bookmark_borderDer Biermann mal wieder…

Hier in Liebe mit Mutti Steinbach:

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Biermann gestern bei Jauch:

„Putin ist nach meiner Meinung der einzige wirkliche Feind, den Russland hat. Er ist es, der das Land zu einem Rohrstofflieferantenland heruntergedrückt hat. Er hat es versäumt, eine moderne Wirtschaft aufzubauen. Er ist nicht mal fähig, wie Adolf Hitler, eine Autobahn zwischen Sankt Petersburg und Moskau zu bauen“

Da kann man doch wieder nur mit Wiglaf Droste kontern: “Politisch stand Biermann in der Nähe jeder Fernsehkamera”

bookmark_borderSpitzel, Spenden & Bananen – Ein Neonaziaufmarsch in Wunsiedel

Habt ihr das mitgekriegt, am Samstag, in Wunsiedel? Da hat die Nazitruppe „Der dritte Weg“ eine Demonstration gemacht und damit Spenden für die Naziaussteigerhilfe EXIT gesammelt. Klingt verrückt, nicht wahr?

Rechts Gegen Rechts – Der Film zum unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands

Am 15. November 2014 gingen die Neonazis in Wunsiedel auf die Straße. Wir konnten sie nicht stoppen – aber wir konnten sie für was Sinnvolles laufen lassen: Und so wurde erstmals in der Geschichte ein rechter Trauermarsch in einen Spendenlauf umfunktioniert – ohne Wissen der Beteiligten. Für jeden gelaufenen Meter gingen 10 € an EXIT-Deutschland – das Aussteigerprogramm für Neonazis. Das Ergebnis: 10.000 € und jede Menge überraschte Rechte. EXIT ist angewiesen auf eure Spenden. Deswegen: Gehet hin und spendet auf www.rechts-gegen-rechts.de!!!

Spitzel, Spenden & Bananen – Ein Neonaziaufmarsch in Wunsiedel

Neben dem populären Spendenlauf der Initiative RECHTS GEGEN RECHTS zeigte sich die bayerische Neonaziszene in Wunsiedel äusserst militant.
Felix Benneckenstein & Mo Hernandez waren vor Ort und decken auf, dass Neonazis versucht haben, einen Spion in ihr eigenes persönliches Umfeld und auch in Anti-Rechts-Kreise, sowie natürlich auch in Antifa-Initiativen einzuschleusen. Hinter der Aktion werden verurteilte Terroristen vermutet… Bei Nachfrageversuchen wurden die Neonazis handgreiflich… Thomas „Steiner“ Wulff, Neonazi-Kader, skandiert: „Adolf Hitler hatte recht!“

Hier noch ein Bericht bei Indymedia, zur Enttarnung des Nazispitzels.

bookmark_borderLinks am Sonntag (16.11.2014)

Jetzt aber flott!

BLICK NACH RECHTS UND DARÜBER HINAUS

Dortmunder Neonazis provozieren mit der Frage nach der Zahl der Juden in der Stadt. Dabei ist die überhaupt kein Geheimnis. – Zu doof zum Googeln

Dresdens besorgte Bürger – Mit PEGIDA hat man einen Schirm gefunden unter dem alle bequem Platz haben. Außerdem: Verteidiger des Abendlandes formieren sich. Und in der LVZ: Islamgegner demonstrieren in Dresden – Aufmarsch bleibt friedlich Und dann noch: Der „unpolitische“ Facebook-Mob macht mobil

NSU-Morde: Gedenkplatz vor der Oper

Bürgerabend zur Flüchtlingsunterbringung in Alfdorf: Integration im Penny-Markt?

Machtdemonstration der „grauen Wölfe“ in München – Nationalismus auf zwei Rädern

UNSER SCHÖNES LAND…

TTIP-Studie aus den USA belegt: TTIP vernichtet hunderttausende Arbeitsplätze und drückt das Lohnniveau

Na passt ja. US-Geheimdienste rekrutierten 1000 Ex-Nazis

Ermittlerin der Hamburger Polizei hat auch einen Freien Radiosender ausgespäht: Niederträchtige Schnüffelei in der Roten Flora

Piano-Spieler von der HoGeSa-Demo musste 35 Euro Strafe zahlen

Ja wer hat denn da nicht aufgepasst? Was ist hier bloß los in Bayern? Wie soll das nochmal enden? Schock für Ingolstädter Polizei: Beamter nach Schlagstock-Einsatz gegen Fußball-Fan verurteilt

REICHSDEPPEN UND VERSCHWÖRUNGSTHEORETIKER

Peter, der Zopfkönig: Bericht vom königlichen Linsengericht gegeben zu Dessau den 13.11.2014

Reichsbürger – wie sie vor Gericht randalieren … und bei der Urteilsverkündung hyperventilieren (Enthält einen Link zu meinem Bericht)

Passt schon unter diese Kategorie: Antifa gegen Hooligans-NPD-Reichsbürger-Montagsdemo: Vier zu null.

Aus dem Leben eines 99%igen: Ein Tag als Aufgewachter

„Die BRD-Lüge!“ – Demontage einer Verschwörungstheorie

STAATLICHE REPRESSIONEN

Dresden: Freiheit für Lothar

ISRAEL & ANTISEMITISMUS

Israel: „Das veganste Land der Welt“. Und weil ich grade dabei bin, auch wenn es nicht Israel betrifft: „10 vegane Milch-Ersatzprodukte“

Friedenskämpfer in Israel und Palästina: „Ich bin für viele ein Verräter“

Der Antisemitismus ist in der Linkspartei verbreitet. Zum Thema Jagd auf Gysi: Mehr als ein Toilettengate

Tuvia Tenenbom über Israelkritiker: „Baut eure Zivilgesellschaft doch in Leipzig auf, nicht in Israel“

Israel-Unterstützer, hört auf diese 13 Aussagen zu benutzen!

Susan Bonath – Eine Junge Welt-Journalistin auf Abwegen

So weit ist es mit Antisemitismus und Menschenhass in Deutschland schon gekommen

POLITIK

Demokratie in Deutschland: „Ramelow geh‘ heim“: Tausende demonstrierten in Erfurt gegen Rot-Rot-Grün

Direkt vor dem G 7-Gipfel findet in der Nähe die geheime Bilderberg-Konferenz statt: Die Alpenfestung der Reichen und Mächtigen

Zentrum für politische Hässlichkeit: Ein Drachentöter will er sein – und tritt doch nur nach unten. Wolf Biermann hat seine Chance zur Rebellion verpasst. Andere nutzen sie umso mehr.

Google bekommt Vorzugsbehandlung von Axel Springer. Siehe auch: Axel Springer schließt Datendokumentation ab: Gravierender Schaden durch verschlechterte Suchanzeigen bei Google

Und noch was zur BILD: Die BILD, die Davidwache und “umgekippte” Zeugen

Tolle Aktion: Aktionskünstler entfernen Gedenkkreuze für Mauertote

WISSENSCHAFT

Klasse Überschrift! 😀 Ein Ring sie zu finden: Ein Besuch beim CERN

Zum Schluss noch das WETTER: In den Alpen liegt schon Schnee.

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bookmark_borderMontagsdemos für Frieden? Da war doch mal was…

Ja was war denn da? Ach ja. Eine Montagsdemo in München auf dem Sendlinger Tor-Platz.

Über die kann man diese lustigen Zeilen über mich finden:

(…) Besonders eingeprägt hat sich mir dabei ein Fall, wo ein sichtbar psychisch angeschlagener Mann mindestens zwanzig Minuten lang, unter den anschwellenden Unmutskundgebungen der umstehenden Zuhörer, Wort für Wort einen stark linksideologischen Beitrag vom Blatt las. Er ließ sich dabei auch nicht von einigen völlig genervten Teilnehmern, die ihn förmlich anbrüllten, damit aufzuhören, aus der Ruhe bringen, ohne dass das Orga-Team eine Veranlassung sah, dem Ganzen endlich ein Ende zu bereiten. Dieses Trauerspiel zog sich quälend lange hin und natürlich war hinterher die ganze gute Stimmung, die an und für sich unter den Leuten herrschte, erst einmal im Keller (…)

Das tut mir aber leid. Echt jetzt. Nicht!

Dann eine Abspaltung in den Englischen Garten. Die Esonudisten der Göttinenenergie. Hat keinen interessiert. Eine klare Positionierung gegen Reichsbürgerwahnsinn und rechtes Gedankengut auf dem Sendlinger Tor-Platz. Gut so! Und wieder eine Abspaltung auf den Rindermarkt, aber am Dienstag. Wiedermal die Esonudisten. Hat auch keinen interessiert.

Irgendwie kam man nun auf die Idee, statt am Montag am Donnerstag ein Occupeace-Happening vor der Oper zu veranstalten. Sind mehrheitlich gute und vernünftige Leute dort. Aber die Außenwirkung ist marginal. Alle wollten aber nicht zum Donnerstag, also blieb man auch beim Montag. Die Esonudisten und Nazikuschler freute es. Inzwischen sind die Esonudisten aber ganz ausgestiegen, das letzte Lebenszeichen von ihnen war ein Foto mit Karl Richter (ehem. stellv. Bundesvorsitzender NPD) und Sigrid Schüßler (ehem. Vorsitzende des Ring Nationaler Frauen) in Berlin. Will man nicht sehen. Nazis verpisst Euch, keiner vermisst Euch! Aber wie gesagt, die Esonudisten haben das Weite gesucht. Inhaltlich kann es also am Montag nur aufwärts gehen. Man kann das in den beiden Münchner Gruppen bei Facebook alles gut nachvollziehen. (Die eine und die andere.)

Gestern, es war mal wieder Montag, traf man sich auf dem Odeonsplatz vor der Feldherrenhalle in München. Von dort den Frieden in die Welt bringen zu wollen, ist schon makaber. Aber sei es drum. Uns, antifaschistischen Fotografen, war im Vorfeld bekannt geworden, dass sich Karl Richter (NPD) dort blicken lassen wollte. Ein Grund natürlich, der Sache mal auf den Grund zu gehen.

Ich war noch keine 30 Sekunden da, da kam einer der Mahnwachenteilnehmer auf mich zu gesprungen um mir sein Handy vor das Gesicht zu halten und mich zu fotografieren. Soll er mal, wenn er sich dadurch besser fühlt, mich kann das nicht im Geringsten beeindrucken.

Soundtechnisch hatte die Mahnwache ordentlich aufgerüstet. Man konnte die Reden oder die eingespielten Texte von YouTube gut verstehen. Abgespielt wurde unter Anderem von YouTube: „FreiwilligFrei: Ich bin ein Lügner – Antrittsrede des Bundeskanzlers“. (Der Text dieses Videos ist eine Adaption der Rede von Grant Collins, einer Romanfigur aus „The Iron Web“ von Larken Rose.) Da wehte doch ein Hauch des Anarchismus über den Platz. Desweiteren wurde auch im Laufe des Abends ein so genannter „Newsflash“ abgehalten, bei dem die Teilnehmer interessante Nachrichten der Woche noch mal präsentieren können.

Irgendwann tauchte dann auch Karl Richter auf, nachdem sich seine aus 20 Metern Entfernung mit dem Handy fotografierende Vorhut verzogen hatte. Vom Veranstaltungsleiter und einigen anderen Teilnehmern wurde uns glaubhaft versichert, dass man den dort nicht haben will. Und auf keinem Fall darf er dort sprechen. Öffentlich kundgetan wurde das aber nur dadurch, das man am Mikro erklärte, man wolle dort keine Parteifunktionäre haben. Entschuldigend muss man dabei aber auch erwähnen, dass der Versammlungsleiter den Richter nicht noch extra in das Rampenlicht stellen wollte oder ihm die Gelegenheit bieten wollte, sich als Märtyrer aufzuspielen. Letztlich lief es aber leider wieder darauf hinaus, dass man kein Rechts und kein Links haben will. Damit stehen wir wieder da, wo wir schon vor Monaten auf dem Sendlinger Tor-Platz standen. Distanzierung von Rechts (gut so), aber auch gleich Distanzierung von Links. Die Ironie dabei ist, dass die Friedensbewegung doch gerade versucht, typisch linke Positionen zu besetzen.

Während einige wenige sich mit Richter unterhielten, wollte die Mehrheit nichts mit ihm zu tun haben. Mit uns diskutierten ein paar Teilnehmer. Intererssant ist dabei, dass man merkt, sie wollen das Richtige machen und haben mit Antisemitismus nichts am Hut. Anderseits weigern sie sich aber zu erkennen, dass es kein Antisemitismus ist, wenn man die Verbrechen des Finanzkapitals kritisiert, aber schon, wenn man darauf besteht, dass da unbedingt der Name „Rothschild“ fallen muss.

Oder um es mit den Worten von demowatch auf Facebook (Bitte mal fleißig liken!) zu beschreiben:

Auch Diskussionen und Redebeiträe waren genau so, wie man sie auf einer Montagsdemo erwartet – angefangen mit einer Diskussion über die Frage ob es antisemitisch sei den Namen Rothschild im Zusammenhang mit kapitalistischer Ausbeutung und Korruption zu nennen, die unser Gegenüber beendete, indem er sich auf sein Recht auf Meinungsfreiheit berief.

Ich persönlich nehme es den meisten dort ehrlichen Herzens ab, dass es ihnen um Frieden geht. Es sind ja auch mehrheitlich nette und sympatische Menschen, auch wenn sie uns teilweise kritisch und / oder ängstlich beäugten. Ja, wir sind auch Antifa. Sogar mit dem legendären Päddi konnte ich mich gut unterhalten. Aber das Problem ist das bekannte. Friedensbewegte Bürger, das ist schon in Ordnung. Aber ohne deutlich linke (und damit antikapitalistische, aber nicht antisemitische) Positionen, wird es bei warmen Worten bleiben. Trotzdem wünsche ich weiter viel Erfolg.

Wir bleiben dran.

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Die Fotos wurden mit freundlicher Genehmigung der NWO-Hauptzentrale München zur Verfügung gestellt.

bookmark_borderNPD-Kundgebung in Freising

Anlässlich des 9. Novembers plante die NPD in Freising eine Kundgebung unter dem Motto „Die Mauer muss weg in den Köpfen“. Dagegen rief das Bündnis „Freising ist bunt“ zu Protesten auf.

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Es war ein kalter Novembermittag im Zentrum von Freising. Passanten sieht man bei diesem Wetter und um diese Zeit eher selten in der Stadt. Trotzdem meinte die NPD, am Kriegerdenkmal, welches, wie schon oft zuvor bei solchen „Aufmärschen“, verhüllt war, eine Kundgebung abzuhalten. Gekommen sind gerade mal 5 Nazis. Demgegenüber standen ca. 150 antifaschistische Bürger, unter ihnen auch 3 evengelische Pfarrer und ein CSU-Stadtrat.

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Noch vor Beginn muss die einzige Frau unter den Nazis etwas über T-Shirt mit dem Schriftzug „LANDSER DEUTSCHLAND“ drüberziehen. Es sprach dann Roland Wuttke, NPD-Funktionär, viel verstehen konnte man aber nicht. Was ich mitbekam, war, dass er den 9. November 1938 in Deutschland als einen unbedeutenden Tag in der Geschichte Deutschlands bezeichnete. Ansonsten waren die Gegendemonstranten aber definitiv lauter. Es war sowieso fraglich, zu wem Wuttke da sprach. Interesse zeigte in Freising niemand an seiner Rede.

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Später wurde Musik gespielt. Ok, als Musik konnte man das Gejaule kaum bezeichnen. Eine Textzeile im Refrain war: „Meine Ehre heißt Treue“. Obwohl es sich dabei definitiv um eine verbotene Parole handelte, sah die Polizei keinen Anlass einzuschreiten. Das wurde damit begründet, dass zum einen das Gut der Versammlungsfreiheit so hoch anzurechnen ist, dass man deswegen die Versammlung nicht auflösen will, und andererseits die Polizei dem Neutralitätsgebot verpflichtet auch gegen die Gegendemonstranten vorgehen müsste, weil diese ja schließlich Beleidigungen gerufen hatten, was auch strafbar ist. Es wurde also quasi der Wahlspruch der SS „Meine Ehre heißt Treue“ mit „Verpisst Euch, Nazischweine“ gleichgesetzt. Das sagt wohl einiges über die Zustände in diesem Land aus.

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Außerdem war es eine Auflage der Gegendemo, das die Trillerpfeifen zwar erlaubt sind, aber nicht zu laut sein dürfen. Als dann später eine Frau mit zwei Topfdeckeln Radau machte, fühlte sich die Polizei ganz schnell bemüht, dies zu unterbinden.

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Es folgte eine weitere Nazirede. Verstehen konnte man praktisch gar nichts. Als ich mal ein bisschen näher ran ging, schnappte ich die Worte „jämmerliches Häufchen Gegendemonstranten“ auf. Da waren wohl einem die Verhältnisse nicht klar. Immerhin stand es es 30:1 gegen die Nazis.

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Inzwischen war die Kundgebung auf wahnsinnige 6 Personen angestiegen. Es war noch ein Nazi dazugekommen, der ein Thor Steinar Shirt trug, auf dem man unter dem Markenschriftzug die Worte „…MANNS HEIL…“ lesen konnte. Da glaubt doch keiner an einen Zufall!

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Als die Nazis die erste Strophe des Deutschlandliedes anfingen abzuspielen, wurde es den Antifaschisten dann doch zuviel und sie wollten die Straßenseite wechseln. Die Polizei beendete daraufhin die Veranstaltung und die Nazis zogen endlich ab. Drei von ihnen noch wurden noch von der Polizei zum Bahnhof und zum Parkplatz eskortiert.

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bookmark_borderEr sagt, er meint es ernst

Ich reblogge heute mal etwas aus meinem alten Blog.

Während heute, am 9. November, viele nicht wissen, ob sie feiern trauern sollen (( So mancher Blödmann meint sogar den inoffiziellen Nationalfeiertag des deutschen Glaserhandwerks begehen zu müssen und wundert sich dann, wenn statt dessen den Nationalfeiertag der deutschen Zahnärzte ausrufen kann )), will ich die Gelegenheit mal nutzen und an Norbert Bischoff (( Nicht zu verwechseln mit SPD-Mitglied Norbert Bischoff, seit 30. Dezember 2009 Minister für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt )) erinnern. Er war Liedermacher der DDR, eine ausführliche Biographie gibt es bei liedermacher-forum.de.

Norbert Bischoff nahm sich am 9. November 1993 im Alter von nur 34 Jahren das Leben. Er schrieb: „Das rechte Datum zu verschwinden für einen Deutschen“.

Von ihm stammt das Lied „Er sagt, er meint es ernst“. Man muss es an dieser Stelle mal betonen: Das Lied stammt aus der DDR! (( „Die Entscheidung darüber zu haben, was produziert wird und was nicht, zumal in den monopolartigen Strukturen der DDR-Medien, das doch ein ganz erhebliches Stück macht, das kann man doch nicht machtlos nennen.
Aber es war eben auch nicht so simpel und eindimensional, wie es vielleicht aussah. Ich kann mich noch daran erinnern, wie unsere Abteilung mit Norbert Bischoff das Lied „Er sagt, er meint es ernst“ produzierte. Anschließend wurde ich zum Vorsitzenden zitiert und musste dafür Rede und Antwort stehen. Ich sagte zu ihm, dass wir dieses Lied gemacht haben, weil es Erscheinungen von Neonazismus und Rechtsradikalismus auch bei uns in wachsendem Maße gäbe, dass Norbert Bischoff dieses Lied nach einer tatsächlichen Begebenheit geschrieben hätte und dass man zu solchen Entwicklungen nicht schweigen dürfe.
Daraufhin sagte der Vorsitzende: „Wir werden dem Gegner, dem Klassenfeind, doch nicht unsere Schwächen zeigen. Selbst wenn es hundertmal so wäre, werden wir das nicht tun.“ Und das war eine Haltung, die hab‘ ich all die Jahre immer wieder erlebt. Es war ein Argument, mit dem man alles kleinkriegte, wenn andere Einwände versagten.“
(Walter Cikan, Chefproduzent Jugendmusik des Rundfunks der DDR, in dem Buch „Rockmusik und Politik – Analysen, Interviews und Dokumente“ von Peter Wicke und Lothar Müller (Hg.) )) Ist aber heute aktueller den je.

[audio:http://www.mist.woschod.de/16.mp3]

Er sagt, er meint es ernst

Ich sitz in der Kneipe, trink ein Bier und döse vor mich hin
Da kommt ein Typ an meinen Tisch und fragt, ob ich alleine bin
Und ehe ich mich versehe sitzt er schon und grinst mich dreckig an
Und meint, dass ich für seine Kehle ihm ein Bier ausgeben kann
Ich sag ihm, diese Art von Überfällen find ich nicht gerade toll
Und ich bin auch nicht Rockefeller, verdammt ich weiß nicht was das soll
Ich soll mich nicht so haben, meint er darauf, war ja nur ein Spaß
Und außerdem, wo bleibt mein Mitgefühl als Mensch, ey wenigstens ein Glas
Na gut, ich lass mich überreden, und komm mir vor wie überfahrn
Ich hab doch keinen Bock zu streiten, mit so ’nem aufgeblasenen Hahn

Doch da beim Trinken seh ich ein Hakenkreuzt auf seiner Hand
So groß wie einen Fingernagel, als Tätowierung eingebrannt
Und ich frage leicht erschrocken, ist das etwa auch ein Scherz?
Doch da grinst er wieder dreckig und sagt, nein, das meint er völlig ernst

Und wie er so ins Reden kommt, schwärmt er wie es bei Adolf war
Noch heute müsste man vergasen die Juden- und Zigeunerschar
Und all die Schwulen und Perversen sind dekadent und müssen weg
Und Intellektuelle quatschen bloß, der Mensch hat aber nur den Zweck
Sich zu beherrschen und zu fügen, wie die Natur das eben will
Und wie als Deutsche müssen siegen und werden unseren Kampf erfüllen

Ich überleg und denk, mein Gott, was kannst Du tun, und stell ihm ein paar Fallen
Was wär, wenn die Chinesen kämen um sich Europa einzukrallen
Die sind doch noch viel mehr als wir und bräuchten vielleicht Lebensraum
Doch er meint die sind viel zu blöd, das würden die sich niemals traun
Nur noch die Rechten merken langsam, woher der Wind von Morgen weht
Und was bei denen heut noch schief läuft, kriegen wir wieder hingedreht
Ja wir sind schon ganz schön Viele und warten nur noch auf den Tag
An dem wir uns dann alle finden, denn nur zusammen sind wir stark

Ich sehe mich um und fühl mich wie ein Stein der sich nicht rühren wird
Sekunden werden Ewigkeit, Gedanken zügeln mich, verwirrt
Such ich nach meinen Worten, nur die Wut hält mich noch fest,
und will nicht das sich mein Verstand den Wahnsinn hier gefallen lässt
Und er sitzt einfach da, als sei es das normalste von der Welt
Mit Nazisprüchen zu posieren, und ich fühl mich von Angst umstellt
Auch diese immer ewig gleiche Furcht, schon seit der Kinderzeit
Vor prügelfesten Männerfäusten als letztes Argument im Streit
Doch plötzlich bricht es aus mir heraus, was er sich denkt, wo er hier sei
Und wenn er nicht die Schnauze hält, dann ruf ich gleich die Polizei

Da sagt er, na versuch‘s doch mal, du feiger Hund, ob du wen findst
Die Bullen haben doch meistens Schiss, wenn die nicht gerade im Rudel sind
Dann steht er auf und schmeißt den Stuhl und stellt sich neben mich wie ein Pfau
Du kotzt mich an, Leck mich am Arsch, du abgefuckte linke Sau

Dabei zuckt‘s mir durch den Schädel, und ich werde totenbleich
Großdeutschland bleib mir fern für immer, behüt uns Gott vorm Vierten Reich