubt ist diese Leute von dort zu verbannen. Das ist eine nach dem GG geschützte Versammlungsfreiheit und es ist nicht erlaubt friedliche Teilnehmer aufgrund ihrer politischen Gesinnung auszuschliessen. Was soll man mehr tun, als sie wiederholt bitten zu gehen? Sie vom Platz schleifen?
 

Die Menge muss den Leuten zeigen, dass sie unerwünscht sind. Und mehr ist nicht drin, da der Versammlungsleiter unter freiem Himmel kein Hausrecht ausübt, wie KM das angemerkt hat.
http://www.gesetze-im-internet.de/…/versammlg/gesamt.pdf1

 

In der Menge wurde diese Distanzierung als sehr positiv empfunden. Viele Leute um ich herum haben gesagt: „endlich!“

 

Noch deutlicher ging es eigentlich gar nicht.

 

Die paar Hanseln die bei der Abstimmung FÜR die Nazis waren, sind Leute die mir persönlich in der MD Gruppe schon durch ihr Gehabe aufgefallen sind und ein ehemaliger MItorganisator, der kurz nach der Aktion sich offiziell auch verabschiedete, weil er das offensichtlich nicht ertrug.

 

Die zweite MD die nun im Englischen Garten stattfinden soll, ist also abgekoppelt von der ursprünglichen MD zu betrachten, würde ich meinen.
 

Und zu der Demo am 26.05 am Sendlinger Tor, da hatte ich nach 5 oder 6 mal Teilnahme nun endlich mal das Gefühl, dass ein „anderer Wind“ weht.

 

Das vermehrte Aufkreuzen der Nazis ist ganz leicht zu erklären: die finden das witzig. Allerdings ist noch mehr in Planung um sie dazu zu bekommen, dass sie freiwillig gehen.
 

Ich würde mich aber nicht nur auf die Nazis konzentrieren, teilweise wurden da auch ganz andere krude Thesen vertreten.. nicht mehr so offen, ich hoffe auch das löst sich ja vll auf. Die Orga Leute bemühen sich offensichtlich darum.

 

Was die Frau angeht, die den Mann mit der Abstimmung unterbrach und ihr Weizenmehr-Franzosenhasser-Statement gehalten hat – das habe ich auch kritisch gesehen. Bissi strange. Naja.

Interessant. Die Demo hat sich also schon gespalten.

Zu guter Letzt noch dieses, Morgaine äußerte sich selber auch auf der Demo.

Man mag ihr und dem Rapper die Distanzierung von Rechts durchaus abkaufen. Genauso wie den meisten Demoteilnehmern. Es bleibt aber die Frage offen, was die Demos für die Rechten so attraktiv macht. Und das sind vor allem die Verschwörungstheorien, die da postuliert werden sowie diese versuchte unpolitische Haltung „Wir sind weder Rechts noch Links“.

  1. Hinweis: Für Bayern ist das Bayrische Versammlungsrecht von 2008 entscheidend. http://goo.gl/UW76gj []

Montagsdemo in München, 5. Mai 2014

Ich besuchte gestern wieder die Montagsdemo in München.

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In der letzten Woche tauchte unter anderen der NPD-Kader Karl Richter auf. Er sprach nicht dort, er war für die meisten vermutlich nicht mal erkennbar, er stand nur am Rande rum, war aber sichtbar. Das brachte danach die Organisation der Montagsdemo zu einem deutlichen Statement auf Facebook. Ich zitiere:

„Wir hatten letzte Woche leider das zweifelhafte Vergnügen, Besuch von einem Herrn zu haben, welcher Mitglied in einer Partei ist, deren Namen wir hier nicht sagen möchten, da wir sonst für diese auch unfreiwillig werben würden. (…) Bisher sahen wir glücklicher Weise noch keinen Grund uns der Art genau mit dieser Materie zu befassen, jedoch lehrte uns der letzte Montag, dass wir diese Thematik nun doch aufgreifen müssen. Wir distanzieren uns hiermit öffentlich von jeglichen Ideologien und Ansichten von Personen oder Parteien, die sich aufgrund ihrer menschenverachtenden Einstellung offensichtlich nicht mit unserem Wunsch nach Frieden vereinbaren lassen. (…)“

Bereits im Eröffnungsbeitrag wurde bei der gestrigen Montagsdemo noch mal darauf hingewiesen, dass man sich entschieden von Rechtsextremen distanziert und mit diesen Menschen auch nicht für Frieden zusammenstehen will. Man räumte diesem Thema auch seinen eigenen Raum im Rahmen der Veranstaltung ein. Es wurde gesagt, wir sind Bürger der Mitte und gewisse Parteitätigkeiten lassen sich nicht mit Frieden vereinbaren.

Leider war auch diesmal wieder eine Gruppe mehrere Nazis anwesend, die wieder die ganze Zeit nur am Rand da standen. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich aus eigener Erfahrung als Mitorganisator der Montagsdemos gegen Hartz IV 2004 in Dresden weiß, wie verdammt schwer das Problem mit Nazis zu lösen ist. Wir haben es damals nie ganz geschafft, die von uns wegzuhaben. Und ich wäre sehr empört gewesen, hätte jemand unseren Montagsdemos eine rechte Gesinnung vorgeworfen, nur weil sich da eine Gruppe bekannter Nazis sich in der Peripherie rumtreibt.

Was ich also sagen will, obwohl diese Typen da auftauchten, die Montagsdemo in München selber hat mit diesen Nazis nichts zu tun und den Veranstaltern kann man auch keinerlei Sympathien für diese vorwerfen, im Gegenteil, sie wehren sich dagegen.

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Allerdings, und das muss ich hier auch thematisieren, distanzierte man sich zu Anfang auch von Links, bzw. Linksextremismus. Da kam doch wieder durch, diese versuchte unpolitische Haltung, wir sind nicht links und rechts.

Bei der Veranstaltung, um jetzt mal zum Thema zu kommen, waren nach meiner Schätzung 300-500 Menschen da. Viele hatten Transparente oder Schilder dabei. Einige der Plakate zitierten auch zum Beispiel Rosa Luxemburg oder Bertolt Brecht, das soweit zu „wir sind nicht links“. Ganz vereinzelt gab es auch, ich sag das mal so direkt: Spinner.

Die Demonstranten bekamen selber die Möglichkeit, am Mikrofon zu sprechen. Ein junger Mann, der schon öfters sprach, redete viel von Liebe und Frieden. Das war eher esoterisch angehaucht, da schaltete ich dann lieber ab.

Um 19 Uhr wurde eine Schweigeminute für die Opfer in Odessa (Ukraine) abgehalten. Zwei junge Frauen aus der Ukraine sprachen anschließend darüber, das waren bewegende Beiträge.

Die meisten weiteren Redebeiträge beschäftigten sich mit dem Thema Frieden, auch mit dem Thema Faschismus, speziell in der Ukraine, welcher natürlich abgelehnt wurde und mit der Kriegsgefahr. Es kam aber auch wieder bei einigen wenigen die Rede auf diverse Verschwörungstheorien wie das Deutschland ja so gar nicht existiert und es war die Rede von „Freier Energie“. Letztlich aber eher harmlos. Hier muss man wohl mal ein klares Wort über diesen Unsinn sprechen. Da ist noch viel Aufklärung nötig.

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Ich meldete mich auch zu Wort, da ich es wichtig fand, das Thema Links und Rechts klarer zu stellen. Ich stellte mich vor als „Ich bin Antifaschist und Kommunist und linksextrem“. Den Menschen erklärte ich, dass ich es sehr gut finde, dass man sich offen von Rechts distanziert. Und obwohl da hinten eine Gruppe Nazis steht, will ich niemanden in der Demonstration vorwerfen, rechte Ansichten zu vertreten. Ich bin aber auch der Überzeugung, dass es eine konsequente Friedenspolitik und Kapitalismuskritik mit linken und fortschrittlichen Positionen geben kann. Und wie Rosa Luxemburg sagte, wer unpolitisch ist, ist unbewusst politisch.

Leider war mein Redebeitrag dann aber auch der einzig, der Buhrufe bekam. Vielleicht hat man mich nicht richtig verstanden? Anderseits wurde mir aber im Nachhinein von einigen Teilnehmern bestätigt, dass diese Buhrufe bei ihnen auf Unverständnis stießen.

Ich konnte im Anschluss mit mehreren der Anwesenden noch lange diskutieren. Dabei stellte sich ein sehr unterschiedliches Meinungsbild heraus. Während ich von einigen Zustimmung bekam, waren andere doch der Meinung, dass man nicht in den Kategorien links und rechts denken solle. Öfters kam auch wieder die Meinung durch, dass Deutschland kein souveräner Staat ist und ziemlich lange sprachen wir darüber, was eigentlich Antisemitismus bedeutet. Sehr lachen musste ich dann, als mir jemand vorwarf: „Du hältst Dich für gebildet, weißt aber nicht, dass die FED eine Privatbank ist.“

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Als Fazit würde ich sagen, die Münchner Montagsdemo ist auf dem richtigen Weg ist. Weniger Verschwörungsunsinn, mehr politische Inhalte, eine deutliche Benennung der Ursachen für Krieg und Faschismus, das ist nötig. Als Linke haben wir hier die Möglichkeit, da entweder nur zuzuschauen oder mit eigenen Beiträgen zu versuchen, die Themen Krieg & Kapital deutlich in den Fokus zu setzen.

Die Organisatoren, das soll noch mal extra erwähnt werden, haben keine leichte Aufgabe, aber sie geben sich große Mühe, diese zu bewältigen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das ist und ich wünsche ihnen, dass sich das noch besser entwickelt.

1. Mai 2014 in München

Ich besuchte heute die Demonstration und Kundgebung anlässlich des 1. Mai in München.

Die Demonstrationsteilnehmer versammelten sich am Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstr. 64, dort gab es einige Reden und eine Trommelgruppe heizte ordentlich ein.

Die anschließende Demonstration führte durch die Innenstadt zum Marienplatz, Teilnehmer ware von verschiedenen Organisationen und Gewerkschaften vertreten, darunter der Arbeiterbund zum Wiederaufbau der KPD mit einem besonders großen und schönem Transparent, die DKP und MLPD und einige mehr. Zwischendurch kam man an einer kleineren Kundgebung der FAU München vorbei.

Auf dem Marienplatz fand die Abschlusskundgebung der Gewerkschaften statt. Dabei sprachen Simone Burger vom DGB München und Michael Vassiliadis Vorsitzender der IG BCE.

Ab 12 Uhr gab es noch ein „Familienfest“.

Mehr gibt es leider nicht zu berichten.

Siehe auch: „Heraus zum 1. Mai“ bei EMAZ.

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Botanischer Garten München

Der Botanische Garten München-Nymphenburg, auch Neuer Botanischer Garten, schließt an den Nymphenburger Park nach Norden an und ist mit einer Fläche von 21,20 Hektar und über 400.000 Besuchern im Jahr einer der größeren Botanischen Gärten Deutschlands. Er gehört heute zu den Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns. (Wikipedia)

Diese Fotos entstanden am 29. März 2014, einem wunderschönen Frühlingstag. Sie stammen sowohl aus den Außenanlagen als auch aus den Gewächshäusern.

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Montagsdemo für Frieden in München (14. April 2014)

Ich habe mir heute in München auf dem Karlsplatz (Stachus) eine der neuen Montagsdemonstrationen (Mahnwache) für Frieden angeschaut. Bekanntermaßen sind die ja derzeit sehr umstritten, also wollte ich das in Bayern mal mit eigenen Augen ansehen. Ich habe mich dabei die ganze Zeit offensiv als Pressevertreter mit Presseausweis gezeigt.

Beginn war 18 Uhr, da geschah allerdings noch nichts. Es hatten sich ca. 40 Personen versammelt, einige Demonstranten sind bis zu 120km weit aus dem Allgäu angereist. Ein Transparent wurde hochgehalten mit der Aufschrift „Für Liebe! Für Freiheit! Für Einheit! Weltweit!“

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Um 18:30 erfolgte dann eine offizielle Begrüßung durch einen der Organisatoren. Anschließen drei, vier ganz kurze Meinungsäußerungen von anderen Teilnehmern, und das war es eigentlich schon wieder. Es wurde gesagt: „Von deutschen Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.“ und man solle doch die Veranstaltung nicht stören. Es gibt bei dieser Demonstration kein politisches Links und Rechts.

Die Organisatoren trugen T-Shirts, auf denen vorne „Wir sind gegen das Selbe !!!“ stand und auf der Rückseite: „Endlich wieder Montag… Montagsdemo Team München“ (sic!).

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Ein Redner forderte dazu auf, mehr Leute mitzubringen. Jeder solle nächste Woche einen weiteren mitbringen und so wächst das schon. Außerdem wurde kritisiert, dass die Medien nicht über die Veranstaltung berichten.

Das war es dann an Wortmeldungen, mehr passierte die nächsten anderthalb Stunden nicht mehr, außer dass alle rumstanden und aus einem Lautsprecher Musik lief. Die Teilnehmerzahl überstieg nie mehr als 100 Personen.

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Ich sprach dann die Organisatoren direkt an, wie sie denn zu der Aussage von Lars Märholz in Berlin stehen, dass alle Kriege der letzten 100 Jahre von der FED in den USA verursacht sind und wo sie selber die Ursachen für die Kriege sehen. Die Antworten waren sehr allgemein gehalten. Einer erklärte mir, es ist doch egal, von wem die Kriege ausgehen, ihm ist die Wirkung wichtig, dass die Leute gegen den Krieg und für den Frieden auf die Straße gehen. Ein andere meinte, zur der Vergangenheit und den Ursachen der Kriege angesprochen, wichtig ist, was heute ist. Es fielen auch Begriffe wie „Kapitalismus“ und „Geldsystem“ und das wir nicht Schuld am 2. Weltkrieg sind. Natürlich sagte ich, das sind wir nach 1945 Geborenen nicht (Ich gehe mal davon aus, dass er das meinte.), aber wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Er stimme mir da auch zu. Ich erklärte ihm auch, dass es wichtig ist, in die Geschichte zu schauen, wer da für die Kriege verantwortlich war, um daraus die Konsequenzen für heute zu ziehen, aber so richtig konnte der junge Mann dazu auch nichts sagen, außer zu wiederholen, wichtig ist, was heute ist.

Die Organisatoren hatten auch ein Gästebuch ausgelegt für Kommentare und Vorschläge, da fanden sich dann Aussagen wie: Schön, dass es wieder Montagsdemonstration gibt, war 89 in Magdeburg dabei / Russische und deutsche Fahnen sollte man das nächste Mal mitbringen / Reden aus Berlin sollten übertragen werden / Wichtig ist Aufklärung.

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19:45 brach ich den Besuch schließlich ab und fuhr wieder heim.

Fazit: Man kann ihnen nicht vorwerfen, Verschwörungstheorien zu publizieren, wie das anderorts geschah. Das war soweit ok. Allerdings weiß ich auch nicht, aus welchen Kreisen die Veranstalter stammen, sie haben sich nur mit Vornamen vorgestellt.

Aber es wurde auch nichts konkret benannt. Weder die Ursachen der Kriege noch was man wirklich aktiv dagegen tun kann. Ich denke, hier sollten wir als Linke ansetzen und versuchen echte Aufklärungsarbeit zu leisten, zum Beispiel in Form von Flugblättern, die müssen ja nicht von einer bestimmten Organisation stammen. Auch halte ich das „Es gibt kein Links und kein Rechts“ für einen großen Fehler, da müssen sich die Teilnehmer der Demonstration klar positionieren. Wie Rosa Luxemburg sagte: „Unpolitisch sein heißt politisch sein, ohne es zu merken.“ Von Rumstehen für Frieden alleine wird sich nichts ändern.

Die Webseite der Organisatoren (Nur bei Facebook!):
https://www.facebook.com/Friedensbewegung.Muenchen

Ein weiterer Flyer wurde verteilt von www.wirkarte.de. Dort finden sich dann der Text:

Wir wenden uns an Querdenker, Pioniere und Freigeister, die gemeinsam versuchen wollen, unsere Umwelt neu und heilsam zu gestalten.
Wir bieten eine gesunde Mischung von Esoterik und Exoterik, von Wissenschaft und Grenzwissenschaft, von Visionen und real umsetzbaren Projekten, um uns allen zu helfen, ein neues ganzheitliches Weltbild zu entwickeln.

Die restlichen Albernheiten (Orgon-Energie) und Grenzwertigkeiten (Ich versuche mal höflich zu bleiben) auf der Seite könnt ihr Euch gerne selber anschauen. Oder lieber nicht…

Schlosspark Nymphenburg

Schlosspark Nymphenburg mit dem Schloss Nymphenburg in München ist ein beliebtes Ausflugsziel. Den zu besuchen lohnt sich an seinem sonnigen Tag auf jeden Fall. Direkt daneben, aber nicht zugehörig, liegt der Botanische Garten.

Schloss Nymphenburg liegt im Westen Münchens im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg. Es bildet zusammen mit dem Schlosspark Nymphenburg und den kleinen Parkburgen eine Einheit. Es zählt zu den großen Königsschlössern Europas und ist heute eine vielbesuchte Sehenswürdigkeit. Das Schloss war lange Zeit die Sommerresidenz der Wittelsbacher. (Wikipedia)

Heute zeige ich einige Fotos aus dem Schlosspark, die bereits im letzten Herbst (13. Oktober 2013) entstanden. Fotos aus dem Botanischen Garten und der Ausstellung tropischer Schmetterlinge folgen später.

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