bookmark_borderAnkunft von Flüchtlingen in München Hauptbahnhof

Am gestrigen Montag stellte Österreich die Kontrollen auf dem Wiener Westbahnhof ein, worauf hunderte Flüchtlinge, vor allem aus Syrien, mit dem Zug über Österreich nach Deutschland kamen. Einige blieben in Österreich, die meisten fuhren durch bis München.

Im München Hauptbahnhof angekommen, wurden sie in den Flügel Starnberger Bahnhof geleitet, in einer großen Wartehalle mussten sie teilweise Stunden ausharren, bis sie in Bussen weitergebracht wurde. Diese Busfahrt dauerte für sie auch noch mal mindestens zwei Stunden.

Soweit der technische Ablauf.

Ich war seit 18 Uhr vor Ort, bis zum nächsten Morgen 4 Uhr. Was ich gesehen habe, hat mich zutiefst erschüttert. Menschen, die seit Wochen unterwegs waren, nur mit Kleidung am Leibe und einem oder maximal zwei handlichen Taschen, kamen an. Männer, Frauen, Kinder, Babys. Ein Vater trug ein Baby auf dem Arm, das war erst wenige Wochen alt. Sehr viele Kinder waren noch im Vorschulalter. Die Erschöpfung war in ihren Gesichtern zu sehen. In der Wartehalle mussten sie auf dem harten Boden sitzen oder liegen. Da drinnen war es stickig warm, heraus konnten sie nicht, es gab außerhalb nur zwei mobile Toiletten, zu denen sie einzeln gebracht wurden. In der Halle jedoch wurden sie von Müncherinnen und Münchnern mit einem Transparent empfangen, auf dem „Welcome“ stand. Diese kleine Geste zauberte vielen der Flüchtlinge ein Lächeln ins Gesicht.

Am Nachmittag hielt Pegida wiedermal eine Infoveranstaltung auf dem Stachus ab. Die Menschen, die dagegen protestierten, kamen danach zum Bahnhof und es setzte eine großartige Hilfswelle ein. Geld wurde gesammelt, umliegende Geschäfte abgeklappert, Wasser und Lebensmittel gekauft und an die Flüchtlinge verteilt. Was die vorwiegend sehr jungen Menschen die ganze Nacht durch freiwillig leisteten, war eine große Hilfe.

Am Abend kam eine bekannte Gruppe Nazis zum Bahnhof. Dagegen wurde lautstark protestiert. Nach einem längeren Hin und Her wurden sie von der Polizei in die U-Bahn gebracht und verschwanden. Drei Stunden später waren sie wieder da. Alle in dunkler Nacht mit Sonnenbrille. Diesmal reagierte die Polizei schneller, schaffte sie auf die Wache und dann weg vom Ort. Die Nazis maulten laut rum, sie wollen ihr Land beschützen und wir werden schon sehen, wo das alles endet. Empathieloses Pack!

Seit dem Abend kamen drei Züge mit Flüchtlingen an, insgesamt fast 1000 Menschen. Es waren ständig Busse im Einsatz, um sie weiterzubringen. Spät in der Nacht sogar die zwei Busse der Feuerwehr München. Zusätzlich zu den Flüchtlingen, die mit dem Zug gekommen waren, nächtigten noch 100 Flüchtlinge aus Eritrea und Lybien, die weiter reisen wollten, im Bahnhof in einer Wartehalle. Diese wurden später auch von den Helfern mit Wasser und Essen versorgt.

Gegen 4 Uhr, drei Stunden nachdem der letzte Zug gekommen war, kehrte Ruhe in der Halle vom Starnberger Bahnhof ein. Die letzten Helfer säuberten den Boden und sammelten Müll ein. Nur wenige Zeit später wurde der nächste Zug erwartet…

PS: Es ist schwierig, das Geschehene in Bildern festzuhalten. Ich hoffe trotzdem, die Fotos können einen kleinen Eindruck wiedergeben. Ich habe lange überlegt, ob ich die Gesichter der Flüchtlinge verpixeln soll. In den Zeitungen oder im Fernsehen wird es nicht gemacht. Ich habe mich letztlich auch dagegen entschieden, ich finde, es gibt ihnen auch ihre Würde zurück, wenn man sie sieht.

PPS: Ich habe selbstverständlich mitgeholfen. Ich kann jetzt in mein warmes Bett gehen und habe einen Kühlschrank voller Essen und Getränke. Was sind meine Probleme im Vergleich zum Leid dieser Menschen? Ich hoffe, es wird alles gut für sie.

UPDATE: Noch ein paar Bilder gibt es hier bei Thomas Bergmann.

bookmark_borderDemonstration von Nazis in Rosenheim

Rosenheim ist eine 60.000-Seelen-Stadt in Oberbayern, vielen bekannt vor allem durch die Serie „Rosenheim Cops“. Rosenheim liegt auch nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt und ist in Bayern eine der Städte, in der viele Flüchtlinge das erste Mal deutschen Boden betreten.

In Rosenheim arbeitet Peter Meidl als Taxifahrer. Nun ja, er arbeitete, aber dazu später. Meidl, der auf seinem Facebookprofil schon mal den Holocaust leugnete und Hitler verehrt, ist Mitglied der Partei „Die Rechte“ (Mitgliedsnummer: 00802). Wenn er in seinem Taxi vor dem Bahnhof Rosenheim stand, fotografierte er gerne Busse, in die Flüchtlinge steigen mussten, und kommentierte das in seiner hämisch-rassistischen Art bei Facebook. Aktuellen Informationen zufolge will ihn die Staatsanwaltschaft Traunstein vor Gericht bringen.

Meidl also, der sich offen dazu bekennt, ein Neonazi zu sein, dachte sich, er macht mal eine Demonstration in Rosenheim. Bisher war er nur bei anderen immer dabei, in Freising, in München, und regelmäßig bei Pegida München („Aber wir haben gar keine Nazis bei uns!“). Für diese Nazidemo wurde massiv mobilisiert. Aber auch die antifaschistischen Bürger Rosenheims mobilisierten dagegen. Und so kam es, dass eine Demonstration von ca. 100 Nazis vor dem Bahnhof Rosenheim zig hundert Antifaschist_innen gegenüberstanden.

Die Nazis wollten sich gegen 12:30 treffen und 13:00 sollte ihre Kundgebung beginnen. Ein kleines Häuflein sammelte sich auf der Wiese vor dem Bahnhof. Einige waren schon ziemlich aggro, wahrscheinlich, weil sie ihren Alkoholpegel nicht halten konnten. Die Antifaschist_innen, die sich ebenfalls auf der Wiese am Hamburger Gitter sammelten, waren der Polizei wohl zu nahe mit ihren Protest. Die Polizei meinte, der Gegenprotest muss auch Grenzen haben und baute noch um, so dass es ein etwas größerer Abstand zu den Nazis wurde. Als dann aus der Bahnhofsstraße noch eine größere Menge Antifaschist_innen kamen, saß die erste Blockade.

Und die Nazis? Blitzkriegmäßig schafften sie es immerhin, dass gegen 13:50 endlich ihr Lautsprecherwagen eintraf. Vor der Straßenblockade in der Bahnhofsstraße waren in der Zwischenzeit auch vier berittene Polizisten erschienen. Tierquäler! Bei den Nazis dagegen ging es so langsam los. Reden wurden verteilt und es sprach der bayernbekannte und mehrfach straffällig gewordene Neonazi Phillip Hasselbach. Oder wie wir ihn nennen: Fipsi. Die übliche Hetze, insbesondere gegen Flüchtlinge. Während Fipsi sprach, schlich sich von hinten ein älterer antifaschistischer Bürger an und versuchte ihm das Mikrofon zu entreißen. Der mutige Mensch fiel im Gerangel zu Boden und mehrere Nazis sprangen und traten auf ihn ein.

Der Gegenprotest war vielfältig und laut. Das wohl beste Plakat hatte die Partei „Die PARTEI“, offiziell inoffizieller Ortsverband Rosenheim, mit der Aufschrift: „Nazis ausweisen / Meidl einweisen / Vampire pfählen“. Eine Polizistin meinte zu mir, das wäre ja auch schon Beleidigung (Das mit Meidl, nicht das mit den Vampiren!). Ich wies sie darauf hin, dass die Partei „Die PARTEI“ bewusst mit Satire arbeitet, und ein Kollege von ihr darauf hin: „Aber auch Satire hat ihre Grenzen!“ Nö Polizei, hat sie nicht!

Inzwischen waren auch mehrere dutzend behelmte Polizisten hinter die Straßenblockade gelaufen, ein Kessel bahnte sich an. Die Demonstrationsroute der Nazis wurde geändert, es sollte nun nicht mehr durch die Bahnhofsstraße gehen, sondern über die Anton-Kathrein-Straße oder direkt rechts weg über die ST2362.

Um 14:40 begann die Demonstration der Nazis. Unzählige Antifaschist_innen strömten aus der Bahnhofsstraße herbei und es wurde die Anton-Kathrein-Straße blockiert. Die Nazis wurden durch ein massives Polizeispalier geleitet. Doch nach sagenhaften 150 Metern war Feierabend. Denn weiter vorne, auf der ST2362, saß ebenfalls eine Straßenblockade. Diese war selbstverständlich friedlich, einen Zwischenfall gab es nur, als die Polizei ein Transparent aus der Blockade zockte.

Und so standen die Nazis fast eine halbe Stunde. Danach hieß es, hinten rum zurück zum Bahnhof und der Spuk hatte erst mal ein Ende. Angeblich wollten sie nun spontan nach Kolbermoor fahren, der Heimatstadt von Peter Meidl, und dort eine Demonstration abhalten. Diese wurde aber nicht genehmig, so die die Nazis gegen 15:50 eine zweite Kundgebung vor dem Bahnhof begannen, genehmigt bis 17:00 Uhr.

Es gab wieder die übliche Hetze von Fipsi, der sich übel aufregte. Er hatte erwartet, dass die Polizei die Blockade mit Pfefferspray und Knüppeleinsatz räumte. Fipsi war so richtig angepisst! Weitere Redner waren Manfred Waldukat, Mitglied der NPD, und Dan Eising von „Die Rechte“.

Das Highlight aber war die Rede von Peter Meidl. Diese wurde wahrscheinlich sogar von den Antifaschist_innen erwartet, denn der Typ ist einfach nur peinlich und lächerlich. Angekündigt wurde er als das bekannte Gesicht der Partei „Die Rechte“ Rosenheim, dem in letzter Zeit so übel mitgespielt wurde, der sogar seinen Taxischein verloren hat? Ach? Echt? HAHAHA! Ja, da hat Meidl wohl zu oft gegen Flüchtlinge gehetzt, nun fährt er kein Taxi mehr. Seine Rede war Hetze und offene Lügen. So behauptete er, Flüchtlinge bekämen in Deutschland ein Willkommensgeld von 4000 Euro. Ja geht’s noch? Ansonsten zeigte er den Stinkefinger und brüllte mit überschlagender Stimme, das er seiner Gesinnung treu bleibt.

Danach war endlich Schluss, es wurde noch das Deutschlandlied in drei Strophen gesungen. Man konnte gut sehen, dass die meistens Nazis nicht sehr textfest waren. Nach dem Singsang bauten sie ab, aber es dauerte noch, ehe sie endlich verschwanden. Kommentiert wurde das von den Antifaschist_innen mit Sprechchören: „Selbst zum abhauen, seid ihr noch zu blöd!“.

Fazit: Die Demonstration der Nazis wurde in Rosenheim erfolgreich blockiert!

Und sonst so am Samstag, den 29. August 2015?

  • Eine Pegidakundgebung in München fand nicht statt, weil einfach niemand da war.
  • Eine NPD-Kundgebung in München war nach 20 Minuten wieder zu Ende, weil nur drei Nazis kamen.
  • In Dresden, und das freut mich besonders, fand eine antifaschistische Demonstration mit 5000(!) Teilnehmer_innen statt.

bookmark_borderGespräche mit Pegida

Ich bin ja dafür, gar nicht persönlich mit Pegida zu reden. Was sie an Reden und auf den Schildern absondern sowie in den sozialen Netzwerken von sich geben, das reicht für mich schon, um sie nicht zu mögen. Aber manchmal kommt es halt doch anders, als man denkt.

Aber von vorne.

Am gestrigen Montag machte Pegida München (Ehemals Bagida) eine ihrer langweiligen „Informationsveranstaltungen“ in München in der Fußgängerzone zwischen Stachus und Marienplatz. Eingesperrt in Hamburger Gittern, standen sie da zwei bis drei Stunden und hofften, dass sich viele der Einkaufsbummler für sie interessieren. Das passierte dann allerdings weniger. Witzigerweise waren die meisten, die mit ihnen redeten, die Antifaschisten, die dagegen protestierten.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung gab es Ärger, als ein Ordner einer jungen Frau von der antifaschistischen Seite erst ein Flugblatt geben wollte, und als diese danach griff, der Ordner sie erkannte und die Flugblätter wieder wegriss. Dabei gingen wohl auch ein paar der Blätter kaputt. Für den Ordner ein Grund, gleich zur Polizei zu rennen und diese nahm dann die junge Frau mit, um eine Anzeige wegen Sachbeschädigung aufzunehmen. Sie konnte kurz darauf wieder gehen, bekam Platzverweis und nun muss ein Staatsanwalt den Wert der auf so schreckliche Weise zerstörten Flugblätter ermitteln. Zum Glück hat die Bayrische Justiz nichts Anderes zu tun…

Zufälligerweise kam ich mit einen von Pegida ins Gespräch, der sich bis an das Gitter herantraute. Ich will ihm im Folgenden einfach mal Heinrich nennen, um seine Persönlichkeitsrechte zu wahren. Heinrich ist um die 30 Jahre alt und fast jedes Mal in der Vergangenheit bei Pegida München dabei gewesen, auch schon als Ordner. (Neuerdings ist Heinrich auf der Bagida-Seite bei Facebook gesperrt. Die Selbstzerfleischung unter denen schreitet voran.)

Ich fasse unser Gespräch hier kurz zusammen, eventuelle ironische Untertöne kommen selbstverständlich nur von mir. 😉

Heinrich hat Angst vor der Islamisierung. Man muss ja wissen, dass die Islamisierung in Deutschland auf dem unaufhaltbaren Vormarsch ist. Immerhin ist der Anteil der Muslime in Deutschland an der Gesamtbevölkerung in den letzten 70 Jahren von Nullkommairgendwas auf jetzt unglaubliche und sagenhafte 5% gestiegen! Da kann manch leichtem Geist schon Angst und Bange werden. Und irgendwann werden wir in Deutschland nur noch Muslime haben…

Im Übrigen findet Heinrich, dass Deutschland noch immer besetzt ist von den USA.

Henrich ist kein Nazi. Darauf hat er Wert gelegt. Hat mir auch das Transparent am Auto gezeigt, auf dem zu sehen ist, dass sie gegen Nazis sind. Auf meine Frage, warum sie dann immer wieder Nazis mitlaufen lassen, sogar welche, die sich öffentlich dazu bekennen, Nationalsozialisten zu sein (Und bei Facebook Hitler verehren und den Holocaust leugnen), meinte er, die müssen sie als opponierende Teilnehmer dulden.

Also meiner Meinung nach sieht eine deutliche Distanzierung ganz anders aus, aber das liegt vielleicht daran, dass die Geisteshaltung vieler Pegidateilnehmer eine andere ist, als Heinrich glaubt. Ich möchte mal die Antifa-Demo sehen, bei der opponierende Teilnehmer, also Nazis, geduldet werden…

Aber wie gesagt, Heinrich ist kein Nazi. Allerdings hat Heinrich vor einigen Jahren mal auf der Liste der NPD zu einer Wahl kandidiert. Wie das kam? Heinrich war damals Mitglied der Deutschen Partei und die wollten die NPD zur Wahl unterstützen. Und plötzlich war Heinrich auf der Liste der NPD. Sachen gibt es… Aber Heinrich findet die NPD gar nicht gut. Also jetzt weniger wegen der Nazis, denn das Problem ist, dass die NPD ja so viele Verfassungsschützer (V-Männer) in ihren Reihen hat, die wohl die Nazis spielen. Wenn die nicht wären, dann könnte man die NPD zu einer patriotischen Partei umbauen, und dann wäre sie auch irgendwie gut.

Zwischendurch versuchten sich andere Leute in unser Gespräch reinzuhängen. Sie fragten Heinrich, wer ich bin und da meinte er, ich bin ein bunter Faschist. Da wurde ich schon ein bisschen böse. Ich sagte ihm: „Heinrich, nun ist aber gut, wir haben uns bis jetzt freundlich unterhalten und ich habe Dich auch nicht beleidigt. Also mach Du das jetzt bitte auch nicht und nenne mich einen Faschisten. Sonst ist Schluss mit lustig und wir brauchen auch nicht weiter miteinander reden!“. Da hat Heinrich schon ein bisschen betroffen geschaut, man könnte denken, es tat ihm doch ein wenig leid.

Überhaupt, Heinrich ist ja, wie er betonte, kein Nazi. Heinrich ist Patriot. Dabei denkt er an Beethoven, Schiller, Goethe, Mozart… Mozart? War der nicht Österreicher? Aber Heinrich, ganz ausgefuchst, hat mich gefragt, welche Sprache Mozart gesprochen hat. Ja, Deutsch. Also ist er auch Deutscher oder zumindest Teil der deutschen Kultur. Meinen Hinweis auf Hitler, der ja auch nur das Beste für Deutschland wollte, wich er aus. Aber Schiller und so, ja, darauf kann man sich als deutscher Patriot berufen. Heinrich hat nämlich den Eindruck, dass die deutsche, und speziell die bayrische Kultur, nicht mehr gefördert werden. Darüber lernt man in den Schulen fast gar nichts mehr. (Ich habe ihm später empfohlen, wenn er deutsche und bayrische Kultur sehen will, dann soll er mal im Fernsehen die Dritten einschalten, da bekommt er genug davon.) Heinrich, als deutscher Patriot, möchte diese Kultur aber bewahren.

Leider hängte sich dann wieder eine „islamkritische“ Person derart in unser Gespräch rein, dass keine vernünftige Kommunikation mehr möglich war. Das letzte, was Heinrich mir noch erzählte, war, dass Deutsche beim Sozialamt weggeschickt werden und Asylanten alles bezahlt kriegen…

Und sonst so? Viel zu sehen gab es bei Pegida München nicht. Zwischendurch ist auch mal Michael Stürzenberger aufgetaucht, hat aber nur mit denen ein wenig geredet. Ein paar Nazis liefen auch mal draußen herum und eine Frau geisterte die ganze Zeit durch die Fußgängerzone mit einem Schild, auf dem stand „Das Grundgesetz ist illegitim. Prof. Dr. Carlo Schmidt“. Reichsdeppenblödsinn…

Ansonsten war das Ganze eher langweilig. Der übliche Verdächtige bei Pegida spritzte wieder mit Wasser und versuchte, Antifaschisten zu schlagen. Diesmal gab es aber nur eine Ermahnung durch die Polizei, mitgenommen wurde er nicht.

Den meisten Spaß hatten wohl die Antifaschisten. Da wurde Musik gemacht und sogar artistische Einlagen gab es. Vorbeilaufenden Passanten wurde auch gerne mal erklärt, worum es sich eigentlich bei Pegida handelt. Hilfsbereit wie immer.

bookmark_border#freepaul

Am 20. Juli 2015 wurden bei den Protesten gegen Pegida in München der Antifaschist Paul festgenommen. Paul war am Rande der Demonstration Wasser holen, es war ein warmer Tag, als er von der Polizei aufgehalten und durchsucht wurde. Dabei fand man in seinem Rucksack eine Kurzstielfahne, welche ihm als Verstoss gegen das Versammlunsgesetz ausgelegt wird. Seit dem sitzt Paul, der keinen festen Wohnsitz hat, in Untersuchungshaft.

Bereits am 24. Juli fand eine Kundgebung vor der JVA Stadelheimer Straße in München statt, mit anschließender Demonstration.

Über die Facebookseite „Freiheit für Paul“ wird über den Fortgang berichtet und zu Solidarität mit Paul aufgerufen. Diese Repressalien, die exemplarisch an Paul verübt werden, betreffen uns alle, die wir uns im antifaschistischen Kampf befinden. GETROFFEN HAT ES EINEN – GEMEINT SIND WIR ALLE!

Folgende Bilder sind Solidaritätsbekundungen aus verschiedenen Städten.
(Bilder von der Facebook-Seite)

Am 5. August fand im Amtsgericht München der Haftprüfungstermin statt. Zu diesem Anlass fand vor dem Gebäude in der Nymphenburger Straße eine Protestkundgebung statt. Das Entsetzen bei allen Teilnehmern war groß, als sie erfuhren, dass Paul bis zur Verhandlung Mitte September in Haft bleiben muss. Dort droht ihm dann bis zu einem Jahr Gefängnis. Wegen einer Fahne!

Sofort darauf bildete sich eine Spontankundgebung, die am Hauptbahnhof vorbei in Richtung Stachus lief, kurz davor aber von der völlig überforderten Polizei gestoppt wurde. Daraufhin löste sich die Demonstration auf, es kam zu einer Personalienfeststellungen eines Aktivisten, der im folgenden Gerangel aufgehalten wurde.

Am Samstag, den 8. August findet am 13. Uhr am Hauptbahnhof in München eine Solidemo für Paul statt.

bookmark_borderKurdische Demonstration in München

Am Donnerstag, den 30. Juli 2015, fand in München eine Demonstration von Kurdinnen und Kurden statt. Seit dem verheerenden Bombenanschlag in der südtürkischen Stadt Suruç, bei dem 32 vorwiegend junge Menschen starben, eskaliert die Situation zwischen der von Erdogan dominierten Regierung und den kurdischen Gebieten sowie deren Parteien. Inzwischen hat Erdogan den Friedensprozess zwischen Türken und Kurden aufgekündigt. Die türkische Luftwaffe bombardiert Stellungen der IS, und dabei auch Stellungen der Kurden, die als einzige ernstzunehmende Macht in Nordsyrien gegen den IS kämpft.

Die Kurdinnen und Kurden in München nahmen das gemeinsam mit einigen deutschen Linken zum Anlass für eine Demonstration gegen diese Politik. Mehr als 200 Menschen versammelten sich auf dem Stachus (Karlsplatz). Dort wurde eine Schweigeminute für die getöteten Kämpfer abgehalten. Anschließend gab es einige Reden. Am Rande versuchte ein vermutlich türkischstämmiger Jugendlicher mit dem Wolfsgruß der faschistoiden Grauen Wölfe zu provozieren.

Die folgende Demonstration zog am Bahnhof vorbei durch das Viertel rund um die Schwanthaler Straße. Auf dem Frontbanner stand: „Edi Bese“, was übersetzt „Es reicht“ heißt. Es wurden Parolen wie „NATO finanziert – Erdogan bombardiert“ oder „Kurdistan fasisme mezar olacak“ („Kurdistan wird das Grab des Faschismus“) gerufen. Der Demonstrationszug wurde von einem starken Polizeiaufgebot begleitet.

Auf dem Stachus fand noch die Abschlusskundgebung statt. Direkt danach wurde ein teilnehmender Sympathisant aus Unterstüzerkreisen aus unbekannten Gründen von der Polizei kurzzeitig festgenommen, nach einer Durchsuchung und Personalienaufnahme konnte er aber wieder gehen.

Dank an lacause.de für ein Foto und die Übersetzungen.

bookmark_borderPro-Asyl- und Pegida-Kundgebung in München

Montags in München, wie immer viel los. Auf dem Max-Joseph-Platz fand die Veranstaltung „Platz da! Mia san ned nur mia! Keine Abschiebe-Lager! Seehofer, Scheuer, Söder und Herrmann – hört auf zu zündeln!“ statt, eingeladen hatte Bellevue di Monaco. Es fanden sich mehrere hundert Menschen ein um bei Musik und interessanten Redebeiträgen für eine Asylpolitik zu demonstrieren, die diesen Namen verdient.

Bellevue di Monaco schrieb in den Aufruf: „Angesichts der scharfen Töne der bayerischen Staatsregierung gegen geflüchtete Menschen, ihrer skandalösen Pläne, Abschiebe-Lager an den bayerischen Grenzen zu errichten, und der vermehrten Brandanschläge auf Asylunterkünfte ist es allerhöchste Zeit, ein deutliches Zeichen zu setzen: Hier sind Flüchtlinge willkommen! Wir fordern alle auf, die mit der bayerischen Asylpolitik nicht einverstanden sind, ihren Unmut lautstark auf die Straße zu tragen!“

Eine Stunde später begann am Isartor die leidliche montägliche Pegida-Versammlung. Zu Pegida kamen ca. 100 Menschen, um ihren Hass, Rassismus und ihre Vorurteile wieder zu verbreiten, dagegen protestierten ungefähr genauso viele weltoffene Menschen.

Demoanmelderin Birgit W. versteigerte sich zu der irrsinnigen Behauptung: „Man hört es ja in letzter Zeit immer öfter, dass die Nazis eigentlich links waren.“ Ja klar… Ihr Highlight war allerding: „Wir sind gekommen, um hier zu bleiben. Wir gehen jetzt los.“ Da war selbst bei der anwesenden Polizei die Belustigung groß.

Ansonsten gab es wieder mal die üblichen versuchten Behinderungen der Presse. Ordner Stefan W. kam zu den Fotografen und verlangte von ihnen, dass sie nicht mehr fotografieren, weil sich die Teilnehmer davon provoziert fühlen. Ironischerweise fotografierten gleichzeitig die Teilnehmer fleißig die Presse und Gegendemonstranten. Auch unterwegs wurde wieder mehrfach versucht, Fahnen vor die Objektive zu halten. Immerhin griff diesmal die anwesende Polizei ein.

Die Demonstration von Pegida wurde von lautem Protest begleitet. Zum Ende wurden leider noch zwei Gegendemonstranten unter unbekannten Gründen festgenommen, und ca. 1-2 Stunden später wieder aus der Polizeiwache Ettstraße entlassen.

bookmark_borderWenn die NPD in Freising…

Freising war schon immer ein schweres Pflaster für Nazis. Trotzdem wollte es am Samstag, dem 26. Juli 2015, die NPD mal wieder wissen. Sie meldete eine Kundgebung unter dem Motto „Deutschland raus aus der NATO und Europa“ an.

Die Naziveranstaltung sollte 11:30 beginnen, mit deutscher Pünktlichkeit ging es eine knappe Stunde später los. Erst mal versammelte sich die kleine Horde am Bahnhof und wurde dann über ein paar enge Gassen zum Kriegerdenkmal geführt. Dort erwarteten sie schon ca. 100 Gegendemonstranten. Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen wurde das ganze einige Meter Richtung Westen verlegt und die Gegenendemonstranten mussten hinter Hamburger Gittern stehen. Und so standen sich Nazis und Antifaschisten mit einem Abstand von 20 Metern gegenüber.

01-1 01-2

Unter den Nazis befanden sich bekannte Gestalten. Peter Meidl, Pegida-Poser und Hitlerverehrer, der auch schon mal bei Facebook den Holocaust leugnet. Björn-Christopher Balbin, NPD-Vorsitzender vom Kreis Freising. Manfred Waldukat, stellvertretender Landesvorsitzender, der u.a. die Facebookseite für die NPD beschreibt. Außerdem Vince Herczeg und ein paar weitere bekannte Gesichter.

02-1 02-2

Die Reden waren der übliche Schmarrn und die typische nationalistische Hetze, teilweise beschäftigten sie sich aber nur mit den Gegendemonstranten. „Wollt ihr denn Bomben?“ „Ihr seid doch auch Deutsche.“

02-302-4

Natürlich wollen die Gegendemonstranten keine Bomben, aber ganz sicher auch nicht die nationalistische Scheiße der NPD. Überhaupt waren die Gegendemonstranten sehr laut.

03-1 03-2

Negativ aufgefallen ist das Team von moosburg.TV. Obwohl es mit der Versammlungsleitung Konsens war, das keine NATO-Fahnen gezeigt werden, mussten diese Selbstdarsteller für ihr Video mitten in den Gegendemonstranten und noch mal am Rande mit einer NATO- und später einer USA-Fahne posen. Und wenn sie nicht posten, filmten sie u.a. die ganzen Antifaschisten mehrfach ab.

Gegen 14 Uhr war der Nazispuk endlich vorbei und unter dem Beifall der verbliebenen Gegendemonstranten verschwanden die NPD und ihr Anhang ganz schnell aus der Stadt.

03-3 03-4

Fazit: Die Nazis haben es versucht. Und obwohl sich Balbin bei den „lieben Freisinger Büergern“ bedankte, interessierte sich faktisch niemand für sie. Um so mehr Zulauf und Beifall hatte der Gegenprotest. Freising bleibt bunt!

bookmark_borderPegida in München mit Lutz Bachmann

Da hatte man sich einen ganz besonderen Coup ausgedacht, bei Pegida München: Man lud Lutz Bachmann aus Dresden, einen der Gründer von Pegida, als Redner ein. 500 Teilnehmer wurden erwartet, dafür auch der halbe Marienplatz abgesperrt, gekommen waren letztlich nicht mal halb so viele. Um 19:38 waren es genau 235 239, per Fotobeweis von oben gezählt. Dafür machten über 1300 Gegendemonstranten ihren Unmut Luft. Es herrschte ein regelrecht infernalischer Lärm gegen Pegida.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-04 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-02 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-03 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-01

Unter den Gegendemonstranten befand sich auch Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, was von Pegida mit der „Roten Karte“ quittiert wurde. Außerdem war sexy Dragqueen Milady Charleen Bla Bla da.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-05 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-06 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-07 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-08

An Reden gab es bei Pegida die übliche Hetze bis zu den üblichen Lügen („Ausländer bekommen doppelt soviel Hartz IV.“ Ach ja?) Natürlich auch von Lutz Bachmann, der irgendwann dann auch mal auftauchte. Aber der Gegenprotest war definitiv lauter. Ab und an flog auch mal ein kalkummanteltes Lebensmittel, aber das war es auch schon. Dafür meinte die Polizei, in eine Gruppe hinter Transparenten reingehen zu wollen, weil dort Straftaten geplant werden. Was allerdings nicht der Wahrheit entsprach.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-09 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-10 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-11 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-12

Die Pressevertreter mussten zwar geduldet werden, wurden aber in ihrer Arbeit wiederholt behindert. Bereits vor Beginn der Veranstaltung drohte ein Teilnehmer, wie üblich der selbe Rolf H., den man schon anderen Montagen kennt (und letzten Freitag von der Polizei mitgenommen wurde), einem Fotografen Prügel an „wenn er sich nicht verpisst“. Selbiger Prügelpegidianer schlug nach der Veranstaltung einem anderen Fotografen gegen die Kamera.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-13 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-14 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-15 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-16

Unter den Rednern befand sich auch wieder Stefan W., ehemals Pro Bayern. Außerdem nahmen wieder Peter M. teil, der sich selbst Nazi nennt und bei Facebook den Holocaust leugnet, sowie der Nazimultifunktionär Roland W. Das zum Thema „Keine Nazis bei Pegida“. Natürlich waren wieder Nazis anwesend.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-17 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-18 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-19 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-21

Am Ende verflüchtigte sich Bachmann mit seinen Bodygards und 20 Polizisten Geleitschutz zu seinem Auto in der Marienstraße und führte sich dabei auf wie Willi Wichtig, mit Sonnenbrille und Basecap.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-22 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-23 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-24 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-25

Es gab am Rande auch wieder einige Festnahmen von Gegendemonstranten. Einer wurde regelrecht über das Gitter gezehrt, wegen angeblichem Widerstand gegen die Staatsgewalt. Desweiteren wurden drei Punks abgeführt, die einfach mal den blanken Hintern zeigten. Auch im Nachhinein gab es bei der Abreise der Gegendemonstranten Polizeikontrollen und Anzeigen wegen angeblicher Vermummung.

Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-26 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-27 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-28 Pegida-Muenchen-mit-Lutz-Bachmann-20-Juli-2015-29

Fazit des Tages: Pegida schafft es einfach nicht. Außerdem fielen ihre Schilder paar mal um, was Begeisterungsstürme auslöste. Und das ist alles auch gut so! 🙂

Noch ein Beitrag aus München, mit schönem Video bei 24mmjournalism.

bookmark_borderPegida in München, 29. Juni 2015, Naziangriffe gegen Antifaschisten

Wie jeden leidigen Montag lief auch am 29. Juni 2015 wieder der kümmerliche Rest von Pegida München (Ehemals Bagida) auf. Als „Stargast“ war diesmal der so genannte „Ed aus Utrecht – der Pegida-Holländer“, ein bekannter Hetzredner aus Dresden, geladen.

Bereits zu Beginn der Auftaktkundgebung auf dem Stiglmaierplatz wurden Pressefotografen, die Pegida nicht genehm waren, massiv bedrängt und mit Wasser aus Bechern bespritzt, was auch zu Störungen an den Kameras führte. Auch vor massiven körperliches Bedrängen wurde dabei nicht zurückgeschreckt. Diese Angriffe gegen die Presse wurden von der Polizei verharmlost oder ganz ignoriert. Erst auf Drängen der Betroffenen wurde etwas unternommen. Einem Fotografen wollte die Polizei vorschreiben, dass er ein Teleobjektiv nicht benutzen darf. Später wurde anderen Fotografen von anderen Polizisten erklärt, sie dürfen nicht so nahe ran und sie können ja von weiter weg mit dem Tele fotografieren. Wie man es macht, macht man es falsch… Gleichzeitig wurden Fotografen aber permanent von Pegida fotografiert und gefilmt.

In den Reden, natürlich auch in der von dem „Holländer“ wurde die übliche Hetze gegen Moslems und Asylbewerber betrieben. Alles nur junge Männer, Wirtschaftsflüchtlinge, usw.. Man kennt es ja. Und die fast alles nur Moslems. Oftmals haben die Reden gar nichts mehr mit einer angeblichen Islamisierung zu tun, sondern es ist die typische plumpe nationalistische Hetze gegen Flüchtlinge und Nicht-Deutsche, wie man sie von Rechtspopulisten und Nazis kennt.

Apropos Nazis, in der Vergangenheit hatten einzelne Teilnehmer kein Problem damit, zu behaupten, dass eine Gruppe bekannter Schlägernazis aus München und Umgebung da wären, um die Demonstration vor den Linken zu schützen. Im Gespräch mit einigen Personen stellte sich auch heraus, dass die Tatsache, dass da bekannte Nazis mitlaufen, völlig ignoriert oder verleumdet wird, während Personen des lauten Gegenprotest in einiger Entfernung als Extremisten und Linksfaschisten bezeichnet werden. Auch am 29. Juni waren wieder bekannte Nazikader in der Demonstration dabei. Trotzdem sind sich die Pegidaleute nicht zu blöd, mit einer Fahne „Gegen Nazis“ oder eine Israel-Fahne mitzulaufen.

Die Demonstration von Pegida mit ca. 110 Teilnehmern drehte wieder eine kleine Runde durch München, begleitet von lautem Protest. Die Seitenstraßen waren alle durch Hamburger Gitter abgesperrt, es kam als niemand an den Demozug direkt heran. Die Polizei gab sich auch redlich Mühe, Transparente gegen Pegida zu verstellen. Antifaschistinnen und Antifaschisten riefen trotzdem von den Absperrungen aus laut Parolen und Pegida pfiffen aus. Bewundernswert ist dabei die Sportlichkeit, müssen diese doch jedes Mal für ihren Protest um Häuserblocks herumlaufen.

Die Pegidademonstration endete wieder am Stiglmaierplatz, es wurden noch ein paar Hetzreden geschwungen und nicht nicht genehme Presse weiterhin massiv bedrängt.

Inzwischen wurden einzelne Antifaschistinnen und Antifaschisten schon von der Polizei in die U-Bahnhöfe gedrängt und mündliche Platzverweise ausgesprochen. Zwei Frauen mussten so notgedrungen zum Hauptbahnhof fahren und liefen dort einer bekannten Gruppe Nazis fast in die Arme. Die Nazis verfolgten diese dann. Inzwischen kamen noch mehr Antifaschistinnen und Antifaschisten zum Bahnhof und wurden von den Nazis angegriffen. Dabei kam es zu mehreren Verletzungen, so das sogar ein Krankenwagen kommen musste. Bei den Nazis handelte es sich um eine Gruppe, die bereits in der Vergangenheit mehrfach an den Pegidademos teilgenommen hatte bzw. in deren Umfeld aktiv wurde und Gegnerinnen und Gegner von Pegida auch körperlich angriffen. Obwohl die Polizei mehrfach auf die Gruppe Nazis hingewiesen wurde, hielten sie es offensichtlich nicht für nötig, diese mal festzusetzen. Für die Polizei war es aber wichtiger, die dagegen protestierenden Antifaschistinnen und Antifaschisten vor Ort zu kriminalisieren, einzukesseln und deren persönliche Daten aufzunehmen.

(Persönliche Anmerkung: Wenn ich über die fremdenfeindlichen Demonstrationen von Pegida in Wort und Bild berichten will, dann muss ich selbstverständlich nahe ran an das Geschehen. Dass das bei Pegida als Provokation der „Lügenpresse“ aufgefasst wird, ist deren Problem. Die Polizei hat dann aber nicht vorzuschreiben, wie journalistische Arbeit betrieben werden darf.)

Die Bilder

Ordner mit Frei.Wild-Shirt

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-01

Verstehen sich gut: Mulinazifunktionär R. W. und „Ja, ich bin Nazi“ P. M..
Keine Nazis bei Pegida? Doch!

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-02

In Wien ist Blau das, was in Deutschland Braun ist.

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-03

Angriffe gegen Pressefotografen. Ordner von Pegida finden das saukomisch.

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-04

Die übliche Hetze gegen Flüchtlinge

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-05

Die übliche Hetze gegen Flüchtlinge

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-06

Ed aus Utrecht bei seiner Hetze.

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-07

Kümmerlicher Haufen

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-08

Für Israel, mit Nazis?

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-09

Hetze, wo immer es geht.

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-10

Polizei verstellt Banner der Antifaschistinnen und Antifaschisten

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-11 Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-12

Pegida wälzt sich durch abgesperrte Straßen

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-13

Bekannter Blödsinn.
Warum heut der Nazi eigentlich immer, dass er als Nazi bezeichnet wird, wenn er sich benimmt wie ein Nazi?

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-14

Krankenwagen und Polizeikessel am Hauptbahnhof

Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-15 Pegida-Muenchen-29-Juni-2015-16